#Zahlencheck Zenjob: Rohergebnis steigt auf 11,8 Millionen

Das Berliner HR-Startup Zenjob erwirtschafte 2018 ein Rohergebnis in Höhe von 11,8 Millionen. - nach gerade einmal 3,4 Millionen im Vorjahr. Der Jahresfehlbetrag der Jungfirma stieg 2018 auf 5,5 Millionen. Im Vorjahr waren es nur 2,2 Millionen.
Zenjob: Rohergebnis steigt auf 11,8 Millionen

Das Berliner Startup Zenjob, ein digitaler Personaldienstleister, legt neue Unternehmenszahlen vor – und zwar den Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2018. Demnach konnte die Jungfirma, die 2015 von Fritz Trott, Cihan Aksakal und Frederik Fahning gegründet wurde, zuletzt ein Rohergebnis in Höhe von 11,8 Millionen Euro erwirtschaften – nach gerade einmal 3,4 Millionen im Vorjahr. Das Rohergebnis stieg demnach um beachtliche 247,8 %

“Die erzielten Umsatzerlöse wurden im Wesentlichen durch Tätigkeiten im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung für kurzfristige Arbeitseinsätze erzielt”, teilt das Unternehmen, mit. 49,1 % des Umsatzes entfallen dabei auf Berlin. Im Vorjahr waren es sogar noch 86,8 %. Der Jahresfehlbetrag der Jungfirma stieg 2018 auf 5,5 Millionen. Im Vorjahr waren es nur 2,2 Millionen. Insgesamt kostete der Aufbau von Zenjob seit dem Start bereits 8,6 Millionen.

Das Startup wurde aber auch schon üppig mit Kapital ausgestattet. Bis Ende 2018 flossen bereits rund 24,1 Millionen in Zenjob. “Gemeinsam mit den Investoren konnten so die Weichen für eine weiterhin positive Unternehmensentwicklung gestellt werden. Alle Rückstellungen und Verbindlichkeiten sind zum 31. Dezember 2018 durch liquide Mittel gedeckt”, heißt es dazu im Jahresabschluss. Im Mai 2020 konnte die Jungfirma dann sogar weitere Geld einsammeln: Forestay Capital, Redalpine, Acton Capital, Axa Venture Partners und Atlantic Labs investierten 27 Millionen Euro in das Berliner Startup.

Ein großer Kostenblock bei Zenjob ist das Personal. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen derzeit 250 Mitarbeiter. Laut Jahresabschluss waren 2018 durchschnittlich 330 Mitarbeiter bei Zenjob beschäftigt – 143 feste Mitarbeiter und 187 studentische Arbeitnehmer. Im Vorjahr waren es 51 feste Mitarbeiter und 72 studentische Arbeitnehmer. “Der Personalaufwand hat sich von 4.249.939,63 Euro auf 13.357.464,42 Euro erhöht. Der Personalaufwand übersteigt in 2018 den erwirtschafteten Umsatz”, teilt das Zenjob-Team mit.

Für das inzwischen abgelaufene Jahr 2019 plante das Unternehmen “die weitere Automatisierung von Kernprozessen und die stetige Verbesserung” seiner Produkte und Services. “Darüber hinaus planen wir für das Jahr 2019 die Eröffnung weiterer deutscher Standorte, die ebenfalls zum geplanten Umsatzwachstum beitragen sollen. In Summe erwarten wir eine deutliche Steigerung des Umsatzes gegenüber 2018”. Weiter heißt es dazu: “Gleichzeitig wird erwartet, dass die Kostensteigerungen in den operativen Unternehmensbereichen durch technologieseitige Effizienzgewinne deutlich unterproportional zur Umsatzentwicklung verlaufen werden. Aufgrund der erwarteten Effizienzgewinne und der Skaleneffekte durch das gesteigerte Geschäftsvolumen wird von einer deutlichen Verbesserung der EBITDA-Marge ausgegangen. Die EBITDA-Marge wird weiterhin negativ bleiben”.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2018
* 2018 haben wir die Weichen für ein starkes und effizientes Unternehmenswachstum gestellt, unter anderem durch den Umzug des Firmensitzes innerhalb Berlins in ein neues Büro, das nun entsprechend der stark gewachsenen Mitarbeiteranzahl ausreichend Platz für die jetzige Unternehmensgröße sowie für zukünftiges Firmenwachstun bietet. Auch die weiteren Standorte in Deutschland wurden weiter ausgebaut.
* Die Zenjob GmbH konnte 2018 eine wesentliche Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Durch signifikante Investition in die Weiterentwicklung der Technologie sowie durch den gezielten Einsatz von Marketing- und Vertriebsmaßnahmen konnten zahlreiche Neukunden gewonnen, die Kundenbindung verbessert und das durchschnittliche Buchungsvolumen pro Kunde gesteigert werden.
* Der Personalaufwand hat sich von 4.249.939,63 € auf 13.357.464,42 € erhöht, da sowohl die Zahl der fest angestellten Mitarbeiter, als auch die Zahl der studentischen Beschäftigten aufgrund der Ausweitung der Geschäftstätigkeit stark angestiegen ist. Der Personalaufwand übersteigt in 2018 den erwirtschafteten Umsatz.
* Auch im Jahr 2019 werden wir den Fokus auf die weitere Automatisierung von Kernprozessen und die stetige Verbesserung unseres Produktes und Services legen, woraus in Verbindung mit den kontinuierlichen Marketing- und Vertriebsaktivitäten auch weiterhin ein deutlich positiver Einfluss auf die Entwicklung des Geschäftsvolumens erwartet wird. Darüber hinaus planen wir für das Jahr 2019 die Eröffnung weiterer deutscher Standorte, die ebenfalls zum geplanten Umsatzwachstum beitragen sollen. In Summe erwarten wir eine deutliche Steigerung des Umsatzes gegenüber 2018.
* Gleichzeitig wird erwartet, dass die Kostensteigerungen in den operativen Unternehmensbereichen durch technologieseitige Effizienzgewinne deutlich unterproportional zur Umsatzentwicklung verlaufen werden. Aufgrund der erwarteten Effizienzgewinne und der Skaleneffekte durch das gesteigerte Geschäftsvolumen wird von einer deutlichen Verbesserung der EBITDA-Marge ausgegangen. Die EBITDA-Marge wird weiterhin negativ bleiben.

Zenjob im Zahlencheck

2018: 11,8 Millionen Euro (Rohergebnis); 5,5 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2017: 3,4 Millionen Euro (Rohergebnis); 2,2 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2016: 971.501 Euro (Jahresfehlbetrag)

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Foto (oben): Zenjob

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.