#Zahlencheck tado steigert Umsatz kräftig – Jahresfehlbetrag aber wieder bei mehr als 11 Millionen

2016 konnte tado überhaupt nicht überzeugen. 2017 konnte das junge Münchner Unternehmen sein Rohergebnis aber deutlich steigern. Der Jahresfehlbetrag von tado ist aber weiter extrem üppig. 2017 waren es 11,2 Millionen, im Vorjahr 11,3 Millionen.
tado steigert Umsatz kräftig – Jahresfehlbetrag aber wieder bei mehr als 11 Millionen

Bis Ende 2017 flossen bereits 40,7 Millionen Euro in das Münchner Startup tado, das 2011 an den Start ging. Zuletzt lief es bei den Bajuwaren, die mit ihrer Technologievsowohl alte, als auch neue Heizungssysteme fit für das Internet-Zeitalter machen, aber nicht rund. 2016 wollte der IoT-Star seinen Umsatz steigern. Der Plan schlug aber fehl! das erzielte Rohergebnis lag gerade einmal bei 2,7 Millionen, nach 3,7 Millionen im Vorjahr. 2017 hat tado aber tatsächlich die Kurve bekommen: Das Rohergebnis stieg auf 6,2 Millionen.

“Grund für diese Entwicklung waren vor allem eine stabile Lieferkapazität und damit die Einhaltung vereinbarter Lieferzeiten, sowie erfolgreiche Marketingaktivitäten”, teilt das Unternehmen im brandneuen Jahresabschluss mit. Somit ist dann auch noch einmal deutlich beschrieben. woran es im Jahr zuvor mangelte! Die positive Entwicklung schlug sich auch auf die Investorenseite von tado aus. Ende 2018 flossen weitere 50 Millionen US-Dollar, derzeit rund 43 Millionen Euro, in tado. Zu den Geldgeber gehörten amazon, E.ON, Total Energy Ventures und die Europäische Investitionsbank.

Der Jahresfehlbetrag von tado ist aber weiter üppig. 2017 waren es 11,2 Millionen, im Vorjahr 11,3 Millionen. Insgesamt kostete der Aufbau von tado bereits 32,9 Millionen. Wenn das Unternehmen seinen Kurs weiter so verfolgt, wird der Umsatz sicherlich weiter kräftig steigen. tado wird aber auch schnell noch mehr Geld benötigen.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2017
* Die Geschäftsentwicklung hat sich gegenüber 2016 positiv dargestellt. Die zentralen Erfolgsindikatoren Umsatz und Gross Margin haben sich im aktuellen Jahr positiv im Sinne der Erwartungshaltung entwickelt. Die Ertragslage wurde positiv unterstützt von einer Vielzahl an Produktinnovationen. Unter anderem erfolgte die Zertifizierung und Anbindung von tado Produkten an Google Home, Apple HomeKit und Amazon Echo. Gleichzeitig wurden strukturelle Veränderungen im Rahmen der strategischen Planung weiter vorangetrieben, die ein nachhaltiges Wachstum sicherstellen werden. Um die Herausforderungen zu bewältigen wurden u.a. das tado Team in 2017 auf mehr als 150 Beschäftigte aufgestockt und mit Toon Bouten ein erfahrener CEO gewonnen.
* Unsere wesentliche Ergebnisquelle stellt der Verkauf unserer Produkte über die verschiedenen Vertriebskanäle dar. Unsere Umsätze hängen dabei stark von saisonalen Faktoren ab. So wird derzeit noch ein Großteil des Umsatzes in den Wintermonaten erwirtschaftet.
* Die dargestellte Entwicklung führte dazu, dass die Umsatzerlöse in 2017 deutlich gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Grund für diese Entwicklung waren vor allem eine stabile Lieferkapazität und damit die Einhaltung vereinbarter Lieferzeiten, sowie erfolgreiche Marketingaktivitäten.
* Der Jahresfehlbetrag ist gegenüber dem Vorjahr um TEUR 40 auf TEUR 11.224 zurückgegangen. Damit bleibt das Jahresergebnis auch in 2017 negativ.
* Wir erwarten, dass die Umsatzerlöse in 2018 erneut deutlich gesteigert werden können, operative Maßnahmen Wirkung zeigen und die Gross Margin ebenfalls wieder gesteigert werden kann und die Gesellschaft auf den Wachstumspfad weiter voranschreitet.

tado im Zahlencheck

2017: 6,2 Millionen Euro (Rohergebnis); 11,2 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2016: 2,7 Millionen Euro (Rohergebnis); 11,3 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2015: 3,7 Millionen Euro (Rohergebnis); 6,3 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)

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Foto (oben): tado

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.