#Zahlencheck Movinga steigert Rohergebnis massiv – Verlust sinkt um 58,2 % auf 12,9 Millionen

2016 war ein hartes Jahr für Movinga. Im Jahresschluss für 2017 kann nun jeder nachlesen, wie neue Movinga-Team rund um Finn Hänsel bei Movinga das Ruder rumgerissen hat. Die Hauptstädter konnten den Jahresfehlbetrag von 30,6 Millionen auf 12,9 Millionen reduzieren.
Movinga steigert Rohergebnis massiv – Verlust sinkt um 58,2 % auf 12,9 Millionen

Vor drei Jahren stand das gehypte Berliner Startup Movinga vor dem Aus. Wie schwer diese Krise tatsächlich war, haben wir bereits berichtet – siehe “Bilanzverlust: 36,9 Millionen. Der Weg aus dieser millionenschweren Krise war hart, richtig hart“. Die ganz kurze Zusammenfassung: 2016 stand in den Büchern des Unternehmens ein Bilanzverlust in Höhe von 36,9 Millionen Euro. Die kleine Kapitalgesellschaft wies dabei einen nicht gedeckten Fehlbetrag in Höhe von 11,1 Millionen Euro auf. Die Verbindlichkeiten betrugen knapp 16 Millionen Euro.

Im Jahresschluss für 2017 kann nun jeder nachlesen, wie neue Movinga-Team rund um Finn Hänsel bei Movinga das Ruder rumgerissen hat. Die Hauptstädter konnten den Jahresfehlbetrag innerhalb von 12 Monaten von 30,6 Millionen auf 12,9 Millionen reduzieren, als um 58,2 %. Das Rohergebnis stieg von -816.983 auf 5,4 Millionen. “Das Geschäftsjahr ist aus Sicht der Geschäftsführung positiv verlaufen. Der Rohertrag konnte deutlich gesteigert und der Verlust deutlich reduziert werden. Movinga sieht sich nach erfolgreicher Konsolidierung und Abschluss einer mehrstufigen Finanzierungsrunde im Oktober 2017 gut für die Zukunft vorbereitet”, teilt das Unternehmen mit.

Vor allem bei den Personalkosten sparte das Startup knallhart. “Die Personalkosten konnten in Folge von Umstrukturierungs- und Rationalisierungsmaßnahmen von TEUR 12.728 um rund ein Drittel auf TEUR 8.827 gesenkt werden”, heißt es im Jahresschluss. Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer beträgt vor zwei Jahren 202 Personen. Im Vorjahr waren durchschnittliche noch 353 Arbeitnehmer bei Movinga beschäftigt.

Aber auch beim Marketing und bei den Verkaufsprovisionen sparte das Startup 2017 massiv: “Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten durch Optimierung im Marketing und die Nutzung weiterer Einsparpotentiale von TEUR 16.832 auf TEUR 8.930 nahezu halbiert werden. Die größten enthaltenen Positionen sind Werbekosten (TEUR 2.030) und Verkaufsprovisionen an Lead Provider (TEUR 1.917). Die Sonstigen Kosten, u.a. Rechts- und Beratungskosten, weitere Fremdleistungen, Softwaregebühren belaufen sich auf TEUR 4.983”.

Am Ende des Jahres 2017 stand dann nur noch ein nicht gedeckter Fehlbetrag in Höhe von 804.648 Euro in den Büchern von Movinga. Im Vorjahr waren es noch 11,1 Millionen. Bis Ende 2017 waren da aber auch schon 47,8 Millionen in Movinga geflossen. Der Bilanzverlust des Unternehmen liegt deswegen auch schon bei üppigen 49,7 Millionen. Dank weiterer Kapitalspritzen muss man sich aber inzwischen keine Sorgen mehr um Movinga machen. Zumal der Wettbewerber Move24 sich unterdessen selbst ins Aus geschossen hat.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2017
* Das Geschäftsjahr ist aus Sicht der Geschäftsführung positiv verlaufen. Der Rohertrag konnte deutlich gesteigert und der Verlust deutlich reduziert werden. Movinga sieht sich nach erfolgreicher Konsolidierung und Abschluss einer mehrstufigen Finanzierungsrunde im Oktober 2017 gut für die Zukunft vorbereitet.
* Die Bilanzsumme hat sich zum 31. Dezember 2017 gegenüber dem Vorjahr von TEUR 17.474 auf TEUR 5.274 reduziert.
* Aus der bilanziellen Betrachtung ergibt sich zum 31.12.2017 ein negatives Eigenkapital (“Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag”) von TEUR 805. Weitere Kapitalmaßnahmen wurden plangemäß Anfang 2018 durchgeführt.
* Die Personalkosten konnten in Folge von Umstrukturierungs- und Rationalisierungsmaßnahmen von TEUR 12.728 um rund ein Drittel auf TEUR 8.827 gesenkt werden.
* Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten durch Optimierung im Marketing und die Nutzung weiterer Einsparpotentiale von TEUR 16.832 auf TEUR 8.930 nahezu halbiert werden. Die größten enthaltenen Positionen sind Werbekosten (TEUR 2.030) und Verkaufsprovisionen an Lead Provider (TEUR 1.917). Die Sonstigen Kosten, u.a. Rechts- und Beratungskosten, weitere Fremdleistungen, Softwaregebühren belaufen sich auf TEUR 4.983.
* Die Gesellschaft plant für das Geschäftsjahr 2018 ein deutliches Umsatzwachstum und eine weitere deutliche Verbesserung des Ergebnisses. Dies soll einerseits durch Wachstum in den bestehenden Märkten, andererseits durch Öffnung weiterer Märkte erreicht werden. Darüber hinaus möchte Movinga sein Angebot erweitern bzw. in speziellen Bereichen ausbauen (u.a. On-Demand Umzüge, Umzüge für Mitarbeiter im öffentlicher Bereich, Mitarbeiterumzüge für Firmen). Im technischen Bereich sind zahlreiche Weiterentwicklungen geplant (u.a. Abrechnungssystem für Partner, On-Demand Umzüge, automatisierte Auftragsvergabe), die wesentlich zur Effizienzverbesserung beitragen. Darüber hinaus werden auch Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Marktteilnehmern, bis hin zu Übernahmen, geprüft.

Movinga im Zahlencheck

2017: 5,4 Millionen Euro (Rohergebnis); 12,9 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2016: -816.983 Euro (Rohergebnis); 30,6 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2015: 6,1 Millionen Euro (Bilanzverlust)

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Foto (oben): Movinga

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.