#Interview “Ich weiß, dass ich mich absolut auf mein Bauchgefühl verlassen kann”

"Vieles klingt anfangs leichter als es ist, zum Beispiel die Suche nach Mitarbeitern oder Dienstleistern. Außerdem war mir nicht klar, wie abhängig man gerade in den ersten Monaten von vielen Faktoren ist, die man selbst nur schwer beeinflussen kann", sagt Conny Bauer, Gründerin von Beewedded
“Ich weiß, dass ich mich absolut auf mein Bauchgefühl verlassen kann”

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Conny Bauer, Gründerin von Beewedded, einem Tool für eine einfache Hochzeitsplanung.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? 
Meine beiden Katzen wecken mich – oft früher als mir lieb ist. Danach trinke ich erst einmal in Ruhe zwei Tassen Kaffee und checke nebenbei meine E-Mails und Social Media. Dann bin ich bereit für den Tag.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab? 
Ich unternehme gerne viel mit meinen Freunden, dabei kann ich mich gut entspannen. Am besten abschalten kann ich aber beim Spielen mit meinen beiden kleinen Neffen, die dann meine ganze Aufmerksamkeit bekommen.

Was über das Gründer-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst? 
Vieles klingt anfangs leichter als es ist, zum Beispiel die Suche nach Mitarbeitern oder Dienstleistern. Außerdem war mir nicht klar, wie abhängig man gerade in den ersten Monaten von vielen Faktoren ist, die man selbst nur schwer beeinflussen oder beschleunigen kann.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstest? 
Zu allererst musste ich herausfinden, welche Schritte man auf dem Weg zur Gründung überhaupt nehmen muss: Wann kommt der Businessplan, wann melde ich die Marke an, und so weiter. Dann musste ich auch noch jemanden finden, der mir besonders in der Anfangszeit half, meine Ideen umzusetzen.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt? 
Nachdem ich am Anfang oft gehört habe, dass man sich als einzelne Gründerin schwertut, wollte ich unbedingt einen Partner, der Beewedded zusammen mit mir aufzieht. Als ich dann eine Mitgründerin fand, hatte ich eigentlich von Anfang an ein ungutes Bauchgefühl – das sich dann auch bestätigte, sodass wir uns nach wenigen Monaten wieder getrennt haben. Das hätte fast das Aus von Beewedded bedeutet und war eine wichtige Lektion für mich: Ich weiß jetzt, dass ich mich absolut auf mein Bauchgefühl verlassen kann und treffe Entscheidungen nicht mehr aus der Not heraus.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?
Wichtig ist eine klare Idee davon, wie der Mitarbeiter sein sollte – passt er zu den Aufgaben, die er übernehmen soll, und passt er auch charakterlich ins Team? Gerade wenn man ein kleines Team ist, muss das Zwischenmenschliche stimmen.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer? 
Es ist ganz egal, was andere sagen, man selbst muss zu 100 % hinter seiner Idee stehen und seine Ziele verfolgen.

Ohne welches externe Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren? 
Google Drive und Trello um den Überblick über anstehende Aufgaben zu behalten.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?
Mit einem Feierabend-Prosecco nach getaner Arbeit.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis? 
Mein Pitch bei den Leading Entrepreneurs im April. Ich stand vor 1.000 Leuten auf der Bühne und war total aufgeregt, aber es lief alles sehr gut!

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Foto (oben): Beewedded

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.