Zahlencheck Wimdu – 59,3 Millionen Verlust in 5 Jahren

Der Zimmervermittler Wimdu häufte in den ersten fünf Jahren seines Bestehens Verluste in Höhe von 59,3 Millionen Euro an. In die Nähe von schwarzen Zahlen kam das Start-up dabei nicht ansatzweise. Kein Wunder somit, dass Wimdu 2016 dann endlich verkauft wurde.
Wimdu – 59,3 Millionen Verlust in 5 Jahren

Der 2011 gestartete airbnb-Wettbewerber Wimdu stand im vergangenen Jahr gleich mehrmals im Mittelpunkt. Denn der Zimmervermittler wurde gleich zweimal verkauft – einmal an den Konkurrenten 9flats und dann an den dänischen Ferienwohnungsvermittler Novasol. Trotz einer Finanzspritze in Höhe von 90 Millionen Dollar konnte sich Wimdu nie gegen das US-Vorbild airbnb durchsetzen. Investor Rocket Internet hatte zudem schon länger die Lust an Wimdu verloren. Ein Blick in die Jahresabschlüsse zeigt, warum.

Im Jahre 2015 erwirtschaftete das Unternehmen ein Rohergebnis in Höhe von rund 18,6 Millionen Euro. “Das Geschäftsjahr 2015 war das fünfte Geschäftsjahr der Wimdu GmbH. Während das Rohergebniss um 37 % im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden konnte, verzeichnet Wimdu einen immer noch signifikanten Jahresfehlbetrag, der aber bewusst in Kauf genommen wurde”, heißt es im Jahresabschluss. Der Jahresfehlbetrag lag 2015 bei üppigen 11,2 Millionen.

“Der Jahresfehlbetrag ist vor allem durch die hohen Ausgaben für rechtliche Beratung, TV-Kampagnen in verschiedenen europäischen Ländern, Kunden- und Vermieterakquisition sowie weiteren Investitionen in die IT-Entwicklung zurückzuführen”, ist im Jahresabschluss weiter zu lesen. Es folgt eine harte Kritik in eigener Sache: “Der im Vorjahreslagebericht geplante Anstieg der Umsatzerlöse wurde erreicht. Die geplante Verbesserung der Profitabilität wurde nicht erreicht, jedoch auch zugunsten weiterer Investitionen in die Bekanntheit, sowie Nachhaltigkeit der Marke unter anderem durch umfangreiche TV-Kampagnen”. 2015 investierte etwa die italienische Sendergruppe Mediaset in Wimdu.

Die Höhe der Verluste, die Wimdu über die Jahre angesammelt hat, ist groß, ziemlich groß: 11,2 Millionen (2015), 11,8 Millionen (2014), 7 Millionen (2013), 12,9 Millionen (2012), 16,4 Millionen (2011). Insgesamt häufte Wimdu somit in den ersten fünf Jahren des Bestehens Verluste in Höhe von 59,3 Millionen Euro an. In die Nähe von schwarzen Zahlen kam das Start-up dabei nicht ansatzweise. Kein Wunder somit, dass Wimdu 2016 dann endlich verkauft wurde.

Hausbesuch bei Wimdu

ds-wimdu

ds-Haus- und Hoffotograf Andreas Lukoschek durfte sich im Spätsommer 2014 einmal ganz genau beim Zimmervermittler Wimdu umsehen. Einige Eindrücke gibt es in unserer großen Fotogalerie.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.