#Interview “In unseren Augen ist das Ruhrgebiet die größte Stadt Europas”

2017 gründeten Dominik Halm, Christopher Maiwald und Christian Fleischmann Ruhrsource. Mit ihrer Software CUR3D macht das Startup den 3D-Druck so einfach, wie das Drucken auf einem weißen Blatt Papier. Aktuell arbeiten fünf Mitarbeiter für das junge Unternehmen.
“In unseren Augen ist das Ruhrgebiet die größte Stadt Europas”

Wenn es um den 3D-Druck geht, kommt man im Ruhrgebiet nicht mehr an Ruhrsource vorbei. 2017 gründeten Dominik Halm, Christian Fleischmann und Christopher Maiwald das Unternehmen in Bochum-Wattenscheid. Im selben Jahr gewinnt das 3D-Druck-Software- und Consulting-Startup den ersten Platz bei den Senkrechtstartern, dem Bochumer Gründungswettbewerb. Welche Rolle das Ruhrgebiet und im Besonderen Bochum als Standort für Gründer Halm spielt, erzählt er in unserem Ruhr-Interview.

Reden wir über das Ruhrgebiet. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für das Ruhrgebiet als Startup-Standort?
Wir haben uns ganz bewusst für das Ruhrgebiet entschieden. In unseren Augen ist das Ruhrgebiet die größte Stadt Europas. Die Infrastruktur und die Unidichte sind nirgendwo höher. Vor allem ist das Ruhrgebiet aber ein guter Standort, wenn es um das B2B Geschäft geht. Die Kunden sitzen in der Nähe.

Was genau macht den Reiz der Startup-Szene in Bochum aus?
Bochum hat wohl die beste Wirtschaftsförderung Deutschlands. Und das sage ich nicht nur, weil wir den Senkrechtstarter gewonnen haben, sondern die Hilfe, die wir von Seiten der Stadt erhalten haben, ist einfach Gold wert. Egal ob es um Kontakte, Kunden, Berater oder einfach mal um Räumlichkeiten in der Gründungsphase geht. Wenn Die WiFö an dein Startup glaubt, dann steht ein grandioses und hilfsbereites Team zur Seite.

Was ist in Bochum einfacher als im Rest der Republik?
Auf jeden Fall kurze Wege. Gerade in Bochum ist man mit dem Auto innerhalb von 20 Minuten an jedem beliebigen Ort in Bochum. Auch ist das Netzwerk unter den Firmen sehr stark, was sicherlich auch dem VfL zu verdanken ist. Egal auf welcher Netzwerkveranstaltung ich jemanden kennen lerne: Beim VfL in der VIP Lounge oder den VfL Business Veranstaltungen sieht man sich wieder.

Was fehlt in Bochum noch?
Unterstützung bei der Mitarbeiterausbildung- und suche, dies ist natürlich weniger ein Thema der Stadt, aber als Startup hat man das Problem, nicht einfach und schnell die richtigen Mitarbeiter zu finden. Mann kann ja mittlerweile ein Jahresgehalt ausgeben, um einen guten Mitarbeiter zu finden, das ist aber keine Option für Startups. Das Verbinden von etablierten Unternehmen und Startups funktioniert schon sehr gut. Jetzt müsste noch eine Lösung für das Finden von neuen Mitarbeitern her.

Zum Schluss hast Du hast drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Ruhrgebiet?
Erstens ganz klar eine 18-spurige A40 ! Ich würde mich auch mit 12 Spuren zufrieden geben. Dann günstigere Räumlichkeiten! Wir hatten zwar das Glück für die ersten Jahre sehr günstige Büros zu erhalten. Aber ab einer gewissen Größe ist es schwer Büros unter 10€/m² mit einer vernünftigen Ausstattung zu finden und zuletzt mehr internationale Veranstaltungen. Das Netzwerken in der Region klappt schon super, aber das Netzwerk im internationalen Bereich kann man nur auf Messen oder im Ausland selber erweitern. Da wären große internationale Netzwerk Veranstaltungen gut.

Der digitale Pott kocht – #Ruhrgebiet


Mit hunderten Startups, zahlreichen Gründerzentren und -initativen, diversen Investoren sowie dutzenden Startup-Events bietet das Ruhrgebiet ein spannendes Ökosystem für Gründer. ds, die Gründerallianz Ruhr und der ruhr:HUB berichten gemeinsam über die Digitalaktivitäten im Revier.

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Foto (oben): Ruhrsource

Sümeyye Algan, Redakteurin bei deutsche-startups.de, mit Blick aufs Ruhrgebiet, seine Geschichten und Persönlichkeiten. Nach zwei Praktika bei der WELT in Berlin und dem WDR in Essen, arbeitete sie u.a. für den WDR und als freie Autorin für Informer Online.