#Gastbeitrag Wie wird ein Markenname ins Chinesische übersetzt?

Das Stuttgarter Startup Peakboard hat ein Auge auf China geworfen. "Bekannterweise bringen die Chinesen ja nicht nur eine uns völlig fremde Sprache, sondern im Gepäck auch ein komplett eigenes Schriftsystem mit, das absolut gar nichts mit unseren 26 lateinischen Buchstaben zu tun hat", schreibt Gründer Patrick Theobald uns.
Wie wird ein Markenname ins Chinesische übersetzt?

Bekannterweise bringen die Chinesen ja nicht nur eine uns völlig fremde Sprache, sondern im Gepäck auch ein komplett eigenes Schriftsystem mit, das absolut gar nichts mit unseren 26 lateinischen Buchstaben zu tun hat. Da liegt die Frage nahe, was eigentlich mit den Namen passiert, wenn Starbucks, Siemens oder andere westliche Marken sich für den chinesischen Markt zurecht machen.

Zunächst muss man verstehen, dass jedes Chinesische Zeichen genau einer Silbe entspricht, die eine bestimmte Aussprache, Betonung und Bedeutung hat. Das Zeichen ? spricht sich “Wo” und heißt “Ich”. Die Stimme geht dabei kurz runter, dann wieder rauf. Um die Betonung in einer Lautschrift festzuhalten, kann man einen entsprechenden Akzent auf das “Wo” setzen, der die Betonung repräsentiert – aus “Wo” wird “W?”. Diese Lautschrift nennt man Pinyin und ist für die Notation der Laute gedacht, um Ausländern zu ermöglichen, chinesische Schriftzeichen in lateinischen Buchstaben niederzuschreiben.

Im Folgenden brauchen wir die Lautschrift, um die Markenübersetzung besser zu verstehen. Wenn es darum geht, einen Markennamen zu übersetzen, kann man sich im Wesentlichen zweier Methoden bedienen. Die erste Möglichkeit ist, Silben zu finden, die der Originalbedeutung entsprechen. Die zweite Möglichkeit ist eine phonetische Übersetzung. Das bedeutet, Silben aneinanderzureihen, die so ähnlich klingen wie das Original und eine beliebige, aber positive Bedeutung haben.

Eine Kombination aus beiden Methoden ist Starbucks. Starbucks wird im Chinesischen als ??? (X?ng B? Kè) bezeichnet. ?(X?ng) bedeutet einfach “Stern” und die beiden anderen Silben ?? (B? Kè) klingen so ähnlich wie “bucks”. Phonetisch geht es auch bei Siemens zu. Die heißen ??? (X? Mén Zi). Die drei Silben bedeuten Westen, Tür und Sohn. Das passt grob und ist positiv besetzt.

Nachfolgendes Bild ist ein Werbung für Küchengeräte. Dort kann man sehen, dass Siemens oben links das Original-Logo belassen hat, unten rechts im Fließtext aber seinen chinesischen Namen nutzt. Das ist eine übliche Vorgehensweise.

Bei Peakboard handhaben wir das ähnlich. Das Original-Logo bleibt, wie es ist, weil es in dieser Form eine Marke mit starker Wiedererkennung ist. Der chinesische Name lautet ??? (B?n F?ng B?n). ?? (F?ng B?n) ist eine direkte Übersetzung von Peak (Spitze) und Board. Die erste Silbe ? (B?n) steht für mächtig/dynamisch und ist sehr positiv besetzt. Sie macht die drei-Silben-Kombination eindeutig. ? (B?n) haben wir übrigens von ?? (B?n Chí) geklaut. Das ist der Chinesische Name von Mercedes.

Es liegt auf der Hand, dass dieses Wissen für eine Do-It-Yourself-Übersetzung nicht ausreicht. Sowohl in China als auch in Deutschland gibt es Agenturen, die auf dieses Thema spezialisiert sind und die dann auch gleich die Markenanmeldung und andere Formalitäten mit erledigen. Ich empfehle eine entsprechende Agentur zu googeln oder bei der Außenhandelskammer um Rat zu fragen.

Bei der Entscheidung für eine Agentur sollte man erwarten, dass die diese vor dem Projekt sehr genau verstehen will, um was für ein Produkt es geht und ob es geografische Schwerpunkte gibt. Alles andere ist unseriös. Meiner Erfahrung nach dürfte eine Namensübersetzung dabei zwischen 800 und 2500 € kosten – je nachdem wie viel Beratungsleistung noch in dem Auftrag enthalten ist.

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