
Der Wettstreit der Zimmervermittler 9flats.com (9flats.com), airbnb (www.airbnb.de) und wimdu (www.wimdu.com) war das Thema des vergangenen Jahres. Im Sommer dann die erste Ernüchterung: 9flats.com und Wimdu sorgten mit Entlassungen für Schlagzeilen. Nun sorgt 9flats.com erneut für Schlagzeilen, allerdings sind die Neuigkeiten diesmal positiv: Das Hamburger Start-up sammelte Ende des vergangenen Jahres erneut Kapital ein. Neben den Altgesellschaftern eVenture Capital Partners und Redpoint Ventures waren laut Handelsregister bei dieser Runde auch T-Venture, der Beteiligungsableger der Deutschen Telekom, und der Media-for-Equity-Dienst GMPVC German Media Pool beteiligt.
9flats.com-Gründer Stephan Uhrenbacher bestätigte die Finanzierungsrunde, die offenbar in den nächsten Stunden auch offiziell verkündet werden soll, auf telefonische Anfrage von deutsche-startups.de. Im Zuge dieser Finanzierungsrunde erhält 9flats.com – wie aus dem Umfeld der Jungfirma zu hören ist -, einen “ordentlichen Millionenbetrag”. Insgesamt sammelte das im Februar des vergangenen Jahres gestartete Start-up damit bisher einen “hohen zweistelligen Millionenbetrag” ein. Zum Vergleich: Mitbewerber Wimdu aus dem Hause Rocket Internet verkündete im Sommer des vergangenen Jahres eine imposante Finanzierungsrunde in Höhe von 90 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 71 Millionen Euro. Diese Kapitalausstattung war die höchste Finanzspritze in Deutschland im Jahre 2011. US-Vorbild airbnb wiederum sammelte zuletzt 112 Millionen US-Dollar ein.
9flats.com kooperiert mit Immobilienscout24
Nach dieser erneuten millionenschweren Kapitalrunde hält eventure, der Beteiligungsableger des Handelsriesen Otto, knapp 25 % der 9flats.com-Anteile. Der US-Investor Redpoint Ventures ist ebenfalls mit 25 % an Bord. Auf T-Venture entfallen nun 18 % und auf GMPVC 1 % der 9flats.com-Anteile. 9flats.com-Gründer Stephan Uhrenbacher ist weiter mit rund 27 % (vorher 40 %) an seinem Unternehmen beteiligt. Mit der Telekom hat 9flats.com nun einen weiteren finanzstarken Investor an Bord. Und vielleicht auf lange Sicht auch einen potzenziellen Käufer. Zumal die überraschende Finanzierungsrunde eine weitere interessante Komponente beinhaltet: 9flats.com geht zudem eine “strategische Partnerschaft” mit Immobilienscout24 (www.immobilienscout24.de), gehört ebenfalls zur Telekom, ein.
Die Immobilienplattform soll künftig die Marketingtrommel für 9flats.com rühren. Durch diese Partnerschaft könnte das Thema private Vermietung von Wohnungen und Häusern in Deutschland neuen Schub bekommen. Marketingpower hat Immobilienscout24 bekanntlich mehr als genug. Weiteren Schub erhofft sich die 9flats.com-Mannschaft, die zurzeit aus rund 50 Mitarbeitern besteht, sicherlich vom neuen Investor GMPVC. Der Media-for-Equity-Dienst, der bereits den Online-Shop Urbanara unterstützt, vermittelt gegen Unternehmensanteile Zugang zu Medialeistungen – beispielsweise von Partner wie N24, Regicast und dem Außenwerber Wall (ausführliche Infos zum Thema Media for Equity in unserem Artikel “Offline-Media für Online-Start-ups?!“). Wie es scheint, herrscht somit nach dem harten Sommer wieder Aufbruchstimmung bei 9flats.com. Auch Firmengründer Uhrenbacher sieht sein Unternehmen wieder “auf Kurs”.
Im Fokus: Weitere Artikel zum Thema gibt es in unserem Themenspecial Zimmervermittlung
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Artikel zum Thema
* Entlassungen bei 9flats.com und wimdu
* Finanzspritze aus Übersee: 9flats.com sammelt Kapital in den USA ein
* Wimdu vs. airbnb vs. 9flats.com – Wimdu fordert airbnb und 9flats.com heraus
* Private Zimmervermittlung – Stephan Uhrenbacher startet 9flats.com

Fragen





Kommentare
Gratulation an das 9flats-Team!
ich mag die Telekom sicher nicht (Konkurrenz), aber sicher eine interessante, strategische Möglichkeit, 9flats marketingtechnisch weiterzubringen.
Kommentar von Andreas Otterstein 11. Januar 2012 @ 08:08Die FTD schreibt: “9flats dürften nach Finanzierungsrunden im November 2010 und April 2011 somit mehr als 15 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Gründer Stephan Uhrenbacher wollte diese Summe nicht kommentieren”.
Kommentar von Alexander Hüsing 11. Januar 2012 @ 09:39Gratulation! Interessante Entwicklung. Es bleibt weiterhin Bewegung im Spiel.
Kommentar von Coskun Tuna 11. Januar 2012 @ 09:41Inzwischen gibt es auch eine offizielle PM zu dem Thema. Darin ist von “einer Investitionsrunde im zweistelligen Millionenbereich” die Rede.
Stephan Uhrenbacher, Firmengründer von 9flats: “Dank der neuen Finanzierungsrunde kann 9flats die Expansion in Europa weiter vorantreiben. Sie markiert einen wichtigen Schritt für unser Unternehmen, das sich zu einem Global Player in der Online-Reisebranche entwickelt. T-Venture beteiligt sich nicht nur finanziell an 9flats – auch durch die Partnerschaft mit der Telekom-Tochter ImmobilienScout24 werden wir unsere Zielgruppe deutlich erweitern.”
Kommentar von Alexander Hüsing 11. Januar 2012 @ 11:47“9lats, Europas führende Plattform für Privatunterkünfte,” – ist der Beginn der PM – lächerlich! The winner takes it all und das wird sicherlich nicht 9flats sein. Was bleibt ist ein Platz in der Lücke, viel Erfolg der Telekom. :)
Kommentar von Daniel 11. Januar 2012 @ 13:31Wieder die übliche Masche, Kapital reinholen und die Sache aufpumpen, am Ende irgendeinen Dummen finden der das Ding kauft. Aber jemals profitabel arbeiten?
Uhren bacher hat doch so schön mal über 9flats gesagt “eigenes Geld werde ich da nicht reinstecken”.
Die Bilanz von Qype spricht ja eine deutliche Sprache (siehe Bundesanzeiger):
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Jahreabschluss 2010
II. Kapitalrücklage 19.999.698,52
Kommentar von Sophisticated Investor 11. Januar 2012 @ 14:07III. Verlustvortrag 11.268.678,86
IV. Jahresfehlbetrag 6.953.654,06
Die Telekom scheint nun ein bisschen mehr im Netz mitspielen zu wollen. Groupon, 9flats… Man darf gespannt sein, was noch kommt.
Kommentar von Sia 12. Januar 2012 @ 10:46Solches Geld heißt “dummes Geld”, weil es von Leuten bereitgestellt wird, die 0 Ahnung haben.
Das Beispiel von Qype zeigt das überdeutlich.
Kommentar von Olaf 12. Januar 2012 @ 11:22Ich kann allen nur Abraten, sowohl Gästen als auch Vermietern. Da wird richtig Abgezock. Der Gast zahlt 15 % drauf. Wer clever ist gibt jedoch die Daten bei Google ein und findet fast immer das Objekt zu günstigen Preisen. Name des Objekts, Ort, Vorname des Eigentümers und dann hat mans schon und ne Menge gespart.
Kommentar von Anett 27. April 2012 @ 23:40Das gute auch noch man hat gleich direkt Kontakt, ist immer besser.