#Zahlencheck Travian: Umsatz geht immer weiter zurück – nun nur noch 26,2 Millionen

Der Umsatz der Münchner Spieleschmiede Travian ging in den vergangenen Jahren von 57,1 Millionen Euro auf zuletzt 26,2 Millionen zurück. Nach zwei verlustreichen Jahren konnte das Unternehmen 2017 aber endlich wieder ein positives Ergebnis erzielen.
Travian: Umsatz geht immer weiter zurück – nun nur noch 26,2 Millionen

Die Spieleschmiede Travian Games kann nach zwei schlechten Jahren endlich wieder ein gutes Jahr verkünden. “Das Jahresergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 1,51 Millionen Euro zurück (2016: – 1,96 Millionen Euro), wobei das negative Ergebnis des Vorjahres durch außerplanmäßige Abschreibungen von Finanzanlagevermögen (5,6 Millionen Euro) geprägt war”, teilen die Münchner im brandneuen Jahresabschluss mit. Der Umsatz der Gamesfirma ging aber auch 2017 wieder zurück – um 5 % – auf 26,2 Millionen. Und im Umsatz für 2017 sind auch noch als Einmaleffekt 1,3 Millionen für die “Lizenzvergabe gegenüber einem chinesischen Spielehersteller” enthalten. Zur Erinnerung: 2009 lag der Umsatz einmal bei 57,1 Millionen.

2018 wollte Travian eigentlich wieder zurück in die Erfolgsspur! “Für das laufende Geschäftsjahr 2018 erwartet die Travian Games GmbH gegenüber 2017 leicht steigende Umsätze. Diese Prognose basiert auf der Entwicklung der Nutzerzahlen sowie dem durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer. Die Geschäftsführung plant, die in 2015 begonnenen Kosten- und Prozessoptimierungen konsequent fortzuführen. Gleichzeitig sollen weitere Investitionen in neue Produkte getätigt werden, die erst im laufenden bzw. am Ende des Geschäftsjahres 2018 auf den Markt kommen werden. Die hieraus erwarteten Umsätze werden den Umsatzrückgang bei den Bestandsspielen ausgleichen, nicht jedoch die erhöhten Entwicklungskosten kompensieren”, heißt es im Jahresabschluss.

Ende 2018 trennte sich Trivian dann aber von 45 Angestellten und stellte zudem das erst im Juli zuvor angekündigte und von der Hamburger Tochter Northworks entwickelte Weltraum-Kampfspiel Startrail Destiny wein, ebenso wie einen unangekündigter Titel der Kölner Studio-Tochter Bright Future. 2017 beschäftigte das Unternehmen im Jahresdurchschnitt 170 Mitarbeiter. 2016 beschäftigte das Unternehmen 164 Mitarbeiter. Im ersten Quartal 2015 waren es noch 178 Mitarbeiter. Hinzukommen aber noch die Mitarbeiter bei den Ablegern Bright Future und northworks. Zum Hintergrund: 2012 waren mal 222 Mitarbeiter bei Travian angestellt. Man darf nun sehr gespannt sein, wie sich Travian 2018 im Detail entwickelt hat. Die letzten Schlagzeilen deuten nicht auf ein gutes Jahr hin.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2017
* Für das Jahr 2017 wurde ein leicht sinkendes Umsatzniveau gegenüber 2016 prognostiziert. Aufgrund der robusten Nachfrage nach etablierten Produkten wurde diese Prognose vollumfänglich erreicht. Die erwartete Ergebnisverbesserung für das Jahr 2017 wurde aufgrund erhöhter Investitionen in neue, teils den Projektzeitplan überschreitende Produkte nicht erreicht. Für das laufende Geschäftsjahr 2018 erwartet die Travian Games GmbH gegenüber 2017 leicht steigende Umsätze. Diese Prognose basiert auf der Entwicklung der Nutzerzahlen sowie dem durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer. Die Geschäftsführung plant, die in 2015 begonnenen Kosten- und Prozessoptimierungen konsequent fortzuführen. Gleichzeitig sollen weitere Investitionen in neue Produkte getätigt werden, die erst im laufenden bzw. am Ende des Geschäftsjahres 2018 auf den Markt kommen werden. Die hieraus erwarteten Umsätze werden den Umsatzrückgang bei den Bestandsspielen ausgleichen, nicht jedoch die erhöhten Entwicklungskosten kompensieren. Insgesamt wird daher mit einer starken Ergebnisminderung aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit gegenüber 2017 gerechnet.
* Die Umsatzerlöse gingen gegenüber dem Vorjahr um 5% auf 26,2 Mio. EUR zurück. Wie bereits in den Vorjahren war auch im Geschäftsjahr 2017 das Online-Spiel “Travian” der Hauptumsatzbringer. Allerdings lieferten das von der Travian Games GmbH entwickelte “Travian: Kingdoms”, das von der Bright Future GmbH entwickelte “Rail Nation” sowie das von der northworks Software GmbH entwickelte Online-Spiel “Goalunited Legends” mit einem Umsatzanteil von insgesamt 37% einen signifikanten Beitrag zum Gesamtumsatz, so dass die Abhängigkeit von Travian Legends auf Vorjahresniveau gehalten werden konnte.
* Die Umsätze beinhalten einen Einmaleffekt von EUR 1,3 Mio. durch Lizenzvergabe gegenüber einem chinesischen Spielehersteller.
* Das Jahresergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 1,51 Mio. EUR zurück (2016: – 1,96 Mio. EUR), wobei das negative Ergebnis des Vorjahres durch außerplanmäßige Abschreibungen von Finanzanlagevermögen (5,6 Mio. EUR) geprägt war.
* Im ersten Quartal 2017 waren bei der Travian Games GmbH insgesamt 166 Mitarbeiter angestellt. Hiervon waren neben den geringfügig Beschäftigten und den Auszubildenden 135 Mitarbeiter in Vollzeit und 17 Mitarbeiter in Teilzeit beschäftigt. Im Laufe des Berichtsjahres verminderte sich die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten um 13 auf 149. Die Anzahl der in Teilzeit beschäftigten Mitarbeiter erhöhte sich auf 18. Im Jahresdurchschnitt wurden inklusive der 10 geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse 170 angestellte Mitarbeiter beschäftigt, davon 5 leitende Angestellte. Daneben bestanden 3 Ausbildungsverhältnisse.

Travian Games im Zahlencheck

2017: 26,2 Millionen Euro (Umsatz); 1,5 Millionen Euro (Jahresergebnis)
2016: 27,5 Millionen Euro (Umsatz); -2,0 Millionen Euro (Jahresergebnis)
2015: 32,5 Millionen Euro (Umsatz); -0,02 Millionen Euro (Jahresergebnis)
2014: 36,8 Millionen Euro (Umsatz); 3 Millionen Euro (Jahresergebnis)
2013: 40,0 Millionen Euro (Umsatz); 3,4 Millionen Euro (Jahresergebnis)
2012: 48,6 Millionen Euro (Umsatz); 1,1 Millionen Euro (Jahresergebnis)
2011: 49,3 Millionen Euro (Umsatz); 8,3 Millionen Euro (Jahresergebnis)
2010: 52,6 Millionen Euro (Umsatz); 17,3 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2009: 57,1 Millionen Euro (Umsatz); 21,5 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2008: 44,0 Millionen Euro (Umsatz); 20,4 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2007: 14,2 Millionen Euro (Umsatz); 5,3 Millionen Euro (Jahresüberschuss)

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.