#Zahlencheck Jimdo wächst auf 39,1 Millionen Umsatz (und fährt wieder Gewinne ein)

Nach drei Jahren mit Verlusten, insgesamt rund 17,6 Millionen Euro, kann das 2007 gegründete Hamburger Unternehmen Jimdo nun endlich wieder einen kleinen Jahresüberschuss verkünden. Ende 2018 beschäftigte das Unternehmen 196 Mitarbeiter.
Jimdo wächst auf 39,1 Millionen Umsatz (und fährt wieder Gewinne ein)

Die Krisenzeiten beim Hamburger Grownup Jimdo sind definitiv vorbei!  2018 stieg der Umsatz des Unternehmens, das weltweit einen einfach zu bedienenden Webbaukasten vertreibt, um 9,4 % auf 39,1 Millionen Euro. “Dabei betrug der Inlandsanteil 40,6 %, der Auslandsanteil lag bei 59,4 %”, heißt es im brandneuen Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2018. Das Wachstum gelang der Digitalfirma unter anderem durch “erhöhte Ausgaben sowohl für Online-Marketing als auch für TV-Werbung”.

Nach drei Jahren mit Verlusten, insgesamt rund 17,6 Millionen Euro, kann das 2007 gegründete Unternehmen nun einen Jahresüberschuss in Höhe von 988.627 Euro verkünden: “Jimdo hat ein Jahresergebnis vor sonstigen Steuern und Steuern vom Einkommen und vom Ertrag von TEUR 1.011 erzielt. Positiver Einflussfaktor waren die gesteigerten Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr von TEUR 3.371, gesunkene Personalaufwendungen von TEUR 1.857, gesunkene Materialaufwendungen von TEUR 323 sowie gesunkene Abschreibungen auf selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände von TEUR 1.676”.

Ende 2018 beschäftigte das Unternehmen 196 Mitarbeiter. “Im Geschäftsjahr wurden im Durchschnitt 195,25 (Vorjahr: 190,5) Angestellte beschäftigt. Davon sind 153,5 (Vorjahr: 165) vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter und 41,75 (Vorjahr: 25,5) teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter”, teilt Jimdo mit. Zur Erinnerung: 2016 waren es im Durchschnitt noch 247,50 Angestellte. Die Hanseaten planten zuletzt aber weitere Einstellungen: “Bis Ende dieses Jahres ist ein moderates und im Verhältnis zum Umsatz unterproportionales Wachstum von circa 10 bis 30 Mitarbeitern geplant”.

Um auch 2019 und 2020 weiter wachsen zu können, setzt das Jimdo-Team weiter massiv auf Werbung und plante deswegen zuletzt eine “deutliche Erhöhung der Marketingaufwendungen”. Für das inzwischen abgelaufene Jahr 2019 plante Jimdo eine “Umsatzsteigerung von 15 bis 20 %”. Im Jahresabschluss heißt es zudem: “Die Ergebnisentwicklung wird im Wesentlichen durch einen stark wachsenden Umsatz bei sowohl überproportional steigenden Marketing- als auch überproportional steigenden Personalausgaben sowie unterproportional steigenden Materialaufwendungen geprägt sein. Das Wachstum des Geschäftes steht im Vordergrund. Geplant ist ein leicht positives Ergebnis mit einem Ergebniskorridor zwischen EUR 0 und TEUR 2.000”.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2018
Mit einem Betriebsergebnis (EBIT, definiert als Ergebnis vor Steuern und Zinsen) von TEUR 1.013 lag das Ergebnis 2018 erwartungsgemäß im geplanten Zielkorridor von EUR 0 und TEUR 2.000.
* Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres betragen TEUR 39.136. Der Anstieg des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr betrug 9,4 %. Dabei betrug der Inlandsanteil 40,6 %, der Auslandsanteil lag bei 59,4 %. Die Aktivierung von Eigenleistungen hat sich gegenüber dem Vorjahr reduziert, sodass die Gesamtleistung, die sich aus den Umsatzerlösen und anderen aktivierten Eigenleistungen zusammensetzt, um 8,4 % gestiegen ist.
* Das Umsatzerlöswachstum liegt mit 9,4% nahezu im Rahmen des im Lagebericht des Vorjahres prognostizierten Zielkorridors für das Geschäftsjahr 2018 von 10-12%.
* In 2018 haben wir es mit erhöhten Ausgaben sowohl für Online Marketing als auch für TV-Werbung geschafft, unseren Umsatz trotz eines immer stärker gewordenen kompetitiven Umfeldes um 9,4 % zu steigern.
* In 2018 haben wir es mit erhöhten Ausgaben sowohl für Online Marketing als auch für TV-Werbung geschafft, unseren Umsatz trotz eines immer stärker gewordenen kompetitiven Umfeldes um 9,4 % zu steigern.* Gefallen sind die Personalaufwendungen. So betrugen sie im Vorjahr TEUR 11.876 und im abgelaufenen Geschäftsjahr TEUR 10.019 – das entspricht einer Abnahme von -15,6%. Diese Abnahme resultiert daraus, dass in 2017 noch einmalige Sonderkosten aus der in 2016 stattgefundenen Umstrukturierung angefallen waren und solche Sondereffekte in 2018 ausblieben.
* Mit 196 Mitarbeitern per Stichtag 31.12.2018 waren 4,4% weniger Mitarbeiter als zum vergleichbaren Vorjahreszeitpunkt beschäftigt. Bis Ende dieses Jahres ist ein moderates und im Verhältnis zum Umsatz unterproportionales Wachstum von ca. 10-30 Mitarbeitern geplant.
* Für das Geschäftsjahr 2019 sind weiterhin steigende Umsatzerlöse zu verzeichnen. Bezugnehmend auf die Daten der Wirtschaftsinstitute ist davon auszugehen, dass auf Grund aller Risiken die Weltwirtschaft in 2019 nur noch mit 3,25 % wachsen wird. Ein weitaus positiverer und größerer Einfluss wird jedoch durch die Marktdurchdringung des Al-basierten Baukastens Dolphin erwartet, sowie die Einführung entsprechender Produkterweiterungen wie zum Beispiel dem Dolphin Store.
* Für das Gesamtjahr 2019 ist eine Umsatzsteigerung von 15-20% gegenüber dem Vorjahr zu erwarten. Grundlage für diese Berechnung sind die prognostizierten Bestands- und Neukunden.
* Das Wachstum des Geschäftes steht im Vordergrund. Geplant ist ein leicht positives Ergebnis mit einem Ergebniskorridor zwischen EUR 0 und TEUR 2.000.
* Um das weitere Wachstum zu forcieren, ist eine deutliche Erhöhung der Marketingaufwendungen geplant. Die geplanten Investitionen werden vollständig aus Eigenmitteln finanziert.

Jimdo im Zahlencheck

2018: 39,1 Millionen Euro (Umsatz); 988.627 Euro (Jahresüberschuss)
2017
: 35,8 Millionen Euro (Umsatz); 2,5 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2016: 29,4 Millionen Euro (Umsatz); 9,3 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2015: 21,8 Millionen Euro (Umsatz); 3,3 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2014: 17,6 Millionen Euro (Umsatz); 694.224 Euro (Jahresüberschuss)
2013: 15,2 Millionen Euro (Umsatz); 411.191 Euro (Jahresüberschuss)
2012: 11,6 Millionen Euro (Umsatz); 724.293 Euro (Jahresüberschuss)
2011: 668.514 Euro (Jahresfehlbetrag)
2010: 280.148 Euro (Jahresfehlbetrag)

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Foto (oben): Jimdo

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.