#Interview Fleetbird: In zwei Monaten – über LinkedIn – zum Millionenexit

Fleetbird und Wunder machen nun gemeinsame Sache. Die Übernahme stemmten die Unternehmen in Rekordzeit. "Vom Beginn der Gespräche bis zum Abschluss der finanziellen und technischen Due Dilligence haben wir nur knapp zwei Monate gebraucht", sagt Fleetbird-Gründer Philipp Müller.
Fleetbird: In zwei Monaten – über LinkedIn – zum Millionenexit

Das Dortmunder Startup Fleetbird, das einst von Berlin ins Ruhrgebiet geflüchtet ist, wanderte Mitte Oktober unter das Dach von Wunder Mobility. Das Hamburger Unternehmen, das zuletzt 26 Millionen eingesammelt hat, zahlte für Fleetbird einen niedrigen achtstelligen Betrag. Damit ist der Exit ein fettes Ausrufezeichen für die digitale Szene im Revier.

Die Fleetbird-Gründer Benjamin Krüger und Philipp Müller bleiben nach der Übernahme – unter dem Dach von Wunder Fleet – weiter an Bord. “Durch die Akquisition können wir unsere Kunden nun noch besser bedienen und unsere Marktführerschaft gemeinsam ausbauen. Wir sehen national sowie international noch viel Potenzial und freuen uns auf die Zusammenarbeit”, sagt Müller, nun COO von Wunder Fleet. Zum Hintergrund: Fleetbird, 2015 gegründet, wandelte sich in den vergangenen Jahren zum Software-as-a-Service in den Bereichen Car-, Bike- und Scooter-Sharing – siehe “fleetbird – der unbekannte Motor der Sharing-Szene“.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Fleetbird-Gründer Müller über Wellenlängen, LinkedIn und Rekordzeiten.

fleetbird gehört nun zu Wunder Mobility. Wie geht es nun weiter?
Fleetbirds Geschäftsbereiche passen perfekt in die Zukunftsvision von Wunder Mobility. Wir haben uns dazu entschieden, dass fleetbird nun als Wunder Fleet agiert und das Portfolio von Wunder ergänzen soll. Dadurch wird Wunder Mobility zum einzigen Unternehmen weltweit, welches Software für Carpooling, Smart Shuttles und Fleetmanagement gemeinsam anbietet. Das fleetbird-Team bleibt natürlich weiterhin an Board und wird in den nächsten Monaten deutlich vergrößert.

Wie seid ihr denn zueinander gekommen, wie habt ihr euch kennengelernt?
Tatsächlich hatten wir den ersten Kontakt am Anfang des Jahres via LinkedIn. Persönlich haben wir uns dann erst später kennengelernt und die Gespräche während des Wunder Mobility Meetups vertieft. Zunächst ging es auch nicht um eine Akquisition, sondern um eine enge Zusammenarbeit beider Unternehmen. Wir haben allerdings schnell gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge sind und über einen engeren Zusammenschluss der Unternehmen nachdenken sollten.

Wie lange haben die Verhandlungen zur Übernahme gedauert?
Das ging fast in Rekordzeit. Der Vorteil beider Unternehmen ist, dass wir schnell entscheiden können. Vom Beginn der Gespräche bis zum Abschluss der finanziellen und technischen Due Dilligence haben wir nur knapp zwei Monate gebraucht.

Sowohl fleetbird als auch Wunder haben schon einige Wandlungen und Strategiewechsel hinter sich. Passen die beiden Startups dadurch auch kulturell zueinander?
Definitiv, strategisch als auch personell. Gemeinsam haben wir ein sehr diversifiziertes, internationales Team aus top Mitarbeitern. Alles in allem sind wir eine junge, ambitionierte Truppe, die den Mobilitätsmarkt mit innovativen Lösungen bedienen will. Man darf nicht vergessen, dass wir in einem sehr dynamischen Markt unterwegs sind und wir uns auch in Zukunft an Veränderungen anpassen müssen. Beide Unternehmen haben das in der Vergangenheit bereits bewiesen und das wollen wir erfolgreich weiterführen.

fleetbird sitzt in Dortmund, Wunder in Hamburg. Bleibt es bei dieser Aufteilung?
Zumindest haben wir aktuell keine anderen Pläne. Aber natürlich werden die Teams sich häufig sehen und enger zusammenwachsen.

Wo stehen fleetbird und Wunder in einem Jahr?
Gemeinsam werden wir Wunder Mobility zum Marktführer in den Branchen Carpool, Shuttle und Fleet machen bzw. unsere Marktführerschaft ausbauen.

Der digitale Pott kocht – #Ruhrgebiet


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Foto (oben): Leopold Achilles / Fleetbird

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.