#Hintergrund Ein Startup, das Handwerker für Wohnungssanierungen findet

Seit 2014 kümmert sich Doozer um Wohnungssanierungen. Damals wirkten knapp 20 Mitarbeiter für Doozer. Inzwischen beschäftigt das Handwerker-Startup 38 Mitarbeiter. Bereits 2017 investierten innogy Ventures sowie mehre Business Angels in die Jungfirma.
Ein Startup, das Handwerker für Wohnungssanierungen findet

Zu den vielen Startups, die man unbedingt im Blick behalten sollte, gehört das junge Unternehmen Doozer. Das Berliner Startup, das 2014 von Nicholas Neerpasch gegründet wurde, positioniert sich als Online-Softwareplattform, die die Sanierung und Modernisierung von Wohnungen möglich macht”. Zielgruppe sind dabei Eigentümer, Verwalter und Wohnungsunternehmen. “Doozer digitalisiert ausgewählte Prozesse in der Wohnungswirtschaft. Das ist auch dringend notwendig: Immerhin wickeln beispielsweise viele Bestandshaltungsunternehmen Workflows im Bereich der Auftragsvergabe von Leerstandsanierungen – ob Komplettsanierung oder neuer Anstrich nach Mieterauszug – von der Bedarfsfeststellung bis hin zur Beauftragung immer noch analog ab”, sagte Gründer Neerpasch bereits vor vier Jahren zur Idee hinter Doozer.

Damals wirkten knapp 20 Mitarbeiter für Doozer, das als Spin-Off eines Berliner Ingenieur- und Architekturbüros, der GFP Gruppe, gegründet wurde. Inzwischen beschäftigt das Handwerker-Startup 38 Mitarbeiter. Inzwischen wickelt die Jungfirma im Bereich Sanierung und Modernisierung nach eigenen Angaben zudem bereits “mehr als 1.500 Aufträge pro Monat ab”. Das Konzept hinter Doozer scheint somit aufzugehen. Im Gegenzug zu einen anderen Startups, die sich im weitesten Sinne um die Vermittlung von Handwerkern kümmern. Vielleicht liegt es am etwas anderen Konzept bei Doozer. Das Startup wirbt mit “vorbereiteten und mit Einheitspreisen hinterlegten Modernisierungspaketen”. Ein solches Konzept dürfte sowohl für Auftraggeber als auch für Handwerker, die alle ohnehin wenig Zeit haben, sich immer und immer wieder um das Erstellen von neuen Angeboten zu kümmern, spannend sein.

“Ohne einen erheblichen Zuwachs von Handwerksunternehmen, könnte Doozer die vielen Aufträge gar nicht verarbeiten“, sagt Doozer-Geschäftsführer Carsten Petzold zum Erfolg der Jungfirma. “Wir verzeichnen auf der Kundenseite eine stetig wachsende Nachfrage. Umso wichtiger ist es, dass das Angebot mitwächst. Doozer bietet allen, die Wohnungen sanieren wollen, eine ideale Basis. Sie können mit unserer Plattform innerhalb kürzester Zeit die entsprechenden Handwerker finden und direkt beauftragen”, führt Petzold weiter.

Bereits im August 2017 investierten innogy Ventures sowie die Business Angels nebenan.de-Gründer Christian Vollmann, Felix Jahn, Kristofer Fichtner, Lukas Brosseder und Mister Spex-Gründer Dirk Graber 3,5 Millionen Euro in Doozer. Insgesamt flossen bis zu diesem Zeitpunkt bereits 5 Millionen in das PropTech. Wenn das Startup weiter schnell wachsen möchte, dürfte jetzt der passende Zeitpunkt für eine weitere Investmentrunde sein. Die Pleiten von Weissmaler und der millionenschwere Niedergang von Homebell machen es für Startup rund um das Thema Handwerker aber derzeit nicht leicht. Um so besser, dass Doozer bisher recht gut unterwegs zu sein scheint.

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.