#Offline Soul Zen – von Rocket mit Millionen finanziert – steht vor dem Aus

Soul Zen, ein Online-Shop für Yogamattenspray, Bleistifte und Räucherstäbchen-Sets, ist insolvent. Ebenfalls insolvent ist das Wiener Zahnbürsten-Startup Amabrush. Zudem stellt Klarna die Payment-App Wavy, die aus dem gescheiterten Startup Cookies hervorgegangen ist, ein.
Soul Zen – von Rocket mit Millionen finanziert – steht vor dem Aus

+++ Das Berliner Startup Soul Zen, ein Online-Shop für Yogamattenspray, Bleistifte und Räucherstäbchen-Sets, steht vor dem Aus, das Unternehmen ist insolvent. Im Handelsregister heißt es: “Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Schuldnerin wird wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung als Hauptinsolvenzverfahren eröffnet. Es wird Eigenverwaltung angeordnet. Die Schuldnerin ist berechtigt, unter Aufsicht des Sachwalters die Insolvenzmasse zu verwalten und über sie zu verfügen. Zum Sachwalter wird bestellt: Rechtsanwalt Torsten Martini”.

+++ In schönster PR-Sprache positionierte sich die Jungfirma, die von Sarah Bachmair, ehemals Chefeinkäuferin bei Westwing, Sarah Erichsen (2018 ausgestiegen) und Christoph Lukaseder gegründet wurde, als “Marke für Achtsamkeit und Entschleunigung” bzw. als “Marke für moderne Spiritualität”. “Die Idee zu Soul Zen ist aus unserem eigenen Bedürfnis heraus entstanden. Ich war auf der Suche nach Inspirations- und Energiequellen, die mir dabei helfen, mehr auf mich selbst zu achten. Viele davon sind unästhetisch und besonders für Einsteiger nicht gut erklärt. Es war mir unmöglich, über meine Leidenschaft reden zu können, ohne von meinen Freunden schief angeschaut zu werden”, erklärte Bachmair 2017 das Konzept hinter Soul Zen. Im Grunde versuchte das Unternehmen im boomenden Segemtn Direct-to-Consumer-Brands mitzumischen.

+++ Zu den Investoren von Soul Zen gehört vor allem der Rocket-Geldgeber Global Founders Capital (GFC). Aber auch Finanzstaatssekretär Jörg Kukies und Westwing-Macher Stefan Smalla sind am Unternehmen beteiligt. Eine niederige Millionensumme soll bis 2018 in die Jungfirma geflossen sein. Rocket Internet hielt über mehrere Vehikel insgesamt rund 27 % der Soul Zen-Anteile.

+++ Ebenfalls insolvent ist das Wiener Zahnbürsten-Startup Amabrush – bekannt aus der TV-Show “Das Ding des Jahres”. “We are really sorry that we don’t have any better news for you. Still, we want to share every detail with you and wrap up our history, so that you can understand what brought us to this point”, schreibt das Unternehmen in eigener Sache. “Erst vor zwei Wochen wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Wien Ermittlungen gegen das Zahnbürsten-Startup Amabrush aufgenommen hatte. Der Grund: Verdacht auf schweren Betrug” – berichtet Gründerszene zum Ende der Jungfirma. Über Indiegogo und Kickstarter sammelte Amabrush in der Vergangenheit rund insgesamt 4,65 Millionen Euro ein.

+++ Zu guter Letzt noch ein Hinweis auf die Payment-App Wavy, die aus dem gescheiterten Startup Cookies hervorgegangen ist. Betreiber Klarna stellt die App nicht mal zwei Jahre nach der Übernahme nun ein. Über Wavy konnten sich Nutzer untereinander Geldbeträge senden, aber auch Transaktionen mit unangemeldeten Dritten durchführen. Auch Wettbewerber wie Avuba, Cashlink, Cringle, Lendstar und Payfriendz konnten zuletzt das P2P-Payment-Welt nicht rocken. Das Segment darf man nun getrost als verbrannt bezeichnen.

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Foto (oben): Shutterstock