Trendthema Lebensmittel: froodies sammelt Kapital ein

Der 2009 gestartete Lebensmittelshop froodies (www.froodies.de) sammelt erneut Kapital ein. Bei der zweiten Finanzierungsrunde zücken neben dem Erstinvestor Sirius Venture auch der High-Tech Gründerfonds und mehrere Business Angels ihre Geldbörse. Die Höhe der […]

Der 2009 gestartete Lebensmittelshop froodies (www.froodies.de) sammelt erneut Kapital ein. Bei der zweiten Finanzierungsrunde zücken neben dem Erstinvestor Sirius Venture auch der High-Tech Gründerfonds und mehrere Business Angels ihre Geldbörse. Die Höhe der Finanzspritze ist nicht bekannt. Sirius Venture stattete froodies bereits im vergangenen Jahr mit einer sechsstelligen Summe aus, deswegen könnte diese zweite Finanzierungsrunde siebenstellig gewesen sein. Das frische Kapital soll in das “strategische Wachstum und die bundesweite Expansion” fließen. Das Start-up will unter anderem in “zahlreichen Städten” die persönliche Belieferung von Kunden durch einen eigenen Lieferservice noch am Tag der Bestellung ermöglichen.

“Wir glauben, dass die Firma froodies mit ihrem dezentralen Lieferansatz und ihrem hochqualitativen Vollsortiment eine hervorragende Basis hat, das in Deutschland noch weitestgehend brachliegende Potenzial dieses spannenden Marktes zu erschließen”, sagt Andreas Quauke vom High-Tech Gründerfonds. “Die Einfachheit, die Benutzerfreundlichkeit und die Integration der Prozesskette des froodies-Shops haben uns überzeugt und stellen die Erfolgsfaktoren für dieses Geschäftsmodell dar.” Momentan liefert froodies in Dortmund und Wuppertal mit eigenen Fahrzeugen aus. Das Start-up kooperiert dabei vor Ort mit lokalen Lebensmittelhändlern. “Diesen bieten wir mit unserem Online-Shop ein optimales Tool und einen komplett neuen Absatzkanal. Im Gegenzug können wir auf ein vorhandenes und täglich gepflegtes Sortiment zurückgreifen”, sagte froodies-Gründer Lutz Preußners im vergangenen Jahr im Interview mit deutsche-startups.de.

Tengelmann schnappt sich Otto Gourmet

Das Trendthema “Lebensmittel übers Netz verkaufen” wird in diesem Jahr sicherlich weiter für Schlagzeilen sorgen: Erst vor wenigen Tagen verkündete der umtriebige Handelskonzern Tengelmann seinen Einstieg bei Otto Gourmet (www.otto-gourmet.de), einem Versandhändler für hochwertige Fleisch- und Seafoodprodukte aus aller Welt. Die Produktplatte des Shops reicht von Kalbscarree über Riesengarnelenschwänze bis zu Maldon Sea Salt Flakes aus England. Otto Gourmet wurde 2004 von den Brüdern Stephan, Wolfgang und Michael Otto gegründet. Das hochwertige Angebot richtet sich an Spitzenköche und Privatpersonen. Gut 50 % Prozent des nicht näher genannten Umsatzes erzielt Otto Gourmet durch die Belieferung von Gastronomen. Wie Gründerszene berichtet, soll sich auch Tengelmann Gerüchten zufolge für Froodies interessiert haben: “Doch da Froodies einen nicht unerheblichen Teil seiner Ware über Edeka vertreibt, könnte es hier zu einem Interessenkonflikt gekommen sein.”

Dass der Handel mit exklusiven Lebensmitteln im Netz funktioniert, zeigt Gourmondo (www.gourmondo.de) seit einigen Jahren. “Weine und Delikatessen zu köstlichen Preisen” verspricht der noch junge Online-Shop Chefgourmet (www.chefgourmet.de). Zu guter Letzt buhlt der Web-Lebensmittelshop Genusshandwerker (www.genusshandwerker.de) um zahlungskräftige Nutzer. Neben diesen Spezialversendern versorgt der Lieferladen (www.lieferladen.de) neuerdings Stuttgart und Umgebung mit frischen und vor allem regionalen Lebensmitteln. Jetzt wartet die Branche gespannt auf den ersten großen Online-Wurf von einer der bekannten Filialketten. Bis dahin kann froodies seine Position im Segment Lebensmittel des täglichen Bedarfs weiter ausbauen.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.