Börsenträume Rocket Internet will als AG “globalem Anspruch gerecht” werden

"Wir haben nun eine Rechtsform gewählt, die unserem globalen Anspruch gerecht wird", twitterte Rocket-Sprecher Andreas Winiarski zur Umwandlung von Rocket Internet in eine Aktiengesellschaft. Oliver Samwer (der "aggressivste Mann im Internet"), tritt nun als Vorstandschef der AG auf.
Rocket Internet will als AG “globalem Anspruch gerecht” werden

Oliver Samwer schafft gerne schnell Fakten: So auch beim angedachten Börsengang von Rocket Internet – siehe dazu “Nun soll (wohl) auch Rocket Internet an die Börse“. Der Berliner Inkubator ist nun eine Aktiengesellschaft – und Oliver Samwer, der selbsternannte “aggressivste Mann im Internet”, tritt nun nach außen als Vorstandschef auf (womit er nun nach außen erstmals in operative Geschäft der Firmenschmiede eingreift). Dem Management Board gehören ansonsten noch Peter Kimpel (ehemals Goldman Sachs) und Alexander Kudlich (zuletzt Geschäftsführer) an. Chairman of the Supervisory Board ist Lorenzo Grabau vom Rocket-Finanzierer Kinnevik.

“Wir haben nun eine Rechtsform gewählt, die unserem globalen Anspruch gerecht wird”, twitterte Rocket-Sprecher Andreas Winiarski zur Umwandlung von Rocket Internet. Vor der Umwandlung zur AG gehörte Rocket Internet zu etwa zwei Dritteln den drei Samwer-Brüdern, ein Viertel der Anteile hält die schwedische Investmentgesellschaft Kinnevik. Die restlichen Anteile entfallen auf den US-Milliardär Len Blavatnik bzw. dessen Investmentfirma Access Industries.

Die “Financial Times” hatte bereits vor einem Monat geschrieben, das Rocket Internet einen Börsengang anstrebe. Bei einem Marktwert zwischen drei und fünf Milliarden Euro. Der angestrebte IPO ist demnach aber auch nur eine von mehreren Möglichkeiten, die Oliver Samwer und Co. derzeit ausloten. Kapital kann sich der Samwer-Clan bekanntlich auch anderswo organisieren – immerhin sammelte man 2013 mal eben 2 Milliarden US-Dollar ein.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.