#Offline Insolvenz! Lesara steht vor dem Aus!

Lesara steht vor dem Aus. In den vergangenen Jahren flossen rund rund 100 Millionen Euro in den Fashion-Shop, der 2013 an den Start ging. 2016 erwirtschaftete der Fashion-Shop einen Rohertrag in Höhe von 24,7 Millionen und einen Jahresfehlbetrag von 14,3 Millionen Euro.
Insolvenz! Lesara steht vor dem Aus!

Bitter! Beim modischen Berliner Startup Lesara gehen womöglich für immer die Lichter aus. Eine Planinsolvenz in Eigenverwaltung soll das Unternehmen nun retten. Ein Unterfangen, dass schwierig werden könnte. In den vergangenen Jahren pumpten Investoren wie 3L Capital, Northzone, Magrove Capital Partners und Vorwerk Ventures rund 100 Millionen Euro in den Fashion-Shop, der 2013 von Roman Kirsch, Matthias Wilrich und Robin Müller gegründet wurde. Nach Auctionata ist die Insolvenz von Lesara eine der größten Pleiten, die die deutsche Startup-Szene in den vergangenen Jahren verkraften musste.

2016 erwirtschaftete der Fashion-Shop, der versuchte Trends frühzeitig zu erkennen, einen Rohertrag in Höhe von 24,7 Millionen und einen Jahresfehlbetrag von 14,3 Millionen Euro. Bis Ende 2016 kostete der Aufbau von Lesara bereits rund 28,4 Millionen. Geld für die weitere Expansion schien zuletzt aber genug vorhanden zu sein. Noch im Sommer gab das Startup eine 30 Millionenrunde bekannt. Wie jetzt klar wird, war dies “nur” eine Brückenfinanzierung. Die zudem auch noch genutzt wurde, um Kredite abzulösen. Zudem floss ein großer Teil schon vorher. Am Ende sollen gerade einmal rund 10 Millionen tatsächlich neu geflossen sein.

Zuletzt war das Lesara-Team auf der Suche nach neuen Geldgebern. 15 bis 20 Millionen wollte die Jungfirma einsammeln. Offenbar waren die Altinvestoren aber überhaupt nicht bereit, weiteres Geld in das Unternehmen zu stecken. Lesara fiel in der Vergangenheit immer wieder wegen seiner forschen Außenkommunikation – gerade in Bezug auf die erzielten Umsätze auf. Auch den Investoren gegenüber soll das Unternehmen immer wieder mit kreativen Zahlenzusammenstellungen aufgefallen sein. Rund 300 Mitarbeiter wirkten zuletzt bei Lesara. Das Unternehmen ist zurzeit in 24 Ländern unterwegs. Bereits am Donnerstag soll es bei Lesara ein Meeting gegeben haben, in dem die Insolvenz im kleinen Kreis angekündigt wurde. Mitgründer Kirsch war bisher nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Noch Mitte August eröffnete das Unternehmen in Erfurt ein monströses Logistikzentrum. “Der über 40 Millionen Euro teure Logistikstandort, den Lesara ab sofort als sein europäische Distributionszentrum nutzen wird, verfügt über eine 31.600 m² große Grundfläche, die Logistikfläche beläuft sich sogar auf rund 60.000 m². Das Land Thüringen fördert die Investition mit knapp 10 Millionen Euro”, teilte das Unternehmen dazu kürzlich mit. Neben den vielen Investorengeldern sind nun auch diese Steuergelder quasi weg. Aber wie heißt es so schön: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Der schöne und lange Sommer 2018 war einfach nicht gut für die vielen E-Commerce-Anbieter im Lande – siehe zalando, Home24 und Co.

Wie Roman Kirsch Lesara noch auf der Noah18 feierte

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Foto (oben): ds

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.