Da ist noch Platz im Stall! Oliver Samwer, der Herr über vier (wilde) Einhörner

Das Portfolio von Rocket Internet ist groß. Alle Start-ups des samwerschen Imperiums bringen es derzeit auf eine Bewertung in Höhe von von 6,03 Milliarden Euro. Momentan sind unter den Eigengründungen und Beteiligungen der Firmenschmiede aber auch vier Einhörner.
Oliver Samwer, der Herr über vier (wilde) Einhörner

Die Berliner Firmenschmiede Rocket Internet ist auch ein Jahr nach dem Börsengang noch immer kein Selbstläufer auf dem wackeligen Börsenparkett. Das Portfolio der Hauptstädter ist noch immer kaum zu überblicken – viele Start-ups, an den denen Rocket Internet beteiligt ist, tauchen einfach nirgendwo auf und werden gefühlt nur an die Oberfläche gezogen, wenn es gerade passt. Oliver Samwer und Co. beglücken die Öffentlichkeit stattdessen regelmäßig mit dem sogenannten “Last portfolio values” (LPV). Diese Kennzahl gibt es aber auch nur über einige Start-ups, an denen Rocket Internet Anteile hält. Transparent ist das weder für interessierte Zeitgenossen, noch für Ableger.

Momentan sind unter den Eigengründungen und Beteiligungen der Firmenschmiede vier Einhörner, also Unternehmen, die mehr als eine Milliarde Euro wert sind. Das Problem für Rocket Internet: An einigen hält die Start-up-Brutstätte nur vergleichsweise wenige Anteile. Zu diesen Superhelden, die wie Delivery Hero auch noch teuer eingekauft sind, gesellen sich noch zehn weitere Firmen, die es auf Bewertungen zwischen 100 Millionen und 940 Millionen Euro bringen. Einige davon wie Wimdu sind aber auch schon einige Jahre alt und gelten zudem kaum noch als Wachstumsbringer.

Alle Start-ups des samwerschen Imperiums bringen es derzeit auf eine Bewertung (auf Grundlage der letzten Finanzierungsrunde und der Anteile, die Rocket Internet an diesen hält) in Höhe von von 6,03 Milliarden Euro. Im April waren es gerade einmal 4,65 Milliarden. Dieser enorme Sprung ist aber vor allem HelloFresh zu verdanken, dass viele bald an der Börse sehen. Auch die Global Fashion Group und Delivery Hero wurden aber schon als heiße Börsenkandidaten gehandelt. Fest steht aber: Eines dieser Start-ups werden wir bald garantiert an der Börse sehen.

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Global Fashion Group = 3,06 Milliarden Euro (22,3 %)
HelloFresh = 2,57 Milliarden Euro (57,2 %)
Delivery Hero = 2,81 Milliarden Euro (38,4 %)
Lazada = 1 Milliarde Euro (22,8 %)

Home24 = 940 Millionen Euro (46,4 %)
foodpanda = 560 Millionen Euro (50 %)
Westwing = 480 Millionen Euro (31,8 %)
Jumia = 450 Millionen Euro (8,1 %)

Linio = 260 Millionen Euro (35,2 %)
Lendico = 160 Millionen Euro (50,6 %)
Travelbird = 160 Millionen Euro (25,2 %)
Helpling = 140 Millionen Euro (25,9 %)
LaNeveraRoja/Pizzabo = 130 Millionen Euro (100 %)
Wimdu = 100 Millionen Euro (49,3 %)

* In Klammer der Anteil von Rocket Internet

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Foto: Unicorn photography realistic from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.