#Zahlencheck Hidden Champion aus München: 198 Mitarbeiter, 30 Millionen Venture Capital, 22,7 Millionen Verlust

In den vergangenen Jahren flossen über 30 Millionen Euro in Shore. Im Jahresabschluss 2016 präsentiert sich Shore als äußerst verlustreiches Startup. Der Jahresfehlbetrag betrug imposante 10,8 Millionen Euro. Insgesamt häufte shore seit dem Start Verluste in Höhe von 22,7 Millionen an.
Hidden Champion aus München: 198 Mitarbeiter, 30 Millionen Venture Capital, 22,7 Millionen Verlust

An das Münchner Startup Shore glauben gewichtige Investoren – etwa die Metro, die Funke Mediengruppe und die erfolgreichen zalando-Gründer. Mehr als 30 Millionen Euro flossen bereits in das junge Unternehmen (ehemals Termine24), das 2012 von Alexander Henn und Philip Magoulas gegründet wurde. Shore bietet eine Software an, mit der unter anderem Friseure, Sportanbieter und Ärzte ihr Kundenmanagement Kassensystem und Marketing meistern können. Wir werden einmal einen Blick auf die aktuellen Zahlen von Shore.

Im Jahresabschluss 2016 präsentiert sich Shore, das damals 198 beschäftigte, als äußerst verlustreiches Startup. Der Jahresfehlbetrag betrug imposante 10,8 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es gerade einmal 6,9 Millionen. Insgesamt häufte shore seit dem Start Verluste in Höhe von 22,7 Millionen Euro an. 47,8 % dieses Verlustes entfallen dabei auf das Jahr 2016. Im Interview mit deutsche-startups.de lieferte Mitgründer Henn schon vor knapp zwei Jahren – kurz nach der letzten VC-Runde – eine Erklärung für die Zahlen: “Diese Investitionen geben uns die Möglichkeit, noch stärker und gezielt in strategisch wichtigen Bereichen zu investieren. Dabei haben wir insbesondere zwei wichtige Schwerpunkte: Zum einen werden wir noch stärker in die Produktentwicklung investieren, um unsere Software-Lösungen noch stärker zu machen und weitere Features anbieten zu können”.

Shore investierte somit zuletzt massiv in sein Produkt. Diese verlustreiche Stratege kann sich das Shore-Team auch noch eine Weile leisten. Die Kapitalrücklage des Unternehmens beträgt noch rund 30,3 Millionen Euro. Umsatzzahlen oder andere Zahlen, aus denen man das Wachstum noch Shore herauslesen könnte, gibt es leider keine. Die “mittelgroße Kapitalgesellschaft” liefert dazu kein Material. Wie andere Softwareschmieden auch, muss Shore erst einmal einige Jahre in sein Angebot investieren, um dann die Früchte ernten zu können. Wir beobachten Shore weiter und freuen uns auf den Jahresabschluss 2017.

Shore im Zahlencheck

2016: 10,8 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2015: 6,9 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2014: 3,1 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2013: 1,3 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)

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Foto (oben): Shore

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.