#Offline Corona-Krise trifft navabi und rent-a-guide

Der Plus-Size-Shop navabi kämpft ums Überleben. Zuletzt musste das Startup massive Umsatzeinbußen von bis zu 70 % erleiden. Eine weitere Corona-Insolvenz gibt es mit rent-a-guide zu beklagen. Und auch stampay, eine digitale Bonuskarte, insolvent.
Corona-Krise trifft navabi und rent-a-guide

Das junge E-Commerce Startup navabi, ein Shop für Plus-Size-Mode, verkündet seinen Lieferanten eine Insolvenz in Eigenverwaltung – siehe “Navabi arbeitet an Sanierungsplan” bei TextilWirtschaft (Paywall). Im Artikel heißt es: “Als Begründung nennt der in Niederzier bei Aachen ansässige Große Größen-Spezialist massive Umsatzeinbußen von bis zu 70% infolge des Corona-Lockdown. Die damit unmittelbar verbundenen Liquiditätsausfälle würden wegen drohender Zahlungsunfähigkeit eine zügige Sanierung erforderlich machen”.

Zuletzt hatte der Private-Equity-Investor Verdane die Mehrheit an navabi übernommen. In den vergangenen Jahren flossen rund 35 Millionen Euro in das Unternehmen, das kürzlich von Aachen nach Köln gezogen ist. Noch 2019 investierte SevenVentures einen Millionenbetrag in navabi. Weiterer Investor des Plus-Size-Shops ist insbesondere Index Ventures. 2018 erwirtschaftete navabi einen Umsatz in Höhe von rund 25,4 Millionen Euro (+ 15 %). Der Jahresfehlbetrag lag bei rund 5,1 Millionen (Vorjahr: 1,7 Millionen).

Im Jahresabschluss für 2018, der gerade erst veröffentlicht wurde, schreibt das Unternehmen: “Für den Fall, dass die Planannahmen (beispielsweise aufgrund einer weiteren deutlichen Verschärfung der Corona Krise) nicht eintreten sollten, könnte der Bestand des Unternehmens gefährdet sein. Die Prognosen für die nächsten Geschäftsjahre hat die Geschäftsführung unabhängig von möglichen Auswirkungen des Coronavirus getroffen, mögliche negative Effekte werden jedoch nicht ausgeschlossen”.

Vor navabi schlitterte auch schon das Berliner Grownup tausendkind, ein Shop für Baby- und Kinderartikel, in die Insolvenz. Rund 24 Millionen Euro flossen zuvor in das Unternehmen, das 2010 gegründet wurde. Weltbild kaufte schließlich die Überreste. Und auch das Koffer-Startup Horizn Studios musste zuletzt ein Sanierungsverfahren durchlaufen. In der Vergangenheit investierten Milano Investment, Project A, Vorwerk Ventures und Co. rund 25 Millionen in das Startup. Im Juli übernahmen die Gründer die Jungfirma.

Eine weitere Corona-Insolvenz gibt es mit rent-a-guide in Bochum zu beklagen. Die Buchungsplattform für Ausflüge und Touren teilt per Mail mit: “Hiermit müssen wir leider mitteilen, dass die Corona-Krise für rent-a-guide nicht zu bewältigen war und wir dadurch ein Insolvenzverfahren einleiten mussten. Wir sind alle sehr betroffen und versuchen nun das Beste aus der Situation für Sie und für uns zumachen. Der Betrieb läuft bis mindestens Ende September weiter und wir sind weiterhin für Sie da”.

Zu guter Letzt ist auch stampay, eine digitale Bonuskarte, insolvent. Das Augsburger Unternehmen wurde 2012 von Tobias Schmid und Joachim Sedlmeir gegründet.

Tipp: Startups, die 2020 (bisher) leider gescheitert sind

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.