Burda übernimmt sevenload

Übernahme: Das Medienhaus Burda hat ab sofort bei sevenload (www.sevenload.de) das Sagen. Bisher hielt Burda 20 % an sevenload. Nun übernimmt das Medienhaus über die zur Burda Digital gehörende DLD Ventures die Anteile […]

Übernahme: Das Medienhaus Burda hat ab sofort bei sevenload (www.sevenload.de) das Sagen. Bisher hielt Burda 20 % an sevenload. Nun übernimmt das Medienhaus über die zur Burda Digital gehörende DLD Ventures die Anteile des T-Online Venture Funds an sevenload. Der Beteiligungsableger der Deutschen Telekom hielt 35 % an der Videoplattform. Somit hält Burda über DLD Ventures nun 55 % der sevenload-Anteile. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Kartellamt muss der Übernahme noch zustimmen. Im Zuge der Übernahme erhält das defizitäre sevenload weiteres Wachstumskapital von DLD Ventures. Das Geld soll in den Ausbau der Contentrechte, des Vermarktungs- und Distributionsnetzwerks sowie der Produkt- und Technologieplattform fließen.

Im Sommer 2008 stiegen der T-Online Venture Fund und Burda bei sevenload ein. Insgesamt statten die Investoren den Videodienst angeblich mit einem zweistelligen Millionenbetrag aus – im “Handelsblatt” war damals von stattlichen 25 Millionen Euro die Rede. Wobei allein der T-Online Venture Fund angeblich rund 15 Millionen investierte. Damit lag die Bewertung von sevenload vor zwei Jahren bei rund 100 Millionen Euro. Sogar über einen Börsengang wurde damals spekuliert. Im Zuge der Wirtschaftskrise dürfte sich dieses Planspiel allerdings kurz danach erledigt haben. Mit der Übernahme durch Burda ist dieses Thema jetzt sicherlich vom Tisch. Gefühlt ist sevenload von diesen extrem hohen Erwartungen ohnehin meilenweit entfernt. Im Vergleich zu anderen deutschen Videoseiten wie MyVideo.de (www.myvideo.de) oder Clipfish (www.clipfish.de) fristet sevenload ein Schattendasein.

Heyden übernimmt die Geschäftsführung

Das Kölner Start-up setzt stattdessen lieber auf Qualität und positioniert sich als “Social Video Networks für Premium-TV-Inhalte, offizielle Musikvideos und interaktive WebTV-Channel”. Dafür ist das Unternehmen in anderen Segmenten sehr umtriebig – etwa als Technologieanbieter im Geschäftskundenbereich und als Inhaltelieferant für Hybrid-TV- und Mobilfunkgeräte sowie Set-Top-Boxen. Für den neuen Mehrheitsgesellschafter Burda, der sicherlich bald weitere Anteile übernehmen wird, offenbar ein lukratives Zukunftsgeschäft. “Wie Verleger Hubert Burda bereits auf den VDZ-Zeitschriftentagen verriet, rechnet er bereits für 2011 mit einem Boom bei der Web-TV-Werbung”, schreibt der Mediendienst Meedia zur Übernahme. Wenn allerdings in der Tat schon über 25 Millionen Euro in sevenload geflossen sind, müsste das Start-up langsam die Kurve kriegen.

Zu guter Letzt ändert sich im Zuge der Übernahme auch die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat von sevenload: Andreas Heyden übernimmt die alleinige Geschäftsführung von Axel Schmiegelow, der in den Aufsichtsrat wechselt. Außerdem tritt Jörg Lübcke, Geschäftsführer Burda Digital, neben Marcel Reichart in den Aufsichtsrat. “In dieser neuen Konstellation wird sevenload die großen Chancen von Premium Online Video und Social Video wahrnehmen. Ich freue mich über das neue Management Team von Andreas Heyden, Jodok Batlogg und Brian Cook, die gemeinsam den weiteren Ausbau vorantreiben werden”, sagt Axel Schmiegelow, designiertes Mitglied im Aufsichtsrat. Bereits im Herbst des vergangenen Jahres verließen die sevenload-Gründer Ibrahim Evsan und Thomas Bachem, die inzwischen United Prototype (www.unitedprototype.com) und das Spiel Fliplife (www.fliplife.com) betreiben, das Start-up. Im September dieses Jahres verkaufte das Duo dann seine sevenload-Anteile. Für das 2006 gegründete Unternehmen brechen nun neue, andere Zeiten an. Unter dem Dach von Burda muss der Videodienst nun auf sichtbaren Erfolg getrimmt werden.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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