Yelp übernimmt Qype

Jetztt wächst zusammen, was im Grunde von Anfang an zusammen gehörte: Der US-Empfehlungsdienst Yelp (www.yelp.com) übernimmt das Hamburger Start-up Qype (www.qype.de) und damit seinen ärgsten Konkurrenten in Europa. “I am excited to share […]
Yelp übernimmt Qype

Jetztt wächst zusammen, was im Grunde von Anfang an zusammen gehörte: Der US-Empfehlungsdienst Yelp (www.yelp.com) übernimmt das Hamburger Start-up Qype (www.qype.de) und damit seinen ärgsten Konkurrenten in Europa. “I am excited to share that Europe’s largest local reviews site, Qype, has agreed to be acquired by Yelp and become part of our fast growing company. Bringing Qype into the fold will enable us to accelerate our international growth and increase our benefit to consumers and businesses”, schreibt , Yelp-CEO Jeremy Stoppelman im Unternehmensblog von Yelp. Wie TechCrunch berichtet zahlt Yelp 50 Millionen US-Dollar für Qype.

Qype-Chef Ian Brotherston schreibt im Qype-Blog: “Es steht außer Frage, dass Yelp seit Jahren die weltweit führende Empfehlungsplattform ist. Sie haben eine internationale Marke und ein Produkt, das mehr als 30 Millionen Beiträge generiert hat; eine Seite, die von mehr als 78 Millionen uniquen Besuchern monatlich aufgerufen wird, um nach großartigen lokalen Unternehmen zu suchen”. Und weiter: “Die Synergie zwischen den beiden Unternehmen erweitert die Möglichkeiten für unsere User gehört zu werden, da wir Teil einer größeren und breiteren Plattform werden. Heute beginnt ein neues und aufregendes Kapitel für Qype”.

“Bieten Werbekunden 20-mal mehr Reichweite als Yelp”

Noch im Mai dieses Jahres stichelten Brotherston und sein Team in ungewohnt offener Art und Weise in einer offiziellen Presseaussendung, in der die Hanseaten sich ganz offensichtlich zu recht als “Europas größte Empfehlungsplattform” feierten, gegen den US-Dienst Yelp, der im Sommer 2010 hierzulande zum Großangriff auf Qype ansetzte – siehe “Yelp fordert Qype heraus – US-Dienst startet in Deutschland“: “Mit 860.000 bewerteten Plätzen auf dem ganzen Kontinent und 25 Millionen Unique Usern pro Monat ist Qype die ideale Plattform für kleine und mittelständische Unternehmen, um diese kostengünstig und erfolgreich zu bewerben – mit einer 20-mal so großen Reichweite wie ihr schärfster Konkurrent Yelp aus den USA.”

Weiter hieß es: “Die Qype App wurde inzwischen auf fast vier Millionen Smartphones und Tablet-PCs installiert und erreicht somit ein sechsfach größeres mobiles Publikum als es Yelp außerhalb der USA tut.” Und jetzt: Friede, Freude, Eierkuchen! “Im Namen unseres Teams freuen wir uns darüber, dass unsere beständig harte Arbeit eine entscheidende Rolle in der Festigung von Yelp’s Führungsposition in der Welt der lokalen Empfehlungen spielen wird”, schreibt Brotherston. Nach dem Start von Yelp in den wichtigsten Kernmärkten von Qype prognostizierten viele Szenebeobachter das rasche Ende der deutschen Bewertungsplattform. Es kam anders: Yelp startete furios und versank dann gefühlt in einen immer noch andauernden Winterschlaf. Auch wenn Yelp inzwischen anders als beim Start vor knapp zwei Jahren in mehreren deutschen Städten aktiv ist. Im Großen und Ganzen hatte Yelp das Nachsehen gegenüber Qype. Die Übernahme schien für Yelp die einzige Chance, diese Schmach auszumerzen.

“Wir befinden uns eindeutig auf dem Weg in die Profitabilität”

Die 2006 gestartete Bewertungsplattform Qype wurde in den vergangenen Jahren unter anderem von Vodafone Ventures, Advent Venture Partners, Partech, dw Capital und Wellington Partners unterstützt. Qype-Gründer Uhrenbacher war zuletzt noch mit 17 % am Unternehmen beteiligt. Insgesamt sammelte Qype in der letzten veröffentlichten Finanzierungsrunde Ende 2010 6,5 Millionen Euro ein. Im Herbst 2008 sammelte die Jungfirma zuvor 8 Millionen Euro ein. Insgesamt dürften über 20 Millionen Euro in Qype geflossen sein. Die letzte bekannte Bewertung des Unternehmens lag beim Einstieg von Vodafone Ventures bei rund 43 Millionen Euro. Der Jahresfehlbetrag des Start-ups lag 2010 bei fast 7 Millionen Euro. In diesem Jahr wollte Qype endlich schwarze Zahlen schreiben. “Wir befinden uns eindeutig auf dem Weg in die Profitabilität”, sagte Qype-Chef Brotherston im Mai dieses Jahres.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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