Der millionenschwere internationale Wettkampf der Lieferdienst-Start-ups – Auch Rocket Internet steigt ins Segment ein

Das Thema Lieferdienstvermittlung wird die Gründerszene auch in diesem Jahr beschäftigen. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa – und teilweise sogar in ganz fernen Regionen. Die treibenden Kräfte mit Sitz in […]
Der millionenschwere internationale Wettkampf der Lieferdienst-Start-ups – Auch Rocket Internet steigt ins Segment ein

Das Thema Lieferdienstvermittlung wird die Gründerszene auch in diesem Jahr beschäftigen. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa – und teilweise sogar in ganz fernen Regionen. Die treibenden Kräfte mit Sitz in Deutschland sind bei diesem globalen Wettstreit das Doppel-Start-up Lieferheld (www.lieferheld.de) und Delivery Hero (www.deliveryhero.com) sowie Lieferando (www.lieferando.de). Die letztgenannte Jungfirma sammelte seit dem Start bisher 6 Millionen Euro ein. In die Heldenkombo flossen bislang in mehreren Runden 15 Millionen Euro. Doch die internationale Konkurrenz schläft nicht: Takeaway.com (www.takeaway.com) aus den Niederlanden sammelte Anfang dieses Jahres 13 Millionen Euro ein.

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Und Just-Eat (www.just-eat.com), der internationale Marktführer im Segment, sammelte Anfang 2011 stattliche 48 Millionen US-Dollar, umgerechnet momentan rund 37 Millionen Euro, ein. Der Lieferdienstvermittler aus London ging 2001 in Dänemark an den Start. Momentan ist das Unternehmen in 16 Ländern – rund um den Globus – aktiv. Darunter auch weit entfernte Länder wie Argentinien, Brasilien, Indien und Kanada. In Frankreich verbündete sich Just-Eat gerade erst mit Alloresto (www.alloresto.fr), dem größten Lieferdienstvermittler des Landes. “As part of the deal, Just-Eat will be investing 20 million euros in the partnership over the next three years”, teilte das Unternehmen Mitte Januar mit. Um Deutschland macht die Firma, die von Klaus Nyengaard geführt, bisher einen Bogen.

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Takeaway.com ist im Gegensatz zu Just-Eat in Deutschland vertreten. Hierzulande firmiert das Unternehmen, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1999 zurückreichen, unter dem Namen Lieferservice.de (www.lieferservice.de). Bereits 2010 investierte Takeaway.com 2 Millionen Euro in seinen deutschen Ableger. Das Geld sollte hauptsächlich ins Marketing fließen. Daneben ist Takeaway.com in Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Schweden und der Schweiz unterwegs. In den Niederlanden und Belgien sieht sich Takeaway.com als Marktführer. Mit den gerade von Prime Ventures eingesammelten 13 Millionen Euro will der Lieferdienstvermittler international weiter wachsen.

“Die Investition ermöglicht es uns, unsere Zielmarke höher zu stecken”, sagt Jitse Groen, Gründer und Geschäftsführer von Takeaway.com. “Unsere Onlineplattform und mobilen Anwendungen bieten unseren Kunden schnellen Zugang zu einer großen Anzahl von Restaurants, die in kürzester Zeit Mahlzeiten ausliefern können. Dieses Konzept, welches sich mehrmals bewährt hat, verschaffte Takeaway.com die führende Marktposition.”

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Das deutsche Start-up Lieferando ist bisher in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie in Polen und Frankreich unterwegs. “Weitere Märkte sind bisher nicht geplant”, sagt Lieferando-Macher Christoph Gerber gegenüber deutsche-startups.de. Die Konkurrenzsituation mit den vielen Wettbewerber, deren Kassen prall gefüllt sind, findet Gerber “nicht bedrohlich”, da es im Lieferdienstsegment “keine The Winner Takes It All-Märkte” gebe. Beim Doppel-Start-up Lieferheld und Delivery Hero schaut sich Lieferheld laut Firmengründer Nikita Fahrenholz “einige europäische Auslandsmärkte genau an”, Schwerpunkt bleibe aber “die anvisierte Marktführerschaft in Deutschland”.

Die internationale Schwester des Start-ups ist momentan in Australien, Russland, Mexiko und der Schweiz aktiv. In der Schweiz übernahm Delivery Hero Ende des vergangenen Jahres mehrheitlich den Anbieter Foodarena (www.foodarena.ch). Von einer Investition in Millionenhöhe ist dabei in der ofiziellen Pressemitteilung die Rede. “Die Investition in Foodarena ist ein wichtiger Schritt im Rahmen unserer Expansionsstrategie innerhalb Europas”, sagt Fabian Siegel, Geschäftsführer von Lieferheld. Interessant dabei: Neben Lieferheld ist auch der European Founders Fund der Samwerbrüder Alexander, Marc und Oliver (auch an deutsche-startups.de beteiligt) bei Foodarena an Bord.

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Doch nicht nur mit Foodarena bearbeiten die Samwers das Trendthema Lieferdienstvermittlung – auch der Inkubator Rocket Internet hat das Thema nach Informationen von deutsche-startups.de auf dem Schirm. Allerdings in Südostasien! In diversen Stellenanzeigen sucht das umtriebige Unternehmen unter dem Motto “Where Pizza meets Noodle soup” derzeit Mitarbeiter – unter anderem in Malaysia, Indonesien und Thailand. Zitat: “Our company is building the strongest online companies worldwide (see Groupon, Wimdu, eDarling, Zalando) and is now entering the online take away business in South East Asia”.

Mit Südostasien als Kernmarkt für die namentlich nicht genannte Plattform dürfte Rocket Internet zumindest den anderen genannten Wettbewerbern nicht ins Gehege kommen. Alles in allem kommen sich die Konkurrenten momentan ohnehin eher in Europa in die Quere. Im Rest der Welt ist noch genug Platz für weitere Expansionspläne. Auch für den deutschen Marktführer Pizza.de (www.pizza.de) wäre sicherlich noch Platz auf dem internationalen Parkett. Das Unternehmen aus Braunschweig scheint in dieser Hinsicht aber keine Ambitionen zu haben.

Foto: © psychela / PIXELIO

Im Fokus: Weitere Artikel zum Wettstreit der Lieferdienste in unserem Special Lieferdienste

Hausbesuch bei Lieferheld

Anfang November 2011 durfte sich deutsche-startups.de beim Berliner Start-up Lieferheld einmal ganz genau umsehen. In den riesigen Büroräumen – umweit der Friedrichstraße – arbeiten über 100 Lieferhelden in sehr schicken Räumlichkeiten. Das Büro ist vollgepackt mit Bildern von Superhelden aller Art, etlichen großen Pappkameraden und ganz ganz vielen leeren Pizzakartons. Einige heldenhafte Eindrücke gibt es in unserer kunterbunten Fotogalerie.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.