#Hintergrund Der milliardenschwere Irrsinn im Pizza-Segment

In den vergangenen Jahren wurden im LIeferdienstsegment - ohne die vielen normalen Investments - allein rund um Delivery Hero mehrere Milliarden bewegt. Wir haben den ganzen Wahnsinn in diesem Segment einmal dokumentiert.
Der milliardenschwere Irrsinn im Pizza-Segment

Im Lieferdienst-Segment ist seit Jahren die Hölle los. Ständig pumpt irgendein Investor massig Geld in Branchenriesen wie Delivery Hero. Ständig übernimmt Delivery Hero irgendeinen Wettbewerber und ständig verkauft Delivery Hero irgendein Tochterunternehmen an einen seiner Wettbewerber. Gerade reichte Delivery Hero sein Geschäft in Deutschland an den Konkurrenten Takeaway.com weiter (Kaufpreis: 930 Millionen Euro). Das niederländische Unternehmen kaufte 2014 das Berliner Startup Lieferando (Kaufpreis: 62,9 Millionen). Wir haben den ganzen Wahnsinn in diesem Segment – vor allem bezogen auf Delivery Hero – einmal zusammengetragen. In den vergangenen Jahren wurden – ohne die vielen normalen Investments – Milliarden bewegt.

Das große Fressen rund um Delivery Hero

+++ Delivery Hero verkauft Pizza.de und Co. an die Lieferando-Mutter Takeaway.com. Die Berliner bekommen dafür 508 Millionen Euro und 9,5 Millionen Aktien (18 %) an Takeway.com im Wert von rund 422 Millionen. Insgesamt hat diese Übernahme damit einen Wert in Höhe von 930 Millionen. (Dezember 2018)

+++ Takeaway.com übernimmt vom Wettbewerber Delivery Hero die Schweizer Plattform Foodarena. Details zur Transaktion sind nicht bekannt. (Juni 2018)

+++ Rocket Internet verkauft 5,7 Million Aktien des börsennotierten Unternehmens Delivery Hero. 196,8 Millionen wandern auf das Konto von Rocket. (März 2018)

+++ Delivery Hero verkauft foodpanda Indien an das indische Schwergewicht Ola. Für den Verkauf erhält Delivery Hero Anteile an Ola. (Dezember 2018)

+++ Rocket Internet verkauft rund 22 Millionen (13 %) Delivery Hero-Aktien an Naspers. Der Berliner Internet-Investor bekommt dafür 660 Millionen Euro. (September 2017)

+++ Delivery Hero geht an die Börse. Der Ausgabepreis lag bei 25,50 Euro. Der erste Kurs des Unternehmens, dessen Bewertung bei 4,5 Milliarden Euro liegt, wurde zum Handelsstart mit 26,90 Euro festgestellt. Delivery Hero selbst nimmt durch den Börsengang 465 Millionen Euro frisches Geld ein. (Juni 2017)

+++ Der bekannte Tech-Investor Naspers investiert 387 Millionen Euro in den Lieferdienstvermittler Delivery Hero. (Mai 2017)

+++ Delivery Hero übernimmt seinen Wettbewerber Foodpanda. Die Übernahme kostet 426 Millionen. (Dezember 2016)

+++ Delivery Hero verkauft sein britisches Geschäft, also hungryhouse, an Just Eat. Der Kaufpreis lag bei 200 Millionen Pfund. Zudem gab es eine vereinbarte Bonuszahlung in Höhe von 40 Millionen. (Dezember 2016)

+++ Delivery Hero übernimmt von Rocket Internet den Restaurant-Lieferdienst Foodora. Nach offizieller Sprachreglung erfolgt die Übernahme, um die “Wachstumsstrategie in Europa, Nord Amerika und Asien voranzutreiben und der stetig wachsenden Nachfrage nach hochwertigen Lieferangeboten adäquat zu begegnen”. Der Kaufptreis beträgt 13,2 Millionen. (September 2015)

+++ Delivery Hero übernimmt den türkischen Konkurrenten Yemeksepeti, der seit 15 Jahren im Markt ist, und zahlt dafür rund 529 Millionen Euro. Wobei der Kauf in in bar und per Aktientausch durchgeführt wurde. (Mai 2015)

+++ Rocket Internet erwirbt weitere Delivery Hero-Anteile. Rocket bringt dabei unter anderem den Online-Essenlieferdienst Talabat ein. Für Talabat hatte Rocket kürzlich 150 Millionen Euro gezahlt. Zudem kauft Rocket Anteile bestehender Delivery Hero-Investoren für 52 Millionen Euro. (März 2015)

+++ Rocket Internet steigt bei Delivery Hero ein. Rocket Internet investiert 496 Millionen Euro in Delivery Hero. Der Über-Inkubator sichert sich dabei 30 % am jungen Unternehmen. (Februar 2015)

+++ Delivery Hero übernimmt Pizza.de. Der Kaupfpreis lag bei 240,3 Millionen Euro (August 2014)

+++ Takeaway.com übernimmt Lieferando. Der Kaupfpreis lag bei 62,9 Millionen Euro. (April 2014)

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.