#Interview “Manchmal passt es einfach!”: Vom Start zum Exit in gerade einmal sechs Monaten

Gerade mal sechs Monate nach dem offiziellen Start verkauften die Steuerbot-Macher ihr Startup an smartsteuer. "Gemeinsam haben wir jetzt sehr viel mehr Power zu skalieren! Auch das Team bleibt in Stuttgart und wird sich dort weiter vergrößern", sagt Mitgründer Schöllig.
“Manchmal passt es einfach!”: Vom Start zum Exit in gerade einmal sechs Monaten

Im März dieses Jahres traten Jochen Schöllig, Waldemar Wunder und Marc Neumann mit Steuerbot an, um Menschen bei ihrer Steuererklärung zu helfen. Bereits im September übernahm smartsteuer, ein Anbieter für Online-Steuererklärungen, das Startup dann. Im Interview mit deutsche-startups.de erklärt Mitgründer Schöllig den schnellen Exit.

Wenige Monate nach dem Start wanderte Steuerbot gerade unter das Dach von smartsteuer, das zur Haufe Group gehört. Warum dieser schnelle Exit?
Manchmal passt es einfach! Nach dem erfolgreichen Produktstart von Steuerbot im März, haben wir verschiedene Wege für das Unternehmen in Betracht gezogen. Der Kontakt zu smartsteuer kam dann zur richtigen Zeit. Haufe und smartsteuer haben uns gemeinsam davon überzeugt, dass sie die perfekten Partner für uns sind, damit wir unser Wachstum fortsetzen und die besten Lösungen für alle Steuerzahler entwickeln können.

Wie geht es nun weiter mit Steuerbot?
Innerhalb der Haufe Group bleibt Steuerbot komplett eigenständig. Unsere Ideen und Visionen zu Steuerbot ergänzen das bisherige Portfolio aus Desktop-Software – Taxman, QuickSteuer – und online Lösungen – smartsteuer – optimal und schaffen noch mehr Vertrauen. Gemeinsam haben wir jetzt sehr viel mehr Power zu skalieren! Auch das Team bleibt in Stuttgart und wird sich dort weiter vergrößern. Wir sind immer auf der Suche nach besonderen Talenten!

Im TaxTech-Segment ist gerade viel los. Wie bewertet ihr den Hype um das Thema?
Es ist schon sehr interessant, dass absolut unabhängig voneinander ziemlich zeitgleich ganz neue Ideen zum Thema Steuern entstanden sind. Ganz genau können wir es uns nicht erklären, aber wir glauben, dass es drei ausschlaggebende Faktoren gab.

Welche denn?
Erstens: Neue Technologien wie Chatbots, KI, Cloud und neue Datenbankmodelle ermöglichen ein neue Art des Entwickelns. Zweitens: Die etablierten Anbieter – WISO, Lohnsteuer Kompakt, etc. – haben in den letzten Jahren wenig Innovatives gezeigt. Das spornt Gründer wie uns natürlich enorm an. Drittens: Die mobile Nutzung hat in den letzten zwei Jahren noch einmal einen riesigen Sprung gemacht. Jetzt gibt es sogar kaum noch Eltern von uns, die kein Smartphone haben und nicht Emojis bei WhatsApp verschicken. WeChat zeigt definitiv, wo der Weg hingeht. Aus diesem Grund halten wir den Hype um das TaxTech-Thema auch für berechtigt. Anders als beispielsweise Blockchain lösen wir damit schon jetzt ein konkretes Problem, das jeden betrifft.

Wo steht Steuerbot in einem Jahr?
Aktuell ist Steuerbot die am besten bewertete App in den App Stores. Diesen Platz wollen wir auf jeden Fall langfristig mit einem sehr guten Produkt verteidigen. Zusammen mit smartsteuer wollen wir noch mehr Vertrauen bei den Steuerzahlern schaffen. Da gilt es auch transparent über alle Schritte in Bezug auf Sicherheit und Datenschutz zu informieren. Unser Ziel ist es so vielen Steuerzahlern wie möglich mit der persönlichsten Steuer-App zu helfen!

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.