'Bigger challenge than expected' Rocket Internet kann mit Bonativo in London nicht punkten

Bonativo kann in London nicht landen. Ein herber Rückschlag für das junge Unternehmen aus dem Hause Rocket Internet. Konnte sich Gründer Christian Eggert im Frühjahr doch noch vorstellen, dass das Bonativo-Konzept in sämtlichen Großstädten funktioniere. Dafür geht es bald in Hamburg los.
Rocket Internet kann mit Bonativo in London nicht punkten

Während der samwersche Einkaufsservice Shopwings in Deutschland nicht bestehen konnte, ist Bonativo, der Biomarktplatz von Rocket Intenet, in London gescheitert. Das Aus begründet das junge Start-up mit einer für Rocket Internet sehr untypischen Begründung: “Bonativo was started in three countries within a short space of time at the beginning of this year. Building our service across all three markets proved to be a bigger challenge than expected”. Ein Rocket Internet-Start-up scheitert somit daran, sein Produkt in drei Ländern bzw. drei Städten gleichzeitig auszurollen. Hinter diesem Satz müssten nun mindestens drei Ausrufezeichen stehen.

In der Stellungnahme auf der englischen Bonativo-Webseite heißt es weiter: “We wanted to provide you, our customers, with an alternative, better marketplace of local food makers and farmers. It was simply not possible to deliver this across all three countries so early in our company’s journey and so we have taken the tough decision to focus all our resources and energy on perfecting our service in Germany”. “Wir haben ein komplexes Modell, das sich nicht so einfach ausrollen lässt”, sagte Bonativo-Macher Christian Eggert gegenüber Gründerszene zum Aus auf der Insel.

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Ein herber Rückschlag für das junge Unternehmen. Im Gründerinterview mit deutsche-startups.de konnte sich Eggert im Frühjahr dieses Jahres doch noch vorstellen, dass das Bonativo-Konzept in sämtlichen Großstädten funktioniere. Der Fokus des Start-ups lag aber zunächst komplett auf Berlin und London. Kurze Zeit nach dem Start kam dann Amsterdam dazu. Statt in London will das Bonativo-Team mit seinen rund 30 Mitarbeitern nun in Hamburg sein Glück versuchen. Das Konzept von Berlin auf Hamburg zu übertragen, dürfte dabei erheblich einfacher sein, als der Versuch in London zu bestehen.

Wie schwer das Bio-Segment ist, musste zuvor auch Good Eggs, das amerikanische Bonativo-Vorbild feststellen – siehe “Good Eggs Will Shut Down All Operations Outside San Francisco, Lay Off Nearly 140 Employees“. Die wichtigste Erkenntnis der Gründer: “The single biggest mistake we made was growing too quickly, to multiple cities, before fully figuring out the challenges of building an entirely new food supply chain”. Schnelles Wachstum scheint im Bio-Marktplatzsegment somit schwierig.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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