Üppige Kapitalspritze: Acton steigt beim Übersetzungsdienst tolingo ein

EXKLUSIV Seit den sehr bescheidenen Anfängen in einem Hamburger Gründerzentrum begleitet deutsche-startups.de den Übersetzungsdienstleister tolingo (www.tolingo.de). Inzwischen hat sich das kleine Start-up zu einem beachtlichen Unternehmen mit dutzenden Mitarbeitern und diversen Länderablegern (unter […]
Üppige Kapitalspritze: Acton steigt beim Übersetzungsdienst tolingo ein

EXKLUSIV Seit den sehr bescheidenen Anfängen in einem Hamburger Gründerzentrum begleitet deutsche-startups.de den Übersetzungsdienstleister tolingo (www.tolingo.de). Inzwischen hat sich das kleine Start-up zu einem beachtlichen Unternehmen mit dutzenden Mitarbeitern und diversen Länderablegern (unter anderem in Frankreich, Polen und Italien) entwickelt. Für weitere Expansionspläne ist dank einer kürzlich abgeschlossenen Finanzierungsrunde, bei der Acton Capital Partners einstieg und sich stattliche 20 % der tolingo-Anteile sicherte, nun gesorgt. Bei der bisher nicht offiziell verkündeten Finanzierungsrunde sind zudem die Altgesellschafter Neuhaus Partners (17,5 %) und die KfW (14 %) an Bord. Im Zuge dieser Finanzierungsrunde soll dem Übersetzungs-Start-up, das mit einer Bewertung von 35 Millionen Euro auf Investorensuche ging, Kapital im hohen siebenstelligen Bereich zugeflossen sein.

Über tolingo können Privatleute und Unternehmen Übersetzungen von Texten aller Art in Auftrag geben. Die Übersetzungen werden von Fachübersetzern durchgeführt. Neben der Qualitätkontrolle durch weitere Übersetzer übernimmt Tolingo auch die Abrechnung. Kunden zahlen direkt an das Unternehmen und die Übersetzer bekommen anschließend ihr Geld von tolingo. Eine Provision verbleibt beim Übersetzungsmarktplatz. Monatlich kommt so inzwischen ein Umsatz in sechsstelliger Höhe zusammen. Eine stattliche Zahl, die im Vergleich zum Gesamtmarkt für Übersetzungen, der auf über 700 Millionen Euro jährlich geschätzt wird, allerdings noch viel Luft nach oben lässt. Zu den Konkurrenten im Übersetzungsmarkt gehören unter anderem 24translate (www.24translate.de), Global Translate (www.global-translate.de) und Toptranslation (www.toptranslation.com). Auch wenn alle Wettbewerber um die lukrativen Geschäftskunden buhlen, ist der Markt noch längst nicht gesättigt. Für das 2008 von Hanno von der Decken, Sebastian Sobisch und Johan Wenz gegründete tolingo dürfte es künftig somit noch reichlich Wachstumspotenzial geben.

Acton im Beteiligungsrausch

Mit dem Einstieg bei tolingo baut Acton sein Portfolio weiter im ICE-Tempo aus: Zuletzt investierte der Kapitalgeber in den Online-Shop Windeln.de. Davor beteiligte sich Acton an der Shoppingmall Yatego. Kurz vorher investierte der Risikokapitalgeber bereits beim britischen Online-Optiker Glasses Direct, bei mytheresa.com, einem Online-Händler für Luxus-Damenmode und -Accessoires, beim Streetfashion-Shop Frontline und beim Re-Commerce-Pionier momox.de. Der Risikokapitalgeber wurde 2008 von Christoph Braun, Paul-Bernhard Kallen, Jan-Gisbert Schultze und Frank Seehaus ins Leben gerufen. Das Quartett arbeitete zuvor für das Medienhaus Burda und baute Burda Digital Ventures auf. Das Portfolio des Risikokapitalgebers wird inzwischen von Acton Capital Partners verwaltet. Investitionsschwerpunkt des 2008 aufgelegten Heureka Growth Fund sind endkundenorientierte Geschäftsmodelle in den Bereichen Digitale Medien, E-Commerce sowie Online-Marktplätze. Acton investiert weltweit, mit Schwerpunkt Europa. Verschiedene private und institutionelle Anleger – darunter das Medienhaus Burda – haben den Heureka Growth Fund mit 150 Millionen Euro ausgestattet. Für weitere Finanzspritzen steht somit noch reichlich Kapital zur Verfügung.

Hausbesuch bei tolingo

Nach anfänglichen 12 Quadratmetern Bürofläche und einigen Zwischenstationen residiert die Mannschaft von tolingo jetzt in einem 650 Quadratmeter großen Büro, das sich im Hamburger Stadtteil Altona in einer alten Motorenfabrik befindet. “650 Quadratmeter pure Produktivität”, freut sich Gründer Hanno von der Decken. Einige Eindrücke in unserer Fotogalerie.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Pingback: Tolingo mit neuer Finanzierungsrudne | Fewuwa Blog



  2. Nikkki

    Das Geschäftsmodell ist nicht mein Ding. Wünsche Tollingo trotzdem viel Erfolg!



  3. Katrin

    Oh jeee, das ist eigentlich keine gute Nachricht für Tolingo. Neuhaus Partners (17,5 %) und die KfW (14 %) + nun auch Acton mit 20% macht in Summe 51,5%. Das heißt Tolingo hält nicht mal die Hälfte am eigenen Unternehmen und unterliegt dem Diktat der Gesellschafter.

    Das wird irgendwann dazu führen (wenn Tolingo mal KEIN Fremdkapital mehr brauchen sollte), dass Tolingo entweder verkauft wird oder (wenns nicht so gut läuft) zerschlagen wird.

    Hoffentlich haben die Gründer gute Arbeitsverträge ausgehandelt, jetzt wo sie über ihren eigene Anstellung nicht mehr selbst entscheiden können :))

  4. Jetzt ist die Sache offiziell!

    In der PM heißt es:

    „Mit dem frischen Kapital wollen wir in Deutschland und auch im Ausland wachsen“, sagt Tolingo-Geschäftsführer Gunnar Piening. „Die Globalisierung bietet enorme Chancen für unser Geschäft. Unternehmen auf der ganzen Welt agieren zunehmend international und benötigen hochwertige Übersetzungen, die in kurzer Zeit verfügbar sind“, ergänzt Gründer und Geschäftsführer Hanno von der Decken. Bereits heute ist die Website des Unternehmens neben Deutsch in den Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch und Niederländisch abrufbar.



  5. A-Team

    @ Katrin. vielleicht solltest Du Dich mit dem Geschäftsmodell von VCs vertraut machen und auf die Kompetenz der Gründer vertrauen, die sichelrich wissen was sie tun und warum sie diese Investoren und keine anderen haben. Ich denke nicht, dass Mark Zuckerberg noch mehr als 50% an Fb hält.



  6. Katrin

    @A-Team: doch ich glaube schon, dass Mark noch mehr als 50% hält. Und ich glaube, dass es nicht einfach ist Investoren zu gewinnen, so dass diese bei Tolingo sicherlich nicht Schlange stehen. Ich bezweifele, dass Tolingo sich einen von mehreren selbst ausgesucht hat.

    Und: das Geschäftsmodell von VCs muss nicht das richtige Modell für Tolingo sein. Schaut man sich die Bilanz von Tolingo aus, waren Sie zumindestens 2009 mit einem Verlustvortrag von 800.000,00 EUR nicht in der Lage, sich selbst zu tragen.

    Schaun wir mal….

  7. In der Schweiz gibt es nun auch einen entsprechenden Offerten-Vergleich für Übersetzungen. http://www.comparendo.ch/marketing/%C3%9Cbersetzer.html Da sehe ich das auch wirklich als äußerst notwendig und mittelfristig lukrativ. Im Bezug auf eine erfolgreiche Wirtschaftlichkeit bin ich gespannt.

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