IPO, IPO, IPO Die großen (weltweiten) Börsenpläne des Oliver Samwer

Größer, schneller, weiter: Nach zalando soll nicht nur Rocket Internet an die Börse, sondern auch Westwing und HelloFresh. Der Kochabodienst, der gerade erst 50 Millionen Dollar eingesammelt hat, soll laut manager magazin "möglichst bald in Australien an die Börse gebracht werden".
Die großen (weltweiten) Börsenpläne des Oliver Samwer

Schon lange bahnt sich ein Börsengang von zalando an. Zuletzt gab es zudem Spekulationen über einen Börsengang von zalando-Förderer Rocket Internet selbst – siehe “IPO noch 2014: Nun soll (wohl) auch Rocket Internet an die Börse“. Nach Informationen das manager magazin ist der Börsenhunger des Über-Inkubators damit aber noch lange nicht gestillt: So werde derzeit der Möbel-Shopping-Club Westwing auf Börsentauglichkeit getrimmt, ebenso wie HelloFresh. Von Rocket Internet gab es bisher keine Stellungnahme zum Thema.

Der Lebensmittel-Lieferservice HelloFresh, der gerade erst 50 Millionen US-Dollar eingesammelt hat, soll demnach “möglichst bald in Australien an die Börse gebracht werden”. Seit Ende Dezember 2011 liefert Hellofresh seinen Nutzern Zutaten und passende Rezepte ins Haus. Momentan ist das Start-up in Deutschland, Österreich, Großbritannien, den Niederlanden, Australien und den USA unterwegs. 120 Mitarbeiter arbeiten derzeit für Hellofresh. Nach eigenen Angaben liefert das Start-up aktuell “deutlich über eine Millionen Mahlzeiten pro Monat an seine Kunden” aus. Was aber nicht bedeutet, dass das Unternehmen eine Millionen Kunden hat, immerhin sind pro Lieferung mehrere Mahlzeiten enthalten. Erstaunlich aber: In diesem Jahr wirkte Hellofreh “bisher Cash-Flow positiv”.

Der Möbelversender Westwing, der 2013 bekanntlich 110 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete, soll dagegen in Frankfurt den Sprung aufs Parkett wagen. “Ebenso wie Rocket Internet selbst und das ehemalige Rocket-Gewächs zalando”. Der Online-Modehändler soll laut Bericht “als Wegbereiter als Erstes im Herbst aufs Parkett”. Der Londoner Hedgefonds Odey Asset Management, Fidelity Worldwide Investment und Tengelmann Ventures investierten kürzlich zusammen 72 Millionen Euro in den Shoppingclub Westwing. Insgesamt sammelte das junge Unternehmen damit 150 Millionen Euro ein. Zu den anderen Investoren des Unternehmens zählen unter anderem Access Industries, Holtzbrinck Ventures, Kinnevik, Summit Partners und Rocket Internet.

Wenig überraschend ist dagegen eine Personalie: Beim Börsengang von Rocket Internet will Oliver Samwer, Mitgründer des Brutkastens, Vorstandsvorsitzender der Aktiengesellschaft werden. Offiziell nimmt Oliver Samwer derzeit keine operative Rolle bei Rocket Internet ein. Er besorgt aber weltweit das Geld für die Expansionspläne der vielen Projekte des Unternehmens – siehe “Und dann sammelt Oliver Samwer mal eben 2 Milliarden US-Dollar ein“.

Foto: Stock market price display from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.