#Interview Semigator-Gründer digitalisiert jetzt die Architektensuche

"Wir lösen mit architekten.de mehrere Probleme. Es gibt zwar einige Startups, die spannende Construction Technology für Architekturbüros anbieten, doch auf der Seite der Bauherren sehen wir noch großes Potential", sagt Mitgründer Christian Manthey.
Semigator-Gründer digitalisiert jetzt die Architektensuche

Das Frankfurter Proptech architekten.de tritt an, um die Architektensuche zu digitalisieren. “architekten.de wird die Plattform, die das Ökosystem aus Bauherren, Architekten, Planer, Handwerkern und Bauunternehmen digital vernetzt und Kunden die Möglichkeit bietet, ihr gesamtes Projekt – von der Architektensuche bis zum fertigen Bauobjekt – online zu beauftragen, planen, steuern und monitoren”, sagt Christian Manthey, der zuvor Semigator und firma.de gründete. Zum Gründerteam des Startups gehören zudem Jens-Philipp Jung, Gründer des IT-Security Startup link11.com, und René Wodzka.

Zum Start investierten einige Business Angels eine sechsstellige Summe in die Jungfirma. “Aktuell ist kein weiteres Kapital nötig, jedoch planen wir im zweiten Quartal 2019 die erste größere Finanzierungsrunde. Und wie soll sich das Unternehmen refinanzieren? “Im Falle einer gelungenen Vermittlung erhalten wir eine Erfolgsbeteiligung von den teilnehmenden Architekturbüros. Für die Bauherren als Auftraggeber entstehen keinerlei Kosten. In Zukunft bieten wir den Bauherren weitere Services wie Baugrundstück-Vermittlung, Unterstützung beim Architektenvertrag oder bei der Auswahl der passenden Versicherung, die beim Bau unerlässlich ist”, sagt Manthey. Im Interview mit deutsche-startups.de stellt architekten.de-Macher das Konzept hinter dem Startup einmal ganz genau vor.

Welches Problem wollt Ihr mit architekten.de lösen?
Wir lösen mit architekten.de gleich mehrere Probleme. Die digitale Transformation in der Bauindustrie steht erst in den Startlöchern. Es gibt zwar einige Startups, die spannende Construction Technology für Architekturbüros oder Bauunternehmen anbieten, doch insbesondere auf der Seite der Bauherren sehen wir noch großes Potential.

Inwiefern?
Das Problem für die Bauherren auf der einen Seite ist, dass der Weg zum Traumhaus ein komplexer Prozess ist, der meistens mit der Architektensuche startet. Aus deutschlandweit mehr als 100.000 Architekten den passenden Architekten für die jeweilige Bauaufgabe und Region sowie für den geplanten Bauzeitraum zu finden, ist nicht leicht. Auf der anderen Seite ist es für Architekten eine Herausforderung, ihre Kapazitäten mit Bauprojekten auszulasten, die zu ihrer Spezialisierung passen. Unsere Mission mit architekten.de ist es, die gesamte Bauplanung für Bauherren von A bis Z zu digitalisieren – bei A wie Architektensuche fangen wir jetzt an. Der Vorteil für beide Seiten liegt auf der Hand: Über ein technologie-basiertes “Matching” der verschiedenen Kriterien wie etwa Gebäudetyp, Baustil, Wunschtermin und geplantem Budget führen wir Bauherren und Architekten zusammen. Der Bauherr findet schnell und ohne Umwege den passenden Architekten, was für ihn mehr Transparenz und weniger Stress beim Hausbau bedeutet und der Architekt bekommt seinen Wunsch-Projektauftrag ohne umfangreiches Marketing betreiben zu müssen.

Jede Woche entstehen dutzende neue Startups, warum wird ausgerechnet architekten.de ein Erfolg?
Wir starten in einem der wohl größten Märkte Deutschlands, in dem ein Planungsvolumen von 8,5 Milliarden Euro eine jährliche Bausumme von 240 Milliarden Euro bewegt. Mit einem motivierten Gründerteam bestehend aus Seriengründern, einer starken Vision und einem aus anderen Märkten adaptierten bewährten Konzept werden wir uns erfolgreich in diesem Markt positionieren und die Digitalisierung der Bauindustrie mitgestalten. Die Kombination aus einer Produktentwicklung in iterativen Phasen mit konsequenter Kundenfokussierung sowie unserer Vertriebsstärke, bildet die Basis für unseren Unternehmenserfolg. Unabhängig davon bestätigen die KPIs aus der Beta-Phase, dass wir eine Daseinberechtigung haben. Das kommt auch daher, dass wir im Gegensatz zu anderen Startups eine sehr lange Vorbereitungszeit genommen haben, um den Business-Case hinter unserer „Mission“ intensiv zu analysieren, konzeptionieren und Annahmen zu validieren. Wir starten jetzt schon mit einer hohen Lernkurve. In einem Markt, in dem die digitale Transformation nur langsam voranschreitet, werden wir unseren Vorsprung als „First-Mover“ nutzen.

Wer sind eure Konkurrenten?
Aktuell sind wir der einzige Anbieter im Markt, der in einem mehrstufigen Online- und Offlineprozess den privaten sowie gewerblichen Bauherren und deren Projekte analysiert, um im Anschluss eine Empfehlung aussprechen zu können, die in der Regel ein bis drei Architekten enthält. Wichtig hierbei ist: Bei architekten.de nehmen wir nur ausgewählte Architekten auf, die uns mit ihren hochwertigen Referenzen überzeugen können und auch im persönlichen Gespräch mit ihrer Kompetenz und Expertise überzeugt haben. Wir lehnen somit also auch regelmäßig Architekten ab, weil sie aus unserer Sicht nicht den Anforderungen der Bauherren genügen, die auf uns zukommen. Zudem steht dem User bzw. Bauherr bei architekten.de ein unabhängiger Service-Experte als kompetenter persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung, der ihn von der Architektenauswahl bis zur Unterzeichnung des Architektenvertrages begleitet, damit einer erfolgreichen Umsetzung des jeweiligen Bauprojektes nichts mehr im Wege steht.

Wo steht architekten.de in einem Jahr?
Mit einem NPS-Score größer als 60 werden wir sehr viele glückliche Kunden haben, die mit architekten.de weit über 100 Bauvorhaben realisieren konnten. Auf der technologischen Seite, werden wir bis dahin die Entwicklung des Bauherren-Interface abgeschlossen haben, um die Customer-Journey des Planungsprozesses komplett digitalisieren und so weit wie möglich automatisieren zu können. Unser Key-Account wird die ersten größeren B2B-Kunden gewonnen haben. Das Siegel “Made by architekten.de” auf jedem Traumhaus kommt dann im Jahr 2021.

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Foto (oben): architekten.de

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.