Finanzierung im Doppelpack: Lieferheld und Delivery Hero sammeln zusammen stattliche 8 Millionen Euro ein

Wie bereits Ende Oktober exklusiv berichtet exportiert Team Europe das Konzept des Lieferdienstvermittlers Lieferheld (www.lieferheld.de) unter dem naheliegenden Namen Delivery Hero (www.deliveryhero.com) derzeit in alle Welt. In Australien und Russland ist der globale […]
Finanzierung im Doppelpack: Lieferheld und Delivery Hero sammeln zusammen stattliche 8 Millionen Euro ein

Wie bereits Ende Oktober exklusiv berichtet exportiert Team Europe das Konzept des Lieferdienstvermittlers Lieferheld (www.lieferheld.de) unter dem naheliegenden Namen Delivery Hero (www.deliveryhero.com) derzeit in alle Welt. In Australien und Russland ist der globale Lieferheld bereits aktiv. Für die beiden eigenständigen Unternehmen sammelte der Berliner Inkubator Team Europe, der ansonsten derzeit den ChicChickClub aufbaut, nun im Doppelpack Risikokapital ein: Lieferheld und Delivery Hero bekommen gemeinsam stattliche 8 Millionen Euro mit auf die Reise. Das Geld stammt vom Moskauer Unternehmen ru-Net und Kite Ventures sowie Point Nine Capital und Team Europe.

Wie sich die eingesammelten 8 Millionen Euro auf die beiden Start-ups verteilen wollte Team Europe auch auf Anfrage nicht mitteilen. Hoffentlich macht diese Doppel-Investmentstrategie nicht Schule. Auch die genannte Zahl von 15 Millionen Euro Gesamtinvestment, die seit der Gründung von Lieferheld vor einem Jahr in das Start-up geflossen sind, sind durch diese Vermischung der beiden Investments nicht sehr aussagekräftig. Zu den bekannten Zahlen: Vier Millionen Euro investierten Tengelmann, Holtzbrinck Ventures und Team Europe im Frühjahr dieses Jahres in den selbsternannten Lieferhelden. Holtzbrinck Ventures und Team Europe statteten Lieferheld zuvor bereits mit einer Million Euro Startkapital aus. Die aktuelle Bewertung von Lieferheld soll im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen.

“Wir werden alles geben“

“Das rasante Tempo in Deutschland und die zügige internationale Expansion sind ziemlich kapitalintensiv. Deshalb ist es für uns extrem wichtig die richtigen Investoren an Board zu haben: Investoren, die nicht nur das Internet und die Dynamik unseres besonderen Modells verstehen, sondern auch genug Vertrauen und Mut aufbringen um uns in einer solch frühen Phase mit ausreichend Kapital zu unterstützen”, sagt Lukasz Gadowski von Team Europe. Und dann holt der Spreadshirt-Gründer zu einen Satz aus, der in der ansonsten harten Investorenwelt fast schon persönliche Opferbereitschaft signalisiert: “Liebe Investoren, Euer Vertrauen soll belohnt werden – wir werden alles geben.” Von den Lieferheld- bzw Delivery Hero-Neuinvestoren ist zumindest Kite Ventures mit Team Europe schon vertraut: Der russische Frühphasen-Investor ist bereits bei den Team Europe-Start-ups SponsorPay und Digitale Seiten an Bord.

“Wir lieben das Model und das Management Team. Zudem haben wir immer sehr gute Erfahrungen mit Team Europe gemacht. Deshalb haben wir uns nicht nur entschlossen selbst zu investieren sondern auch unseren zuverlässigen Partner ru-Net an Board zu holen”, sagt Edward Shenderovich von Kite Ventures. Hinter ru-Net steckt der russische Investor Leonid Boguslawski, der sich als Unterstützer von Unternehmen wie Biglion, Ozon und Yandex einen Namen gemacht hat. Mit RTP Ventures legte ru-Net gerade erst einen Fonds in den USA auf. Volumen: 100 Millionen Dollar. Weltweit verwaltet ru-Net nach eigenen Angaben rund 700 Millionen Dollar. Somit hat Team Europe einen richtig dicken Fisch an Land gezogen. Auch für andere Start-ups des Inkubators könnte ru-Net langfristig sicherlich interessant sein.

Team Europe kopiert das zalando-Modell

Zu guter Letzt ist auch Team Europe-Partner Hasso Plattner Ventures nach Informationen von deutsche-startups.de bei Delivery Hero bereits als Investor an Bord. In der offiziellen Pressemitteilung wird der Potsdamer Kapitalgeber nicht genannt. Mit dem üppigen Finanzpaket im Hintergrund kann die Delivery Hero-Crew rund um Niklas Oestberg, der bereits Lieferdienstvermittler in Finnland, Österreich, Polen und Schweden aufgebaut hat, jetzt loslegen und die “weltweit führende Online-Food-Ordering Plattform” aufbauen. Das Exportkonzept von Lieferheld erinnert eindeutig an die Strategie von Rocket Internet bei zalando: Der Schuh- und Modeshop ist in Märkten wie die Niederlande, Großbritannien, Frankreich und Italien in Eigenregie aktiv. Andere Märkte wie Russland, Brasilien und Japan bearbeiten die Gesellschafter des Unternehmens mit anderen Marken selbst. Während Delivery Hero also Märkte wie Australien und Russland bearbeitet, expandiert das Schwesterunternehmen Lieferheld in Eigenregie in Länder wie Spanien, Italien und Frankreich. Den entscheidenden Satz bei den Weltoberungsplänen von Team Europe sagt Kite Ventures-Mitgründer Shenderovich: “Jetzt sollten sie aber auch liefern”. Stimmt!

Bleibt zum Schluss noch ein Blick auf die Konkurrenz: Lieferheld-Mitbewerber Lieferando (www.lieferando.de) sammelte seit dem Start bisher stattliche sechs Millionen Euro ein. Das Kapital stammt von DuMont Venture, Moraún Investment, Mountain Super Angel und Rheingau Ventures sowie der KfW und Privatinvestoren aus dem Umfeld von Mountain Partners. Bereits im Sommer dieses Jahres startete Lieferando seine Auslandsexpansion und ist inzwischen unter anderem in Frankreich, Österreich und Polen aktiv. Und was macht Marktführer Pizza.de (www.pizza.de)? Das Braunschweiger Unternehmen machte Lieferheld zuletzt das Leben schwer und sorgte dafür, dass der Konkurrent die Abwicklung von Onlinezahlungen quasi einstellen musste. Streitpunkt: Bafin-Lizenz. Inzwischen können aber auch Pizza.de-Nutzer bei einigen Lieferdiensten mit Visa, MasterCard, PayPal oder giropay zahlen. Eins ist sicher: Auch künftig wird die Lieferdienst-Szene weiter für Schlagzeilen sorgen.

Im Fokus: Weitere Artikel zum Wettstreit der Lieferdienste in unserem Special Lieferdienste

Hausbesuch bei Lieferheld

Anfang November durfte sich deutsche-startups.de beim Berliner Start-up Lieferheld einmal ganz genau umsehen. In den riesigen Büroräumen – umweit der Friedrichstraße – arbeiten über 100 Lieferhelden in sehr schicken Räumlichkeiten. Das Büro ist vollgepackt mit Bildern von Superhelden aller Art, etlichen großen Pappkameraden und ganz ganz vielen leeren Pizzakartons. Einige heldenhafte Eindrücke gibt es in unserer kunterbunten Fotogalerie.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Echt genial wie man Geld machen kann =D

  2. Pingback: 4,2 Millionen Dollar: Atomico investiert in 6Wunderkinder :: deutsche-startups.de



  3. Philos

    Vor einigen Wochen habe ich in einem Kommentar aufgezeigt, wie groß der deutsche Lieferservicemarkt tatsächlich ist http://www.gruenderszene.de/allgemein/pawel-chudzinski-app-empfehlung#comments Auf meine Bitte an Team Europe doch zu den von Lieferheld genannten Marktzahlen, die vielfach höher sind als die genannten Quellen (z.B. Euromonitor 2009) Stellung zu nehmen, habe ich keine Antwort bekommen. Wenn ich jetzt höre, dass nur 70.000 Euro Umsatz im Monat hereinkommen, kann ich nur den Kopf schütteln. Wird im Franchisebereich ein gutes Restaurant für 1,5 Millionen Euro eröffnet und sollte es nach einem Jahr nur 70.000 Euro erwirtschaften wie Lieferheld, die eine vielfache Investitionssumme hatten, so wird es beerdigt. Das Geschäftsmodell ist wohl eher nicht ein langfristig tragfähiges Geschäft zu schaffen, wie einen Lieferservice oder ein Restaurant, sondern Anteile an Investoren für sehr viel Geld zu verkaufen, die von dem Lieferservicemarkt nicht viel verstehen und rechtszeitig zu verschwinden, bevor die Blase platzt….

  4. Hi Alex, danke für deinen Artikel! Das Lieferheld aber die Online Zahlungen quasi einstellen musste stimmt nicht. Was stimmt ist das Pizza.de das versucht hat.



  5. Phobos

    @Philos: Wayne? Die Investoren fahren trotz deiner skandalösen Enthüllungen unter jedem zweiten Lieferheld-Artikel auf diesen Laden ab. Was sollte dir das sagen?



  6. Thorsten Mai

    @Phobos
    Ganz einfach und bekannt im VC-Geschäft. Das Investoren mal wieder kräftig vera…t werden. Warte einfacj ein bischen, dann gibt es kein Liefer* mehr.



  7. Dieter

    @Thorsten Mai: Wieso sollten Investoren verarscht werden? Ich glaube die wissen sehr genau was sie machen. Ich investiere ja auch nicht mal eben 8 Mio. in ein Projekt ohne nicht alle Details zu kennen.

    Für mich sieht es so aus, als wolle man den Dienst schnellstmöglich aufpumpen, ob ein möglicher Weiterverkauf dahintersteckt oder tatsächlich die Absicht Umsatz/Gewinn zu erziehlen werden wir dann sehen.



  8. Lieferandoheld

    @Thorsten Mai: Wieso nur habe ich bei dir das Gefühl, dass du dir wünschst, dass es so sei? Doch nicht etwa Neid oder persönlich betroffen? Wie auch immer, ich denke du liegst falsch. Außerdem finde ich es lustig, dass du offenbar glaubst, alles viel besser abschätzen zu können als Leute, die sich von berufswegen damit auskennen müssen und hier sehr viel Geld investieren.



  9. Thorsten Mai

    Na ja, vielleicht habe ich ein paar Infos mehr als Du, dass kann schon sein :-)



  10. Phobos

    @Thorsten, die Frage ist doch vielmehr: Hast du mehr Infos als die Beteiligten selber?

    Wenn ja, was für topgeheime Infos können das sein und woher stammen sie? Wenn nein: siehe meinen Kommentar oben!

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