#Zahlencheck Der Aufbau von Springlane kostete bereits 26,6 Millionen

Auch 2017 waren die Verluste von Springlane wieder enorm. Bei gleichbleibenden Verlusten - drei Jahre mehr als 6 Millionen - reicht das Kapital von Springlane nun nicht mehr lange. 2018 müsste deswegen schon extrem gut gelaufen sein für Springlane, wenn man für 2019 von einem "positiven EBITDA" ausgeht.
Der Aufbau von Springlane kostete bereits 26,6 Millionen

In den vergangenen Jahren wandelte sich das Düsseldorfer Startup Springlane von einen Shop rund um die Küche und Kochen zur einer Shop-Plattform, die Rezeptideen, Kochwissen und stylische Koch-Produkte, in diesem Fall lukrative Eigenmarken wie Eismaschinen, anbietet. Der Aufbau des Unternehmens kostete bereits 26,6 Millionen. Bekannte Investoren wie Holtzbrinck Ventures und Tengelmann Ventures stiegen im vergangenen Jahr überrascht bei Springlane aus.

Das Geldgeber-Duo, das immerhin Dickschiffe wie zalando groß gemacht hat, glaubte ganz offensichtlich nicht an das geänderte Springlane-Konzept. Andere Investoren wie Heliad Equity Partners (23,4 %) und TriPos (18,3 %) und Crosslantic (5,3 %) dagegen schon. Das Unternehmen selbst sieht sich unterdessen auf einem guten Weg. “Die Mittelfristplanung der Gesellschaft geht erstmals für das Geschäftsjahr 2019, unter der Annahme eines weiterhin starken Umsatzwachstums in den neuen Geschäftsbereichen, von einem positiven EBITDA aus”, heißt es im Jahresabschluss für 2017. Zeitgleich wollen die Rheinländer aber auch weitere Investorengelder einsammeln: “Es ergibt sich somit mindestens bis 2019 ein weiterer Liquiditätsbedarf, welcher planmäßig durch die derzeitigen, oder neu eintretende, Gesellschafter, oder aber durch die Aufnahme einer festverzinslichen Finanzierung gedeckt werden soll. Die Integration des Geschäftsmodells spiegelt sich zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses bereits in stark verbesserten Deckungsbeiträgen wieder. Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgte daher unter der Annahme der Unternehmensfortführung”.

2017 spendierten die Geldgeber Springlane noch einmal 996.531 Euro. Insgesamt flossen bis Ende 2017 somit 30,4 Millionen in das junge Unternehmen, das 2012 an den Start ging. Die kleine Kapitalgesellschaft erwirtschaftete 2016 und 2017 jeweils einen Jahresfehlbetrag in Höhe von rund 6,9 Millionen Euro. Umsatzzahlen von Springlane sind nicht bekannt. Bei gleichbleibenden Verlusten – drei Jahre mehr als 6 Millionen – reicht das Kapital von Springlane nicht mehr lange. 2018 müsste deswegen schon extrem gut gelaufen sein für Springlane, wenn man für 2019 von einem “positiven EBITDA” ausgeht.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2017
* Die Mittelfristplanung der Gesellschaft geht erstmals für das Geschäftsjahr 2019, unter der Annahme eines weiterhin starken Umsatzwachstums in den neuen Geschäftsbereichen, von einem positiven EBITDA aus. Es ergibt sich somit mindestens bis 2019 ein weiterer Liquiditätsbedarf, welcher planmäßig durch die derzeitigen, oder neu eintretende, Gesellschafter, oder aber durch die Aufnahme einer festverzinslichen Finanzierung gedeckt werden soll. Die Integration des Geschäftsmodells spiegelt sich zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses bereits in stark verbesserten Deckungsbeiträgen wieder. Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgte daher unter der Annahme der Unternehmensfortführung.
* Die Vorratsgruppe “Fremdmarken” wurde auf den niedrigeren beizulegenden Wert aufgrund der Änderung des Geschäftsmodells in 2017 abgeschrieben. Die Wertermittlung hierbei erfolgte durch die retrograde Bewertung vom Verkaufspreis.
* Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 6.878.383,69 mit dem Verlustvortrag in Höhe von EUR 19.699.160,88 zu verrechnen und auf neue Rechnung vorzutragen.
* Im Februar 2018 wurde ein neuer Darlehensvertrag mit den Gesellschaftern abgeschlossen.
* Das gezeichnete Kapital erhöhte sich im Geschäftsjahr 2017 um EUR 2.763,00 auf EUR 116.646,00 und ist voll eingezahlt. Insgesamt wurde die Kapitalrücklage um EUR 996.531,21 durch Bareinzahlung erhöht.

Springlane im Zahlencheck

2017: 6,9 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2016: 6,9 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2015: 6,3 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2014: 3,3 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2013: 2,9 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.