Pizza.de gegen Lieferheld! Streitpunkt: Onlinebezahlung

Wir sehen uns vor Gericht: Der umtriebige Bestellvermittler Lieferheld (www.lieferheld.de) liegt mal wieder im Clinch mit Marktführer Pizza.de (www.pizza.de). Bereits in der Vergangenheit hatten sich die Wettbewerber miteinander gestritten – siehe “Alles nur […]
Pizza.de gegen Lieferheld! Streitpunkt: Onlinebezahlung

Wir sehen uns vor Gericht: Der umtriebige Bestellvermittler Lieferheld (www.lieferheld.de) liegt mal wieder im Clinch mit Marktführer Pizza.de (www.pizza.de). Bereits in der Vergangenheit hatten sich die Wettbewerber miteinander gestritten – siehe “Alles nur geklaut? Der harte Wettkampf der Lieferdienste“. Diesmal geht es aber nicht um (angeblich) übernommene Speisekarten oder gemopste Logos, es geht um ein zentrales Element von Lieferheld, die Abwicklung von Onlinezahlungen. Genauer um die Abwicklung von Onlinezahlungen ohne Bafin-Lizenz. Die erste Runde in diesem Streit, der auch andere Start-ups in Bedrängnis bringen könnte, geht dabei an Pizza.de.

“Darum sind wir gezwungen bei einem großen Teil unserer Lieferservices, das Online Bezahlen abzuschalten. Der Grund ist ein gerichtlicher Beschluss, eingeleitet durch eine einstweilige Verfügung vom Landgericht Köln”, heißt es im Blog von Lieferheld (siehe Screenshot). Nach dem Beschluss geht das Start-up nun in die Vollen und bereitet die Sache PR-trächtig in der eigenen Community aus. Auch in seinem persönlichen Blog nimmt Fabian Siegel, Geschäftsführer von Lieferheld in der Sache Stellung: “Instead of competing with us to build a better product for our customers, the incumbent players that have been around for 6 -9 years in that space, are becoming quite litigious. Always singling something out, where we innovate, do things differently or bring real customer value (today, the topic is Online Payment – an area that I know a bit). I actually cannot count the amounts of legal proceedings – so far all invalid – that have been raised against Lieferheld.”

Bafin-Lizenz für alle?

Der Kampf von Pizza.de gegen die Abwicklung von Online-Zahlungen bei Lieferheld könnte erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Internetszene haben. Wenn sich der Stand der Dinge nicht ändert, sind Betreiber von Marktplätze und im Grunde alle, die Geld für andere eintreiben, gut beraten, sich um eine Bafin-Lizenz zu bemühen. Ein Problem, dass in der Szene zwar durchaus bekannt ist, aber bisher nicht angegangen werden musste – zumal die Bafin selbst schon einmal erklärt hat, dass sie nicht jeden Service beaufsichtigen wollen, der Zahlungen im Auftrag anderer abwickelt. Man darf gespannt sein, wie die Sache weitergeht und wie die genaue Urteilsbegründung lautet. Lieferheld ist zumindest schon in Berufung gegangen.

Im Fokus: Weitere Artikel zum Wettstreit der Lieferdienste in unserem Special Lieferdienste

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Thorsten

    Mann kann auch einfach mit einen der zahlreichen Paymentdiensten zusammen arbeiten. Einige bieten auch einen Fullservice an. Dann braucht man das nicht selber abzuwickeln. Wäre mir auch zu mühselig. Alleine schon die Speicherung der Kreditkarten etc. ist schon sehr problematisch, wenn die das selber machen.

    Dennoch ist der “Schachzug” von Pizza.de vielleicht nicht gut gewählt und könnte nach hinten los gehen.



  2. Patrick

    Lieferheld ist doch schon seit Herbst 2010 in Gange… Warum wurde da nicht schon der Antrag bei der Bafin gestellt?



  3. Louis

    Weil es erst jetzt jemandem eingefallen ist? Wahrscheinlich hat man eine Kanzlei beauftragt juristische Angriffsmöglichkeiten gegen die Konkurrenz zu finden.



  4. Robespierre

    An Lächerlichkeit kaum zu überbieten.
    Wenn produktseitig nichts mehr einfällt, versucht man so die innovative Konkurrenz platt zu machen.

    Zeigt ganz klar, dass Pizza.de aus den letzten Löchern pfeift.
    Der Schuss geht voll nach hinten los.



  5. Arne

    Was ist das denn für ein Rumgeheule auf dem Blog von Lieferheld, hört sich ein wenig pubertär an…

  6. Wir haben das Thema gerade mit Blick auf die BaFin nochmal etwas im Detail beleuchtet:
    http://www.gruenderszene.de/news/lieferheld-bafin

  7. Pizza.de hat wahrscheinlich Angst noch mehr Marktanteile zu verlieren… und möchten mit der Aktion etwas Zeit gewinnen – um Ihr eigenes Produkt attraktiver zu machen. In meinen Augen geht die Aktion nach hinten los – ich bestelle meine Pizza immer noch über pizza.de – aber die Aktion finde echt sch…..e :-(



  8. husqva

    Das kommt davon wenn man wie der Siegel im die Fresse ein ticken zu weit aufreisst.



  9. Marko

    Ist ja eine tolle Hetzkampagne die zurzeit von Lieferheld auf seiner Facebooksite inszeniert wird. Ganz bemerkenswert finde ich mit welcher Selbstverständlichkeit Lieferheld die eigene Kundschaft und Fans für eigene Interessen missbraucht – ist meiner Ansicht nach eher erbärmlich als heldenhaft.



  10. Matze

    Die Online-Payments waren für mich bisher der einzige echte Mehrwert der Konkurrenz gegenüber pizza.de. Mir ist auch schleierhaft, weshalb die das nicht schon selber hinbekommen haben.



  11. wigger

    peinlich, eigene versäumnisse auf andere zu schieben. ist eigentlich kleine leute gerede und zeugt nicht von klasse. wenn man etwas grösser wird muss man sich auch immer mehr an vorgaben halten, mit emailspam/Nachfragen etc. usw. muss man dann z.B. auch immer vorsichtiger umgehen.

  12. “Ask for permission NOT for forgiveness” ist gelegentlich auch angebracht. Für uns ein klares Versäumnis von Lieferheld sich hier im Vorfeld sauber über die Rechtsgrundlage zu informieren. Die Regulierung von Finanzdienstleistungen durch die BaFin in Deutschland ist richtig und angebracht. Nun auf Seiten von Lieferheld Weinkrämpfe zu inszenieren und mit Negativ-PR gegen Pizza.de zu schießen ist mindestens genauso unprofessionell. Kismet. Do your homework.



  13. malos

    @markus you are so right ” Lieferheld geht NIE in Vorkasse, sondern zahlt immer erst irgendwann den Lieferant, wenn das Geld vom Endkunde eingetroffen ist. Bei einer Pleite von Lieferheld würde der Pizzabäcker in die Röhre schauen.!”



  14. Petra Panther

    Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen.

    Lieferheld ist im Prinzip nichts anderes ein Payment Provider, wo man zusätzlich noch Essen bestellen kann…

    So sollte man das eher sehen.

    Dann versteht man auch, warum das Gericht so entschieden hat.

  15. Find’s auch ein wenig Banane Lieferheld jetzt als den innovativen Player dazustellen und Pizza.de als “altmodisch”. Was ist denn an Lieferheld bitte so super “innovativ”? Man kann vorher bzw anders zahlen und ein wenig bunteres Marketing – ganz toll. Trotzdem nur ein VC-Ballon, ohne echte Seele.



  16. Petra Panther

    siehe auch promozebra. die scheinen gelder eingesammelt zu haben, also als zahlungsdienstleister fungiert zu haben, aber nicht die partner bezahlt zu haben.

    und die kunden können scheinbar nicht die gutscheine einlösen

  17. Pingback: Die Auswirkungen des Lieferheld-Urteils – Gastbeitrag von Steffen Bunnenberg :: deutsche-startups.de

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  20. html5

    es gibt so einige antworten, die nach dem mitarbeiterstamm von liefermuschi klingen.

    fakt ist: zum schutze des kunden und seine´m bargeldlose fluss und zum schutze des dienstleistungserbringer ist es absolut richtig, diesem ballon einhalt zu gewähren.

    ist nicht einer der schlauen GF von click and buy??? na das ist ja mal peinlich.

    Fazit: es wird nicht lange dauern, dann wird einer dieser möchtegern player (lieferheld oder lieferando) den anderen fressen. und dann, worauf ich mich echt freue … dann geht der reelle wettbewerb los. leude: 110 peoples müssen bezahlt werden :)

    es gubt einige geilere portale, als diese abklatsch…sch…

    aus meiner sicht: ich lasse mich doch nicht beklauen und schaue tatenlos zu, wie ein paar hinter den ohren grünlinge mit etwas zuviel kohle den markt versauen.

    pizza.de rischtisch gemacht.

    appell an die knetegeber von euch: von den 6 mille sind sicherlich ein paar hundertausend oder sogar eine mille nicht ins projekt geflossen. mal lieber eine betriebsprüfung anleiern ;)

    die geldgeber tun mir echt leid, denn die gesamte konkurrenz ausser pizza.de auszublenden … hmmm … und alle lassen sich nicht aufkaufen :))))

    bevor ich meine finger wund kloppe, so wichtig ist das thema auch nicht.



  21. hotte

    schade ist bei eurer konkurrenz gruenderszene, dass da tatsache kommentare gelöscht werden. wie seriös ist dass denn? immer nur die beiträge zulassen, die einem gefallen – oder was???????????? peinlich

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  24. Es ist schon reichlich seltsam was da abläuft. Anstatt sich 100%ig auf die eignene Gründung zu konzentrieren und diese vorwärts zu bringen, versucht man mit juristischen Mitteln anderen das Wasser abzugraben.

  25. Pingback: Fundstück: Online-Zahlungen bei Lieferheld :: deutsche-startups.de

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