#Zahlencheck Billie kommt erst auf knapp 5 Millionen Verluste

Im Jahresabschluss 2018 weist das junge FinTech Billie einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 3,1 Millionen aus. 2018 war dabei das erste volle Geschäftsjahr des Unternehmens. Das Factoring-Startup sammelte zuletzt rund 30 Millionen Euro Investorengelder ein.
Billie kommt erst auf knapp 5 Millionen Verluste

Das Berliner Unternehmen Billie, das noch junge Factoring-Startup der Zencap-Gründer Christian Grobe und Matthias Knecht, sammelte zuletzt beachtliche 30 Millionen Euro ein – unter anderem von Creandum, Speedinvest, Picus Capital und Hedosophia. Bis Ende 2018 waren zuvor bereits rund 10 Millionen in Billie, das 2016 gegründet wurde, geflossen. Wie im ds-Podcast Startup-Insider enthüllt, peilte das FinTech bei der letzten Investmentrunde eine Bewertung in Höhe von 200 Millionen Euro an.

Im Jahresabschluss 2018 weist das FinTech einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 3,1 Millionen aus, nach 1,8 Millionen im Vorjahr. 2018 war dabei das erste volle Geschäftsjahr des Unternehmens. “Der Fokus lag entsprechend auf dem weiteren Ausbau des Kundenstamms. Dieses Ziel hat die Gesellschaft erfolgreich erreicht und im Jahresverlauf rund 250 neue Factoringkunden gewonnen. Gleichzeitig hat die Gesellschaft Ihre Geschäftstätigkeit im dritten Quartal auf weitere Kundensegmente ausgedehnt, insbesondere B2B-Marktplätze und B2B e-Commerce-Anbieter”, teilt das FinTech mit. Die erzielten Zinserträge von Billie lagen 2018 übrigens bei 1,2 Millionen, im Vorjahr waren es nur 131.271 Euro.

Das Unternehmen erklärt im Jahresabschluss auch seine Strategie in Sachen Kunden, also den genannten Fokus auf etwa B2B-Marktplätze: “Dieser neue Zweig, der darüber hinaus auch die Angebotspalette von Billie auf das echte Full-Service-Factoring ausgedehnt hat, trug im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 zwar noch weniger als 10% des Umsatzes bei, ist aufgrund der starken technischen Integration besser planbares Volumen als jenes mit KMU und Freiberuflern, die eine Abtretung ihrer Forderungen auf Einzelbasis jeden Monat neu entscheiden”.

Mit den Zahlen zeigt sich das Billie-Team zufrieden: Der ambitionierte Geschäftsplan sei in punkto finanziertes Forderungsvolumen im Großen und Ganzen erreicht worden. “Aufgrund der noch verfügbaren Eigenmittel und einer für die zweite Jahreshälfte 2019 geplanten weiteren Finanzierungsrunde wird die Vermögens- und Finanzlage als sehr gut beurteilt. Die Ertragslage wird als solide eingeschätzt, da zwar der ambitionierte Geschäftsplan im zweiten Jahr nur knapp verfehlt wurde und die Umsätze insbesondere im 4. Quartal stark zugenommen haben”.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2018
* Nach Aufnahme des Geschäftsbetriebs am 28.4.2017 ist Billie im Jahr 2018 in ihr erstes volles Geschäftsjahr gegangen. Der Fokus lag entsprechend auf dem weiteren Ausbau des Kundenstamms. Dieses Ziel hat die Gesellschaft erfolgreich erreicht und im Jahresverlauf rund 250 neue Factoringkunden gewonnen. Gleichzeitig hat die Gesellschaft Ihre Geschäftstätigkeit im dritten Quartal auf weitere Kundensegmente ausgedehnt, insbesondere B2B-Marktplätze und B2B e-Commerce-Anbieter. Dieser neue Zweig, der darüber hinaus auch die Angebotspalette von Billie auf das echte Full-Service-Factoring ausgedehnt hat, trug im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 zwar noch weniger als 10% des Umsatzes bei, ist aufgrund der starken technischen Integration besser planbares Volumen als jenes mit KMU und Freiberuflern, die eine Abtretung ihrer Forderungen auf Einzelbasis jeden Monat neu entscheiden.
* Für das Jahr 2018 wurden Forderungen im Volumen von EUR 66,4 Mio. (Vj. EUR 6,8 Mio.) verarbeitet. Der Zins- und Gebührenüberschuss im gleichen Zeitraum betrug TEUR 910,7 (Vj. TEUR 86,4).
* Die Personalaufwendungen lagen im Berichtsjahr insbesondere aufgrund der gestiegenen Mitarbeiterzahl bei TEUR 2.194,2 (Vj. TEUR 1.016,0).
* Das Jahresergebnis betrug 2018 TEUR -3.130,6 (Vj. TEUR -1.826,1).
* Die Geschäftsführung ist mit dem ersten Geschäftsjahr zufrieden, da der ambitionierte Geschäftsplan in punkto finanziertes Forderungsvolumen im Großen und Ganzen erreicht wurde. Aufgrund der noch verfügbaren Eigenmittel und einer für die zweite Jahreshälfte 2019 geplanten weiteren Finanzierungsrunde wird die Vermögens- und Finanzlage als sehr gut beurteilt. Die Ertragslage wird als solide eingeschätzt, da zwar der ambitionierte Geschäftsplan im zweiten Jahr nur knapp verfehlt wurde und die Umsätze insbesondere im 4. Quartal stark zugenommen haben.
* Mitarbeiter: Im Jahr 2018 beschäftigte die Gesellschaft im Durchschnitt 22 Mitarbeiter.

Billie im Zahlencheck

2018: 3,1 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2017: 1,8 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2016: 64.748 Euro (Jahresfehlbetrag)

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Foto (oben): Billie

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.