#Zahlencheck Scalable Capital: In einem Jahr von 2.400 auf über 20.000 Kunden

Scalable Capital ist gut unterwegs! Die Provisionserträge des FinTechs stiegen zuletzt von 108.079 Euro auf 1,2 Millionen Euro. Die Zahl der Kunden stieg zeitgleich von 2.400 auf über 20.000 Kunden. Ein halbes Jahr später waren es dann schon rund 30.000.
Scalable Capital: In einem Jahr von 2.400 auf über 20.000 Kunden

Das Münchner FinTech Scalable Capital gehört zu den großen FinTech-Hits im Lande. Geldgeber wie Holtzbrinck Ventures, Tengelmann Ventures und Monk’s Hill Ventures sowie der Vermögensverwalter Blackrock investierten bisher rund 40 Millionen Euro in den Münchner Robo-Advisor, der 2014 von Florian Prucker, Erik Podzuweit, Patrick Pöschl, Adam French und Stefan Mittnik gegründet wurde. Blackrock hält inzwischen rund 35% an Scalable Capital.

Das Unternehmen, eine kleine Kapitalgesellschaft erwirtschaftete 2017 einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 4,8 Millionen, der höchste in der jungen Firmengeschichte. Insgesamt kostete der Aufbau des Startups bisher 8,6 Millionen. Weitere spannende Zahlen liefert der Scalable Capital-Ableger, die Scalable Capital Vermögensverwaltung GmbH, deren Jahresfehlbetrag 2017 bei 1,8 Millionen und 2016 bei 1,1 Millionen lag.

Im Ableger gibt es auch Infos zum Stand der Dinge bei Scalable Capital: “Vor diesem Hintergrund konnte die Gesellschaft im Verlaufe des Geschäftsjahres 2017 eine signifikante Steigerung sowohl des verwalteten Kundenvermögens (Assets under Management) von mehr als EUR 100 Millionen zum Ende des Jahres 2016 auf mehr als EUR 600 Millionen als auch der Kundenanzahl von über 2.400 auf über 20.000 verzeichnen. Die Gesellschaft erfüllte somit die Prognose aus dem Vorjahr (“erheblicher Anstieg”). Bei der Gesellschaft waren zum 31. Dezember 2017 die beiden Geschäftsführer tätig und sieben Mitarbeiter (Vorjahr: zwei Mitarbeiter) beschäftigt. Die Stabilität im Personalbestand wirkte sich ebenfalls positiv auf die Geschäftsentwicklung aus. Der für das Geschäftsjahr 2017 prognostizierte Provisionsertrag im oberen sechsstelligen Bereich wurde übertroffen”. Die Provisionserträge sind im Jahresabschluss für 2016 mit 108.079 Euro angegeben. 2017 waren es dann schon 1,2 Millionen.

Im Ausblick auf 2018 zeigten sich die Bajuwaren sehr zuversichtlich: “Wir erwarten für die von uns angebotene Vermögensverwaltung bezogen auf das zu verwaltende Vermögen, welches sich über die Vergütung unmittelbar auf das Provisionsergebnis auswirkt, innerhalb des Geschäftsjahres 2018 einen erheblichen Anstieg des verwalteten Kundenvermögens. Vor diesem Hintergrund erwartet die Geschäftsführung deutlich steigende Provisionserträge für das Geschäftsjahr 2018, die sich im niedrigen siebenstelligen Bereich bewegen. Da ein deutlicher Anstieg der Kosten aufgrund weiteren Personalbedarfs und zusätzlichen Marketingausgaben ebenfalls abzusehen ist, wird weiterhin ein negatives Jahresergebnis in ähnlicher Höhe wie 2017 erwartet, was der planmäßigen Entwicklung entspricht”. Scalable Capital ist somit gut unterwegs. Die Provisionserträge werden aber noch einige Jahre weiter stark wachsen müssen, bis sich das Geschäft rechnet.

Im Mai des vergangenen Jahres teilte das Startup übrigens mit, dass man nun mehr als 1 Milliarde Euro verwalten würde. “Weltweit hat kein anderer unabhängiger Robo-Advisor die Milliardengrenze so schnell erreicht wie das in München und London ansässige Fintech. Auf dem deutschen Markt ist Scalable Capital damit klarer Marktführer”, hieß es dazu in der Presseaussendung. Die Zahl der Kunden lag dabei bei rund 30.000. Scalable Capital war somit auch 2018 bereits ziemlich gut unterwegs.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2017
* Die Gesellschaft erbringt gegenüber der Scalable Capital Vermögensverwaltung GmbH Leistungen im Zusammenhang mit der IT-technischen Umsetzung und Überwachung der durch die Scalable Capital Vermögensverwaltung GmbH vorgegebenen Anlagestrategien auf Einzelkundenebene. Im Weiteren erbringt die Gesellschaft auch Leistungen für Werbemaßnahmen und Lizenzen sowie für die Geschäftsführung, Compliance, Human Ressources, Finanzen und betriebliche Kosten und verrechnet sämtliche Leistungen an das Tochterunternehmen (TEUR 2.311). Entsprechend erfolgt eine Verrechnung an die Scalable Capital Limited (TEUR 189). Der Ausweis erfolgt in Höhe von TEUR 2.500 im Rohergebnis.
* Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter während des Geschäftsjahres betrug 30, davon waren durchschnittlich 0 Mitarbeiter zu ihrer Ausbildung bzw. ihrem Studium beschäftigt und 0 in der Freistellungsphase (z. B. Altersteilzeit, Elternzeit). Damit ergibt sich eine Arbeitnehmerzahl i. S. v. § 267 Abs. 5 HGB von 30.

Scalable Capital im Zahlencheck

2017: 4,8 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2016: 2,8 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2015: 946.656 Euro (Jahresfehlbetrag)
2014: 20.936 Euro (Jahresfehlbetrag)

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Foto (oben): Scalable Capital

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.