Gründeralltag “Ehrlicherweise gibt es keinen normalen Gründeralltag”

Wie sieht Dein ganz normaler Start-up-Arbeitsalltag aus - von früh bis spät? "Meine Tage sind sehr verschieden. Den einen Tagesablauf gibt es gar nicht. Hängt komplett davon an was anliegt", sagt Doreen Huber von Lemoncat. "Den Vormittag versuche ich immer Meeting-frei zu halten", sagt Christopher Oster von Clark.
“Ehrlicherweise gibt es keinen normalen Gründeralltag”

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Start-up-Arbeitsalltag? Ist jeder Tag gleich – oder ist kein Tag wie der andere? Wir haben fünf Gründer gefragt: Wie sieht Dein ganz normaler Start-up-Arbeitsalltag aus – von früh bis spät? Unser Dank für die ehrlichen Antworten geht an Anna Alex, Outfittery, Jan Dzulko, everphone, Doreen Huber, Lemoncat, Philipp Man, Chronext, und Christopher Oster, Clark.

Wie sieht Dein ganz normaler Start-up-Arbeitsalltag aus – von früh bis spät?

Ich habe eine eineinhalb-jährige Tochter und stehe daher immer um 6 Uhr auf. Jeden zweiten Tag gehe ich morgens zum Sport, die anderen Morgende gehören meiner Tochter. Gegen 9 Uhr bin ich im Büro und arbeite mit meinem Team am Produkt. Meine Tage sind sehr verschieden. Den einen Tagesablauf gibt es gar nicht. Hängt komplett davon an was anliegt. Ich versuche so oft wie möglich mit Kunden und unseren Caterern zu sprechen, um den Markt noch besser zu verstehen und unser Produkt besser machen zu können. Die Catering-Testessen sind mein Lieblingspunkt auf der Tagesordnung. Das machen wir immer mit dem ganzen Team. Ich habe natürlich viele E-Mails, die täglich auf mich warten aber ich versuche mich jeden Tag auf die Top-3-Sachen zu konzentrieren, die LemonCat voran bringen. Die müssen auf jeden Fall erledigt werden.
Doreen Huber, ehemals Delivery Hero und Springstar, gründete mit Lemoncat einen Catering-Vermittler.

Jeden Tag ein wenig anders, und genau das mag ich! Ich stehe gegen 6.30 Uhr auf, gehe eine Runde mit meinem Hund Prinz, frühstücke mit meinem Mann und fahre dann mit Prinz und Fahrrad ins Büro nach Kreuzberg. Der Vormittag ist dann meist recht durchgetaktet mit Meetings, sowohl extern als auch intern. Wenn es die Zeit erlaubt, gehe ich gerne mit meinen Teams essen. Ansonsten muss es auch mal der schnelle Salat am Schreibtisch sein. Am Nachmittag geht es dann mit verschiedenen Meetings und Jour Fixes weiter. Am frühen Abend blocke ich mir oft Zeit, um E-Mails zu beantworten oder mich mit meiner Mitgründerin Julia zu besprechen. Abends geht es dann oft weiter zum Dinner mit Geschäftspartnern oder Investoren.
Anna Alex gründete den millionenschweren Curated-Shopping-Dienst Outfittery.

Kinder in die Kita bringen, im Büro Kaffee machen – bin oft der erste -, E-Mails beantworten, Jour Fixe und danach beginnt das Arbeiten. Um 19 Uhr bin ich zu Hause, um mit Family und Kindern zu Abend zu essen, um 21 Uhr schlafen die Kinder und dann arbeite ich manchmal noch eine Stunde oder zwei.
Jan Dzulko, zuletzt M Cube, gründete mit everphone einen “Rumum-Sorglos-Club” für Smartphone-Besitzer.

Den Vormittag versuche ich immer Meeting-frei zu halten. So habe ich Zeit mir zuerst immer die KPIs des Vortags anzuschauen und beantworte wichtige E-Mails. Danach wird in Ruhe gearbeitet. Den Nachmittag habe ich meistens voller Meetings und manchmal abends noch eine Veranstaltung.
Christopher Oster gründete das millionenschwere InsurTech-Start-up Clark.

Ehrlicherweise gibt es keinen normalen Gründeralltag. Jeder Tag ist anders. Ich muss sehr viel reisen. Was aber alle Tage gemein haben – sie sind sehr lang.
Philipp Man gründete den millionenschweren Uhrenshop Chronext.

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.