#Zahlencheck Umsatz von Stylight geht um 13,9 % zurück – Ziel waren 20 % Wachstum – Gewinn steigt aber

Nach mehreren Jahren Wachstum schrumpft der Umsatz von Stylight erstmals. Das Ziel waren eigentlich 20 % Wachstum. Von zahlreichen Mitarbeitern "in den kreativen Bereichen" trennte sich das Unternehmen, auch das Büro in Großbritannien wurde geschlossen.
Umsatz von Stylight geht um 13,9 % zurück – Ziel waren 20 % Wachstum – Gewinn steigt aber

Die Erfolgsgeschichte von Stylight ging zuletzt leider nicht weiter. Der Umsatz der modischen Münchner Plattform, die seit 2016 zu ProSiebenSat.1 gehört (Stylight: Mit super Zahlen zum gefeierten Millionenexit), ging 2017 um 13,9 % zurück. Das Ziel waren eigentlich 20 % Wachstum. “Der Geschäftsverlauf von Stylight im Geschäftsjahr 2017 war von einer starken Konsolidierung geprägt”, ist im Jahresabschluss, der gerade veröffentlicht wurde, zu lesen. Die Bajuwaren verweisen dabei auf eine “Reorganisation” und eine “Fokussierung auf das Kerngeschäft”.

Im Jahresabschluss heißt es dazu: “Unsere Organisationsstruktur ist heute durch eine engere Zusammenführung der Marketingaktivitäten sowie durch eine klarere Trennung zwischen Sales und Partner Management gekennzeichnet”. Von zahlreichen Mitarbeitern “in den kreativen Bereichen” trennte sich das Unternehmen, auch das Büro in Großbritannien wurde geschlossen. Ende 2017 beschäftigte Stylight noch 75 festangestellte Mitarbeiter. “Vergleicht man diesen Wert mit dem Endjahreswert 2016 so handelt es sich hierbei um einen Rückgang von ca. 28 % (104 Festangestellte zum 31.12.2016)”, teilt die Jungfirma mit. Am Jahresende zuvor waren es sogar noch 177 Mitarbeiter. Personell war Stylight Ende 2017 wieder fast auf dem Niveau von 2014 – damals waren es 72 Mitarbeiter.

Unter dem Strich hat sich das bittere Streichkonzert in Sachen Mitarbeiter aber für Stylight bezahlt gemacht. “Stylight erwirtschaftete im Berichtszeitraum einen Jahresüberschuss von EUR 1,0 Mio. Dem negativen Effekt aus dem Umsatzrückgang standen insbesondere die Kosteneinsparungen aus der Reorganisation gegenüber, die zum Teil bereits im Jahr 2017 realisiert werden konnten. In Prozent des Umsatzes gemessen beträgt der Jahresüberschuss 3,7 %”, lautet das Fazit für 2017.

Seit dem Start im Jahre 2008 wandelte sich Stylight von einer modischen Meta-Suchmaschine zur Fashion Community zum Mode-Aggregator. Später kamen dann noch die Segmente Home & Living und Beauty hinzu. Inzwischen positioniert sich Stylight als “Suchmaschine für Mode und Design”. Das Segment Fashion ist aber weiter maßgeblich für das Unternehmen: “Der Umsatz verteilt sich auf die Geschäftsfelder Fashion (90 %), Home&Living (5 %), Advertising (3 %) sowie auf den neu gegründeten Bereich “Beauty” und sonstige Umsätze (2 %)”.

Probleme bereitet Stylight – wie vergleichen Modellen – auch der mobile Traffic. “Mit einem Umsatzrückgang von 13,9 % (Prognose: +20 %) wurde die Top-Line im Geschäftsjahr 2017 neben dem Volumeneffekt auch erwartungsgemäß durch einen Rückgang im Revenue per Visit negativ belastet. Dies ist im Wesentlichen auf einen deutlichen Anstieg des Mobile-Traffics zurückzuführen, der üblicherweise schlechter monetarisiert werden kann”. Für die Zukunft will das Unternehmen aber wieder wachsen. Vor allem TV-Werbung soll Stylight weiter voran bringen.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2017
* Der Geschäftsverlauf von Stylight im Geschäftsjahr 2017 war von einer starken Konsolidierung geprägt. Im Rahmen einer Reorganisation erfolgte eine Fokussierung auf das Kerngeschäft, wobei insbesondere die Mitarbeiterzahl in den kreativen Bereichen erheblich reduziert wurde. Auch das Büro in England wurde in diesem Zusammenhang geschlossen. Unsere Organisationsstruktur ist heute durch eine engere Zusammenführung der Marketingaktivitäten sowie durch eine klarere Trennung zwischen Sales und Partner Management gekennzeichnet.
* Im vergangenen Kalenderjahr wurden keine neuen Verticals und keine zusätzlichen Ländermärkte erschlossen. Insgesamt musste daher im Geschäftsjahr 2017 ein Umsatzrückgang in Höhe von 13,9 % verzeichnet werden und die erwartete Wachstumsrate von 20 % wurde verfehlt. Auch die Entwicklung der Seitenzugriffe ist mit einem Rückgang von 10 % hinter der Wachstumserwartung von +24 % im Jahresvergleich deutlich zurück geblieben.
* Das Umsatzwachstum konnte im Geschäftsjahr 2017 nicht fortgeführt werden und der Jahresumsatz lag im zurückliegenden Geschäftsjahr bei EUR 28,5 Mio für die Stylight GmbH. Dies entspricht einem Umsatzrückgang von 13,9 % gegenüber dem Vorjahr (Vj. EUR 33,1 Mio.). Der Umsatz verteilt sich auf die Geschäftsfelder “Fashion” (90 %), “Home&Living” (5 %), Advertising (3 %) sowie auf den neu gegründeten Bereich “Beauty” und sonstige Umsätze (2 %). Stylight erwirtschaftete im Berichtszeitraum einen Jahresüberschuss von EUR 1,0 Mio. Dem negativen Effekt aus dem Umsatzrückgang standen insbesondere die Kosteneinsparungen aus der Reorganisation gegenüber, die zum Teil bereits im Jahr 2017 realisiert werden konnten. In Prozent des Umsatzes gemessen beträgt der Jahresüberschuss 3,7 %.
* Zum Ende des Geschäftsjahres 2017 (31.12.2017) beschäftigte Stylight 75 festangestellte Mitarbeiter. Vergleicht man diesen Wert mit dem Endjahreswert 2016 so handelt es sich hierbei um einen Rückgang von ca. 28 % (104 Festangestellte zum 31.12.2016).
* Stylight plant in diesem Marktumfeld für das Jahr 2018 seinen Umsatz im Kerngeschäft im In- und Ausland auszubauen. Dabei geht Stylight von einem prozentualen jährlichen Umsatzwachstum von ca. 4 % aus. Auch für die durchschnittliche Anzahl an monatlichen Seitenaufrufen wird ein jährliches Wachstum von ca. 4 % erwartet. Aufgrund von Skaleneffekten wird erwartet, dass die Personalkosten im Verhältnis zum Umsatz auf einen Wert von 25 % fallen.

Stylight im Zahlencheck

2017: 28,5 Millionen Euro (Umsatz); 1,0 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2016: 33,1 Millionen Euro (Umsatz); 215.629 Euro (Jahresüberschuss)
2015: 31,3 Millionen Euro (Umsatz); 433.500 Euro (Jahresfehlbetrag)
2014: 17,8 Millionen Euro (Umsatz); 1,2 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2013: 11,6 Millionen Euro (Umsatz): 2.311 Euro (Jahresüberschuss)
2012: 802.085 Euro (Jahresüberschuss)
2011: 647.428 Euro (Jahresfehlbetrag)
2010: 516.367 Euro (Jahresfehlbetrag)
2009: 379.597 Euro (Jahresfehlbetrag)
2008: 29.016 Euro (Jahresfehlbetrag)

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Foto (oben): Stylight

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.