Lieferando übernimmt eat-star

Der seit Anfang des Jahres wütende Wettstreit der Lieferdienste kommt in eine neue Phase. Nach einem anfänglichen harten Kampf mit allen Bandagen folgt nun die erwartete Konsolidierungsphase. Der kleine Anbieter eat-star (www.eat-star.de) wandert […]
Lieferando übernimmt eat-star

Der seit Anfang des Jahres wütende Wettstreit der Lieferdienste kommt in eine neue Phase. Nach einem anfänglichen harten Kampf mit allen Bandagen folgt nun die erwartete Konsolidierungsphase. Der kleine Anbieter eat-star (www.eat-star.de) wandert unter das Dach von Lieferando (www.lieferando.de). Eine entsprechende Pressemitteilung wollen die Start-ups noch heute verschicken. “Mit der Akquisition von eat-star haben wir einen entscheidenden Schritt in Richtung Marktführerschaft getan”, sagt Jörg Gerbig, Gründer und Geschäftsführer von Lieferando. Im Zuge der Übernahme holt sich die Lieferando-Crew, die bisher 6 Millionen Euro Risikokapital einsammelte, nach eigenen Angaben über 500 Restaurants – vornehmlich aus dem westdeutschen Raum – als Partner ins Haus.

3.500 Lieferdienste sind momentan bei Lieferando an Bord. Mit einigen der 500 eat-star-Partnern dürfte Lieferando allerdings bereits verbunden gewesen sein. Damit die anderen eat-star-Kunden sich bei Lieferando wohl fühlen, übernimmt die Jungfirma die Vertriebsmannschaft des einstigen Konkurrenten gleich mit. eat-star wurde von Daniel Bosch, Uwe Kampschulte und Mark Beyer gegründet. Kampschulte war bereits an der Gründung von erento beteiligt, Beyer initiierte humyo.com. Wie Lieferando bündelt eat-star nicht nur Pizza-Bringdienste, sondern auch Lebensmittellieferanten. Zu guter Letzt verstärkt eat-star-Gründer und Geschäftsführer Bosch ab sofort das Management von Lieferando. “Wir freuen uns, mit lieferando.de künftig ein starkes Team zu bilden, mit dem wir auf das Ziel der Marktführerschaft hinarbeiten”, sagt Bosch zur Übernahme.

eat-star bleibt als Marke bestehen

Interessant dabei: eat-star bleibt als Marke bestehen “und auch die Online-Präsenz der Lieferdienstplattform wird weiterhin für Kunden wie Geschäftspartner erreichbar sein”. Auf den ersten Blick macht diese Zwei-Markenstrategie keinen Sinn für Lieferando. Entweder die Berliner haben langfristig noch etwas vor mit eat-star, beispielsweise die Ausrichtung auf eine spezielle Nische im Liefersegment, oder Lieferando will die bisherigen Kunden von eat-star, also die Lieferdienste, nicht mit einem Wechsel verschrecken. Gleichzeitig bietet sich für die Lieferando-Crew mit zwei Marken die Möglichkeit, den Markt für Konkurrenten weiter ein wenig abzuschotten. Lieferando wurde 2009 von Christoph Gerber, Jörg Gerbig und Kai Hansen gegründet. Zur Seite stand dem Trio Rheingau Ventures. Der Inkubator wurde von den Ex-sportme-Machern Tobias Johann, Philipp Hartmann und Kai Hansen ins Leben gerufen.

Vor der letzten Finanzerungsrunde hielt Moraún Investment 18 % der Lieferando-Anteile, DuMont Venture war mit 14 % an Bord und auf Mountain Super Angel entfielen knapp 13 %. Bei eat-star war unter anderem der Webhoster intergenia an Bord. Während aber die Mitbewerber in Form von Lieferando und Lieferheld.de (www.lieferheld.de) in den vergangenen Monaten stattliche Finanzierungsrunden verkünden konnten, ging eat-star leer aus. An der Spitze mitzumischen und vor allem Überkonkurrent Pizza.de (www.pizza.de) einzuholen, war damit für eat-star nicht mehr möglich. Unter dem Dach von Lieferando kann der kleine Lieferdienstvermittler, der in der Vergangenheit sogar TV-Werbung schaltete, nun weiterleben.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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