Qype lässt weiter Federn, Yigg schmiert erneut ab und edelight im Sturzflug – IVW-Zahlen für April

Die Bewertungsplattform Qype (www.qype.de) ist noch immer nicht zurück auf der Erfolgsspur. Auch im April musste das Vorzeige-Start-up wieder Federn lassen. Die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) zählte in vergangenen […]

Die Bewertungsplattform Qype (www.qype.de) ist noch immer nicht zurück auf der Erfolgsspur. Auch im April musste das Vorzeige-Start-up wieder Federn lassen. Die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) zählte in vergangenen Monat bei Qype nur 4,1 Millionen Visits – ein Minus von 6,51 %. Zur Ehrenrettung muss man bei diesem Minus allerdings anführen, dass es im April gegenüber dem März drei Werktage weniger gab – in der Osterzeit suchen die üblichen Onliner lieber in der Offlinewelt Ostereier. Der Vergleich zu den Vormonaten ist allerdings vernichtend: Im kurzen Februar klickten die Nutzer Qype noch auf rund 5,6 Millionen Visits. Im Januar waren es sogar noch knapp 7,6 Millionen Visits. Qype-Gründer Stephan Uhrenbacher verwies im vergangenen Monat bereits auf eine geänderte Seitenstruktur seit Anfang Januar. Diese hätte zwar die Nutzerführung für die User verbessert, aber die Sichtbarkeit bei Google deutlich verschlechtert. Inzwischen sei diese Änderung, bei der es unter anderem um die Querverlinkung der Qype-Artikel ging, teilweise wieder korrigiert worden. Google nimmt diese Kehrtwende aber noch immer nicht wahr. Es bleibt die Vermutung, dass der Suchgigant einige Plattformen, die auf User-generated Content setzen, seit einigen Monaten deutlich schlechter bewertet und platziert.

Im freien Fall befindet sich auch die Social-News-Community Yigg (www.yigg.de). Im April reichte es nach 300.901 Visits im März gerade einmal für 228.936 Visits – ein Minus von 23,92 % und das schlechteste Ergebnis aller Zeiten. Noch im Dezember zählte die IVW über 1 Millionen Visits bei Yigg – seitdem ging es ähnlich wie bei Qype kontinuierlich bergab. Der Arbeitgeber-Bewertungsdienst kununu (www.kununu.com) hielt sich dagegen bisher gut und legte seit Anfang dieses Jahres zuletzt zu. Im April reicht es allerdings nur für 442.649 Visits (- 22,43 %). Für den Shoppingdienst edelight (www.edelight.de) hat sich der Relaunch vor wenigen Wochen ebenfalls nicht gelohnt – ganz wie bei Qype. Im April reicht es gerade einmal für 977.792 Visits. Ein sattes Minus von 47,61 %. Ein herber Verlust für den umtriebigen Shoppingdienst.

Es gibt aber auch Gewinner in der aktuellen IVW-Auswertung – dazu gehört erneut der Web-Musikfernsehsender tape.tv (www.tape.tv). 3,6 Millionen Visits bedeuten ein sattes Plus von 89,41 %. Bereits im Vormonat legte tape.tv um 143,32 % zu. Noch im Februar dümpelte der Musiksender bei 781.456 Visits rum. Ebenfalls eine neue Bestmarke dürfen die netzathleten (www.netzathleten-media.de) bejubeln. Das Sport-Vertical schart immer mehr Angebote um sich und kommt im April auf 17,1 Millionen Visits (+ 37,1 %).

studiVZ, schülerVZ und meinVZ fusionieren

An der Spitze der IVW-Charts gibt es eine entscheidende Veränderung: Dauerbrenner T-Online führt die Hitliste nicht mehr an. Stattdessen stehen die VZ-Netzwerke nun an der Spitze, also die drei Plattformen studiVZ, schülerVZ und meinVZ. Einzeldaten gibt es nach dieser Fusion für die drei unterschiedlichen Netzwerke nun nicht mehr. “Wir sind eine der größten und aktivsten Websites in ganz Deutschland. Die gemeinsame Ausweisung der drei Plattformen ist die konsequente Weiterentwicklung zur Bündelung unserer Kräfte. Mit der Zusammenlegung der IVW-Zahlen wird dies, vor allem auch für unsere Kooperations- und Werbepartner, noch deutlicher als zuvor”, sagt Clemens Riedl, Chef der VZ-Netzwerke. Gemeinsam kommt das VZ-Trio im April auf 440,7 Millionen Visits. “Mit der Zusammenlegung der IVW-Zahlen gibt es ein um minimale Doppelungen bereinigtes Ergebnis, die bei studiVZ und meinVZ vorkamen”, teilt das Unternehmen mit.

Nach einem Monat Pause ist auch die Nachrichten-Plattform News.de (www.news.de) aus dem Hause Unister wieder bei der IVW an Bord. Das Ergebnis kann sich auf den ersten Blick sehen lassen. 10,9 Millionen Visits stehen unter dem Strich – nach gerade einmal 1,7 Millionen Visits im Februar. Es lohnt sich dabei allerdings ein Blick auf die Kategorienliste der IVW. Stattliche 9,2 Millionen und somit die überwiegende Mehrheit der erzielten Visits entfallen auf die Kategorie “Suchmaschinen, Verzeichnisse und Auskunftsdienste”. Somit scheint Unister – wie schon in der Vergangenheit – massiv in Suchmaschinenpräsenz investiert zu haben. Das magere Verhältnis von Visits zu Page Impression bei News.de (1,84) zeigt, dass viele dieser Nutzer schnell wieder das Weite suchen.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.