#Hintergrund So schaffte N26 den Sprung zum Unicorn

Seit 2013 arbeiten Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal daran, mit N26 die Bankenwelt zu verändern. Eigentlich wollte das Duo ursprünglich eine Prepaidkarten-Lösung für Jugendliche aufbauen. Aus dem Konzept wurde dann N26, ein kostenloses Girokonto. Daraus wurde dann N26, die Bank.
So schaffte N26 den Sprung zum Unicorn

Seit dem Start im Jahre 2013 sammelte das Berliner FinTech N26 nun schon über 500 Millionen US-Dollar Risikokapital ein. Zu den Investoren des jungen Unternehmen gehören Geldgeber wie Insight Venture Partners, GIC, ein Investmentfonds des Staates Singapur, Tencent, Allianz X, Valar Ventures, Horizons Ventures, Earlybird Venture Capital, Redalpine Ventures und Greyhound Capital. Die Bewertung von N26 liegt nach der aktuellen Finanzierungsrunde nun bei 2,7 Milliarden Dollar. Damit ist N26 nun ein seltenes, deutsches Unicorn. Zum Vergleich ein Blick in die Bankenwelt: Die Marktkapitalisierung der Deutschen Bank liegt derzeit bei 14,9 Milliarden Euro.

Ursprung

Ursprünglich wollten Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal, die Köpfe hinter N26, mit papayer, einer Prepaidkarten-Lösung für Jugendliche, durchstarten. Mit dieser Idee enterte das Duo die erste Klasse des Axel Springer Plug and Play Accelerators. So verkauften die Gründer ihr Konzept einst: “Sicheres Bezahlen für Jugendliche mit Kontrollfunktionen für die Eltern – eine Paymentkarte für Jugendliche, die Eltern online oder per Smartphone-App in Echtzeit steuern können”. Im Zug der Teilname an Plug and Play – damals im Jahren 2013 – zog das Startup von Wien nach Berlin.

Startschuss

Im Januar 2015 ging N26 – damals hieß das Produkt noch Number26 – an den Start. Damals bezeichnete Gründer Stalf das Smartphone als “die Bankfiliale der Zukunft”. Das Konzept zum Start: Number26 bietet – in Kooperation mit Wirecard – ein Girokonto inklusive MasterCard an – kostenlos. “Wir verrechnen dem Kunden keine Gebühren. Wenn die Kunden ihre Karte einsetzen, verdienen wir. Dann zahlt der Händler eine kleine Gebühr, von der wir einen Teil abbekommen. Zusätzlich verdienen wir wie eine traditionelle Bank an den Geldern die unsere Kunden auf ihren Konten liegen haben”, sagte Stalf bereits 2014 zum Geschäftsmodell von Number26. 2015 führte das Startup dann eine weitere Monetarierungsstufe ein, einen “flexiblen Dispositionskredit”. Zudem verlangte das Start-up kurze Zeit später Gebühren für Bareinzahlungen. 2016 ergatterte N26 eine eigene Banklizenz. Zeitgleich erfolgte die Umbenennung in N26. 700 Mitarbeiter arbeiten derzeit für die Jungfirma.

Investoren

Im Sommer 2014 investierten Earlybird, Redalpine und Valar Ventures 2 Millionen Euro in das junge Unternehmen, dass sich da schon von der Idee einer Prepaidkarten-Lösung für Jugendliche zu etablieren, verabschiedet hatte. Zuvor hatte unter anderem Business Angels Stefan Klestil das Startup finanziell unterstützt. 2015 investiert schließlich Startup-Ikone Peter Thiel in Number26. Insgesamt flossen damals 10 Millionen Euro in die FinTech-Firma. Im März pumpten Tencent und Allianz 160 Millionen Dollar in N26. Nicht einmal ein Jahr später folgte eine Finanzierungsrunde in Höhe von 300 Millionen Dollar.

Kunden

Nach eigenen Angaben verfügt N26 derzeit über “2,3 Millionen Kunden in 24 europäischen Märkten” Die “Kunden halten derzeit über 1 Milliarde Euro auf N26-Konten”, teilt das Unternehmen weiter mit. Im März des vergangenen Jahres hatte N26 gerade einmal “mehr als 850.000 Kunden”. Derzeit ist N26 in Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowenien, der Slowakei, Spanien und dem Vereinigten Königreich unterwegs. Im laufenden Jaht will das FinTech auch in den US Markt eintreten. In den kommenden Jahren will N26 weltweit über 100 Millionen Kunden erreichen. Zuletzt hatte das Unternehmen immer verkünde, dass man bis 2020 mehr als 5 Millionen Kunden anlocken wolle.

Zahlen

Laut Jahresabschluss lag der Jahresfehlbetrag im Jahren 2016 bei rund 14,7 Millionen Euro – aktuelle Zahlen gibt es leider nicht. Im Jahr zuvor waren es knapp 4,7 Millionen Euro. Insgesamt verbrannte das Startup von 2012 bis 2016 knapp 19,6 Millionen Euro. Für das komplette Bild beim Hype-FinTech lohnt sich ein Blick auf die hundertprozentige Tochtergesellschaft N26 Bank (ausgestattet mit einer Banklizenz), die für 2016 zum ersten Mal einen Jahresabschluss vorgelegt hat. Wobei 2016 ein Rumpfgeschäftsjahr für das Unternehmen war. Die Banklizenz wurde erst im Juli erteilt. Dennoch gibt es im Jahresabschluss einige spannende Zahlen: “Die Bilanzsumme der N26 Bank GmbH lag zum Bilanzstichtag bei 151,84 Mio. Euro. Die Forderungen an Kunden lagen bei 30,43 Mio. Euro. Davon entfielen 27,65 Mio. Euro auf Kommunalkredite, welche die N26 Bank GmbH im Rahmen der Anlagepolitik ihres Einlagenüberschusses gewährt hat und 2,78 Mio. Euro auf die zum Bilanzstichtag von den Kunden in Anspruch genommenen Dispositionskredite. Das durchschnittliche Dispositionskreditvolumen je Kunde lag bei 878 Euro”.

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Foto (oben): N26

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.