#Hintergrund Die fettesten deutschen FinTech-Startups

FinTech ist weiter das Zauberwort schlechthin. Zahlreiche Startups haben sich inzwischen im Markt etabliert und machen Banken gehörig Konkurrenz. Und einige versuchen sich gerade - teilweise mit sehr viel Geld - im Markt zu etablieren. Hier die wichtigsten deutschen FinTech-Startups.
Die fettesten deutschen FinTech-Startups

Das FinTech-Segment – mit oder ohne die Ablegerbranche InsurTech – ist auch 2019 eines der wichtigsten Boomsegmente in der deutschsprachigen Startup-Szene. Immer mehr Startups versuchen die Welt der Banken bzw. die Welt der Geldströme zu digitalisieren. Und immer mehr dieser junge FinTech-Firmen haben dafür richtig viel Geld auf der hohen Kante. deutsche-startups.de präsentiert deswegen einmal die fettesten und wichtigsten deutschen FinTech-Startups – unter anderem basierend auf dem eingesammelten Risikokapital, die Beteiligten Investoren und der generellen Marktbedeutung des Startups. Außer Konkurrenz läuft dabei der Company Builder Finleap. Die Berliner sind zwar auch gut unterwegs, aber eben eine Firmenschmiede und kein Startup mit eigentlichen Sinne. Hier aber nun unsere Liste, der deutschen FinTech-Startups, die man kennen sollte.

Die fettesten und wichtigsten deutschen FinTech-Startups

Deposit Solution
Vitruvian Partners, Kinnevik sowie bestehende Anteilseigner investierten 2018 stattliche 100 Millionen US-Dollar in das Hamburger FinTech Deposit Solutions, unter anderem bekannt für Zinspilot. Die Bewertung des Unternehmens stieg mit dieser Finanzierungsrunde auf 500 Millionen US-Dollar. Zuvor flossen 20 bzw. 15 Millionen in das junge FinTech. Die Bewertung lag zuvor bei rund 200 Millionen Dollar.

Finanzcheck.de
Seit dem Sommer des vergangenen Jahres gehört Finanzcheck.de, das seit 2010 einen Vergleichsdienst für Verbraucherkredite anbietet, zu Scout24. Der Marktplatzbetreiber zahlte imposante 285 Millionen Euro für die Jungfirma, die von Moritz Thiele und Andreas Kupke gegründet wurde. Zuvor sammelte Finanzcheck.de, das vor dem Exit rund 230 Mitarbeiter beschäftigte, mehr als 46 Millionen Euro Venture Capital ein – unter anderem von Acton Capital Partners, btov Partners, Highland Europe und HarbourVest Partners.

Liqid
Toscafund Asset Management, eine sogenannte Multi-Asset-Alternative-Investment-Gesellschaft sowie Project A, HQ Trust und Dieter von Holtzbrinck Ventures (DVH Ventures) investierten Ende 2018 beachtliche 33 Millionen Euro in das Berliner FinTech Liqid, einen digitalen Vermögensverwalter. Liqid ging 2016 an den Start. Das Unternehmen bietet Kunden ab einer Mindestanlage von 100.000 Euro neben der Vermögensverwaltung auch Zugang zu alternativen Anlageklassen wie Private Equity an.

N26
Insight Venture Partners und GIC, ein Investmentfonds des Staates Singapur, investierten kürzlich beachtliche 300 Millionen Dollar in das Berliner FinTech N26. Investoren wie Tencent, Allianz X, Valar Ventures, Li Ka-Shings Horizons Ventures, Earlybird Venture Capital, Redalpine Ventures und Greyhound Capital investierten damit bisher rund 500 Millionen in das junge Unternehmen, das sich als mobile Bank positioniert.

Raisin
Hedosophia, Index Ventures, PayPal, Ribbit Capital und Thrive Capital investierten kürzlich weitere 100 Millionen Euro in das Berliner Startup Raisin, hierzulande als Weltsparen bekannt. Insgesamt sammelte der “Marktplatz für Spar- und Investmentprodukte” damit bereits 170 Millionen Euro ein. Über Raisin können Onliner ihr Geld grenzüberschreitend anlegen. Nach eigenen Angaben verbindet das Unternehmen derzeit “mehr als 160.000 Kunden aus 31 europäischen Ländern mit Partnerbanken”. Seit dem Start vermittelte Raisin laut Presseaussendung “mehr als 10 Milliarden Euro an Partnerbanken”. Die Bewertung lag zuletzt bei 500 Millionen Dollar.

Scalable Capital
Investoren wie BlackRock, Holtzbrinck Ventures, Tengelmann Ventures und Co. investierten in den vergangenen Jahren 41 Millionen Euro in Scalable Capital. Das Münchner Startup wurde 2014 von Florian Prucker, Erik Podzuweit, Patrick Pöschl, Adam French und Stefan Mittnik gegründet. Das Konzept der Bajuwaren: Scalable Capital bietet seinen Kunden “ein global diversifiziertes und auf die persönliche Risikoneigung zugeschnittenes ETF-Portfolio”-

Smava
Die britische Private Equity-Firma Vi­tru­vi­an investierte Anfang 2018 gemeinsam mit Altinvestoren wie Runa Capital beachtliche 65 Millionen Dollar in den Berliner Kre­dit­ver­mitt­ler smava. Die Bewertung soll bei rund 300 Millionen Dollar gelgen haben. Ende 2016 flossen 34 Millionen US-Dollar in das Unternehmen. 2015 gab es 16 Millionen Dollar. Insgesamt sammelte smava, 2007 an den Start gegangen, bereits 135 Millionen Dollar ein.

Solarisbank
BBVA, Visa, Lakestar und ABN AMRO DIF investierten 2018 gemeinsam mit den Alt-Investoren Arvato Financial Solutions und der japanischen SBI Group 56,6 Millionen Euro in die Berliner Banking-Plattform solarisBank. Seit dem Start vor zwei Jahren sammelte das Startup, das über eine Vollbanklizenz verfügt und ein wichtiger Partner zahlreicher Unternehmen ist, bereit über 95 Millionen Euro ein.

SumUp
Für das deutsch-britische FinTech SumUp (London, Berlin), das 2016 mit dem Wettbewerber payleven fusionierte, arbeiten inzwischen mehr als 1.000 Mitarbeiter. Beim Umsatz hat das FinTech nach eigenen Angaben “die 200 Millionen US-Dollar-Schwelle überschritten”. Die Bewertung des Unternehmens soll inzwischen bei rund 3 Milliarden Dollar liegen.

Komplett aus der Form ist unterdessen Kreditech. Die Bewertung des Hamburger FinTech-Überflieger lag zuletzt angeblich nur noch bei rund 14 Millionen Euro.

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.