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tausendkind schlittert in die Insolvenz

Das Berliner Grownup tausendkind, das 2010 gegründet wurde, ist insolvent. Im März 2018 trumpfte das Berliner Unternehmen zuletzt groß auf. Damals verkündeten die Hauptstädter eine Investment- und Debtfinanzierung in Höhe von 15 Millionen Euro.
tausendkind schlittert in die Insolvenz
Freitag, 27. März 2020Vonds-Team

+++ Das Berliner Grownup tausendkind, ein Shop für Baby- und Kinderartikel, ist insolvent. “Zur Verhinderung nachteiliger Veränderungen in der Vermögenslage der Schuldnerin bis zur Entscheidung über den Antrag wird am 27.03.2020 um 11:30 Uhr angeordnet (§§ 21, 22 InsO): 1. Maßnahmen der Zwangsvollstreckung einschließlich der Vollziehung eines Arrestes oder einer einstweiligen Verfügung gegen die Schuldnerin werden untersagt, soweit nicht unbewegliche Gegenstände betroffen sind; bereits begonnene Maßnahmen werden einstweilen eingestellt (§ 21 Abs. 2 Nr. 3 InsO). 2. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird Herr Rechtsanwalt Jesko Stark, Potsdamer Platz 1, 10785 Berlin, bestellt”, heißt es im Handelsregister zur Insolvenz (Aktenzeichen: 36t IN 1924/20).

+++ Im März 2018 trumpfte das Berliner Unternehmen zuletzt groß auf. Damals verkündeten die Hauptstädter eine Investment- und Debtfinanzierung in Höhe von 15 Millionen Euro. Im September des vergangenen Jahres befand sich das Grownup dann im sogenannten Pay to play-Modus. Das Stammkapital des Unternehmens wurde dabei um 191.846 Euro auf 746.157 Euro erhöht. Kurz darauf investierte Elkstone weiter in die Jungfirma, die 2010 von Anike von Gagern und Kathrin Weiß gegründet wurde.

+++ 2018 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 28,9 Millionen Euro – nach 24,9 Millionen im Vorjahr. “Im Geschäftsjahr 2018 ergab sich daher ein Jahresfehlbetrag in Höhe von -5.893 TEUR nach einem Jahresfehlbetrag im Vorjahr in Höhe von -6.396 TEUR”, heißt es im Jahresabschluss für 2018 weiter.  “Zum Bilanzstichtag ist die Gesellschaft bilanziell überschuldet. Die Geschäftsführer gehen von der Fortführung des Unternehmens aus. Mittelfristig ist der weitere Fortbestand des Unternehmens von der erfolgreichen Umsetzung des Unternehmenskonzeptes und der Generierung entsprechender Umsatzerlöse abhängig, um die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft bis mindestens Ende 2020 sicher zu stellen”.

+++ Rund 24 Millionen flossen in den vergangenen Jahren in tausendkind. Der Bilanzverlust summierte sich zuletzt auf rund 30,6 Millionen. Im Jahresdurchschnitt waren 2017 rund 109 Mitarbeiter für das Unternehmen tätig. Hintergründe zur Insolvenz sind bisher nicht bekannt. Nach Informationen von deutsche-startups.de platzte gerade eine Finanzierungsrunde bei tausendkind. Die Geschäfte laufen erst einmal normal weiter. tausendkind profitierte zuletzt sogar von der Corona-Krise.

+++ Im #StartupTicker tickert die Redaktion von deutsche-startups.de kurz und knapp, was in der deutschen Startup- und Digital-Szene so alles los ist.

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Foto (oben): tausendkind