#Hintergrund Die heißen Investments von Sebastian Diemer

"Ich habe noch nie auf Basis von Powerpoint-Folien in fremde Teams investiert", sagt Seriengründer Sebastian Diemer. "Es sind immer Wetten auf Leute, mit denen ich zusammengearbeitet habe", sagt der Kreditech- und Finiata-Gründer. Wir haben alle seine aktuellen Beteiligungen zusammengetragen.
Die heißen Investments von Sebastian Diemer

In den vergangenen Jahren baute Sebastian Diemer Unternehmen wie Gigalocal (2013 eingestellt) und die FinTech-Firmen Kreditech und Finiata , wo er gerade aus dem operativen Geschäft ausgestiegen ist, auf. Daneben investierte der leidenschaftliche Motocross-Fahrer Diemer, den das Manager Magazin “Poster-Boy der deutschen Fintech-Szene” nennt, in den vergangenen Jahren in diverse Startups. Wir haben einmal alle heißen Investments des Seriengründers zusammengetragen.

“Ich investiere immer so, dass entweder die Mehrheit am Unternehmen habe und die Company mit aufbaue, oder bei Leuten, mit denen ich intensiv zusammengearbeitet habe”, sagt Diemer auf Anfrage zu seiner Investmentstrategie. “Es gab bisher keine Company, bei der ich mir eine Idee angehört habe und dann Geld investiert habe. Es sind immer Wetten auf Leute, mit denen ich zusammengearbeitet habe, die in einem spannenden Markt etwas machen. Wobei mir dabei die Leute wichtiger sind als der Markt oder das Modell. Ich habe noch nie auf Basis von Powerpoint-Folien in fremde Teams investiert”. Hier aber nun Diemers Beteiligungen. Daneben kümmert er sich mit Albatros Real Estate auch noch um das Trendthema Immobilienentwicklung und ist als Geldgeber bei La Famiglia und Fly Ventures an Bord.

Die heißen Investments von Sebastian Diemer

Bullet
Hinter Bullet stecken Florian Eismann (ehemals Friday und FinanceFox), der ehemalige Digitalkasten-Macher Leo Laun und Seong-Min Kang, früher CTO von Lendico. Wie Digitalkasten (siehe unten) digitalisiert das Startup den Postversand. Zielgruppe von Bullet sind aber Unternehmen. Mit Bullet können Kunden ihre Post digitalisieren, archivieren und verwalten.

coinsafe
Das Bielefelder Startup coinsafe will die Geldanlage in Krypto-Währungen vereinfachen. “coinsafe bildet dynamisch die Performance des Krypto-Markts ab und ermöglicht mit dem automatisierten Portfolio jedem zuverlässig, einfach und schnell Zugang zu bestmöglicher Rendite in der Anlageklasse Krypto”, heißt es auf der Startseite des junge Unternehmens. Geführt wird das Startup von Kai H. Kuljurgis, Gründer von skill-fisher. Diemer ist hier mit einem Mini-Anteil an Bord.

Coya
Das Berliner Startups Coya, eine digitale Versicherung, sammelte bereits vor dem Start über 10 Millionen US-Dollar – unter anderem von Peter Thiels Valar Ventures, e.ventures und La Famiglia. Gegründet wurde Coya von Andrew Shaw, ehemaliger CIO von Kreditech, Peter Hagen, ehemals Vienna Insurance Group (VIG), und Sebastian Villarroel, ehemaliger Datenexperte bei Kreditech, Allianz und Zenmate. “Mit unserem einzigartigen Mix aus Versicherungs-, Technologie- und Data Science-Expertise haben wir das Geschäftsmodell Versicherung von Grund auf neu durchdacht”, sagte Mitgründer Shaw bereits im vergangenen Jahr.

Digitalkasten
Wie Bullet digitalisiert Digitalkasten die täglich Post. “Wir ermöglichen den digitalen Zugriff auf die tägliche Post, mit allen Vorteilen, die das mit sich bringt. Dabei halten wir uns strikt an die gesetzlichen Vorgaben und wahren selbstverständlich das Briefgeheimnis”, sagte Gründer Leo Laun zum Start. Damit dies funktioniert, scannt Digitalkasten die Post seiner Kunden. Nutzer des Dienstes können ihre Post dann per App auf dem Smartphone lesen. Digitalkasten kostet zum Start 20 Euro im Monat.

Dr.Smile
Das Berliner Startup Dr.Smile (früher als Smile.xyz bekannt) setzt auf unsichtbare Zahnschienen – sogenannte Aligner. Über die Jungfirma, die von Christopher von Wedemeyer geführt wird, können Onliner Termine mit Zahnärzten in Berlin, Hamburg oder Düsseldorf buchen. Angeschoben wurde das Startup vom ehemaligen GoButler-Macher Jens Urbaniak, der aber seit Juni nicht mehr Geschäftsführer des jungen Zahn-Unternehmens ist. Als Angel ist zudem Markus Fuhrmann an Bord. Auf ein ähnliches Konzept setzt Sunshine Smile, ebenfalls aus Berlin.

Flatfair
Das britische Startup Flatfair kümmert sich um das Thema Kautionsfreies Mieten. “Instead of an expensive deposit, tenants pay flatfair an affordable membership fee – split evenly between the household. Tenants cover the cost of any proven claims after their tenancy, with full transparency into what they’re paying for and why”, heißt es in der Selbstbeschreibung des Unternehmen.

IDnow
Wie bei coinsafe ist Diemer auch bei IDnow mit einem Mini-Anteil an Bord. Zuletzt investierte G+D Ventures, der Corporate Venture-Ableger der Sicherheitstechnikfirma Giesecke+Devrient, einen “signifikanten Millionenbetrag” in IDnow, ein Münchner Startup rund um Video-Identifikation und E-Signing. Insgesamt flossen bereits 10 Millionen Euro in das junge Unternehmen.

WirkaufendeinenFlug.de
Anfang 2016 ging WirkaufendeinenFlug.de an den Start. Geführt wird das Unternehmen von Konstantin Loebner und Mehdi Afridi. “Wir vereinfachen und beschleunigen den Prozess der Entschädigungszahlung nach verspäteten oder ausgefallenen Flügen. Normalerweise ist dieser Ablauf total bürokratisch und langwierig – was daran liegt, dass natürlich keine Airline gern Entschädigungssummen zahlt”, sagte Mitgründer Loebner zum Start.

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Foto (oben): Finiata

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.