Schuhe, Klamotten, Taschen im Abo? Team Europe baut den ChicChickClub

EXKLUSIV Wenn die Mannschaft des Inkubators Team Europe besonders gut drauf ist, spendiert sie ihren Start-ups, die noch unter dem Radar fliegen sollen, hübsche Tarnnamen und Logos – siehe Submarine Internet für das […]
Schuhe, Klamotten, Taschen im Abo? Team Europe baut den ChicChickClub

EXKLUSIV Wenn die Mannschaft des Inkubators Team Europe besonders gut drauf ist, spendiert sie ihren Start-ups, die noch unter dem Radar fliegen sollen, hübsche Tarnnamen und Logos – siehe Submarine Internet für das Branchenbuch-Start-up Digitale Seiten. Mit der Falcon Internet GmbH gibt es nach Submarine, Torpedo (Lieferheld) nun ein weiteres – mehr oder weniger gut verstecktes – Start-up von Lukasz Gadowski und Co. Nach Informationen von deutsche-startups.de arbeitet das Falcon-Team derzeit am ChicChickClub (www.chicchickclub.de). Aus Berlin ist zu hören, dass es sich dabei um eine Art Shoedazzle-Projekt (www.shoedazzle.com), also Schuhe und Co. im Monatsabo, handelt.

Der Name ChicChickClub würde zumindest passen. Ein Club für schicke Chicks klingt doch nach Schuhen, Klamotten und Handtaschen. Auf der entsprechenden Website war bis zum ersten Erscheinen dieses Artikel am Dienstag gegen Mittag rein gar nichts zu sehen – inzwischen gibt es dort aber einige hübsche Beine und Schuhe zu betrachten! Angeführt wird das junge Unternehmen von Nikolaus Meyden, der über mehrere Jahre Erfahrung im Modesegment verfügt, und Jens Peter Peuckert, der zuletzt beim Möbelhersteller Vitra wirkte. Bei Xing outet er sich derzeit als CMO und Co-Founder eines Unternehmens aus der Mode/Bekleidungsindustrie. Bei diesem dezenten Hinweis und dem beruflichen Hintergrund der beiden Geschäftsführer liegt es sehr nahe, dass der ChicChickClub tatsächlich ein Klub für modebegeisterte junge Frauen wird. Und es liegt sehr nahe, dass der ChicChickClub seine Waren im Abo, einem der Trendthemen der vergangenen Monate, vertickt. Eine offizielle Stellungnahme von Team Europe steht noch aus.

Glossybox kopiert Shoedazzle

Spätestens seit Glossybox (www.glossybox.de) ist Abo-Commerce in Deutschland ein Riesenthema. Für zehn Euro im Monat bekommt die weibliche Zielgruppe bei Glossybox jeden Monat eine Box mit mehreren Kosmetikproben ins Haus geschickt. In den USA etablierte Birchbox (www.birchbox.com) dieses attraktive Abomodell. Die deutsche Kopie Glossybox bietet unterdessen bereits auch eine Box für Männer an und – was extrem spannend ist – die brandneue Glossybox Style (www.style.glossybox.de). Dieses Produkt ist eine lupenreine Adaption von Shoedazzle – nur halt unter der Glossybox-Marke. Wie bei Shoedazzle oder stylistpick (www.stylistpick.com) beginnt die Stilbestimmung bei Glossybox Style mit einem Test, der aus drei Fotos besteht. Damit ist Glossybox aus dem Hause Rocket Internet nun eine Mischung aus zwei US-Start-ups. Vorteil: Glossybox verfügt schon über eine Kundendatei.

Der ChicChickClub muss hingegen bei Null anfangen. Bei der Produktauswahl ist denkbar, dass der ChicChickClub ähnlich wie Glossybox und Shoedazzle sich auf die Themen Schuhen, Taschen und Schmuck stürzt. Beim Preis muss sich der ChicChickClub an Glossybox orientieren, dort kostet die Stylebox 39,90 Euro im Monat. Teurer sollte der ChicChickClub nicht sein. Noch einmal zum Konzept des modischen Aboshops: Auf der Website finden die Nutzerinnen bei Glossybox Style jeden Monat drei sogennate Stylecards. “Pro Stylecard, bestehend aus Schuhen, Taschen und den passenden Accessoires, kannst Du Dir ein Teil für nur EUR 39,90 im Monat aussuchen”, teilt das Unternehmen mit.

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Der lukrative Haken für die Nutzerinnen bei der Sache: “Du bist nicht verpflichtet, jeden Monat etwas zu kaufen. Wenn Du bis zum 5. des Monats auf den ‘Monat überspringen’ Button klickst, berechnen wir Dir den Monat selbstverständlich nicht.” Dies werden sicherlich viele vergessen, die das Konzept zum ersten Mal ausprobieren. Auch wenn der ChicChickClub somit nicht Pionier mit dem modischen Abokonzept im Markt ist, haben die Berliner noch alle Chancen, den Markt ordentlich aufzurollen. Zumal die stattlich finanzierten Angebote Shoedazzle und stylistpick bisher keine Ambitionen haben, den deutschen Markt zu erobern. Und Mitbewerber Glossybox betreibt und vertreibt das Konzept neben dem bisher bekannten Produkt – was immer schwierig ist. Klar ist zumindest, was die ChicChickClub-Crew unternehmen muss, um die Zielgruppe zu erreichen: Das Produkt muss in die Mode- und Lifestyleblogs der Republik. Dort sind die modischen Chicks zu Hause.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.