Medienkonzern nun größter Anteilseigner Darum setzt Naspers massiv auf Delivery Hero

Der Medienkonzern Naspers ist nun größte Anteilseigner von Delivery Hero. Insgesamt pumpte das Unternehmen in wenigen Monaten mehr als 1 Milliarde Euro in den Essensvermittler. Während Rocket Internet zuletzt rund 1 Milliarde mit Verkäufen von Delivery Hero-Anteilen machte.
Darum setzt Naspers massiv auf Delivery Hero

Vor wenigen Tagen verkaufte Rocket Internet 22 Millionen Delivery Hero-Aktien an Naspers. Der südafrikanische Medienkonzern, der dafür 660 Millionen zahlte, hält nun 23,6 % am Berliner Essensvermittler und ist damit der größte Anteilseigner des börsennotierten Grown-ups. Der Berliner Internet-Investor Rocket Internet hält nun nur noch 13 % am Unternehmen.

Der Medienkonzern Naspers stieg erst im Mai – kurz vor dem IPO – bei Delivery Hero ein und zahlte damals 387 Millionen Euro für rund 10,9 % am Unternehmen. Im Zuge des Börsengangs kaufte Naspers weitere Aktien. Insgesamt pumpte der Medienkonzern in wenigen Monaten mehr als 1 Milliarde Euro in den Essensvermittler. Während Rocket Internet zuletzt rund 1 Milliarde mit Verkäufen von Delivery Hero-Anteilen machte. Vor dem IPO hielt Rocket Internet noch 35,7 % an Delivery Hero, danach 25,7 %.

Während Rocket Internet sich somit immer weiter bei Delivery Hero zurückzieht – und versucht seine Aktionäre mit den Verkäufserlösen glücklich zu machen bzw. den eigenen Kurs zu heben, glaubt Naspers, das an Firmen wie Tencent, Mail.Ru oder Flipkart beteiligt ist, weiter an Delivery Hero und die Vermittlung von Essen über das Internet. Warum eigentlich? “Delivery Hero ist bereits heute in den meisten seiner Märkte der führende Online-Marktplatz für Essensbestellungen und -lieferungen”, sagt Naspers-Chef Bob van Dijk kurz und knapp.

“Der Bereich der Lieferdienste für Essen ist nach wie vor unterentwickelt und wächst weltweit rasant”, führt van Dijk weiter aus. “Viele Märkte spüren bereits die starke Zugkraft dieser Industrie, aber wir glauben, dass das Potenzial in wachstumsstarken Märkten noch deutlich größer ist als im Westen.” Dazu passen die beiden letzten Übernahmen von Delivery Hero – einmal in Südkorea (Foodfly) und einmal Panama (Appetito24). Delivery Hero wird somit seinen Kurs weiter fortsetzen.

Für das laufende Jahr peilt Delivery Hero, das in den vergangenen Jahren insbesondere durch Übernahmen gewachsen ist, einen Umsatz in Höhe von 540 Millionen Euro an. Im ersten Halbjahr waren es 246,5 Millionen Euro. Noch aber schreibt Delivery Hero massiv Verluste – 209,9 Millionen Euro im ersten Halbjahr. Zum Vergleich: 2016 erwirtschaftete Delivery Hero rund 297 Millionen Euro Umsatz und machte 221 Millionen Verlust. An der Börse wird Delivery Hero derzeit mit rund 5,68 Milliarden Euro bewertet.

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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