#StartupTicker Die öffentliche Demontage von Farmako

Mitgründer Niklas Kouparanis ist nicht mehr Geschäftsführer von Farmako, dem Cannabis-Startup von Sebastian Diemer. "Der Geschäftsführer konnte den Gesellschafteransprüchen leider nicht mehr gerecht werden", teilt Investor Heartbeat Labs mit.
Die öffentliche Demontage von Farmako

+++ Ohne viele Worte verkündete der Berliner Geldgeber Heartbeat Labs am Freitagabend den Rauswurf von Farmako-Mitgründer Niklas Kouparanis. In der Presseaussendung heißt es: “Die Gesellschafter der Farmako GmbH haben Niklas Kouparanis am 1. Juli 2019 mit einem einstimmigen Beschluss als CEO und Geschäftsführer der Farmako GmbH abberufen”. Richtig bitter wird der folgende Zitat von Eckhardt Weber, Geschäftsführer der Heartbeat Labs: “Der Geschäftsführer konnte den Gesellschafteransprüchen leider nicht mehr gerecht werden, weshalb sich alle anderen Gesellschafter einstimmig entschlossen haben, Farmako ohne ihn fortzuführen”.

+++ Wohlgemerkt: Der Investor Heartbeat Labs, der rund 13 % an Farmako hält, nicht etwa das Startup selbst verkündete diese Personalie. So etwas passiert sonst kaum, nur wenn es wirklich brennt bei einem Startup. Deswegen darf man es auch einen unfreiwilligen Abgang oder einen Rauswurf nennen. Zur Erinnerung: Kouparanis hatte das Cannabis-Startup Farmako gemeinsam mit Kreditech- und Finiata-Gründer Sebastian Diemer ins Leben gerufen. Kouparanis wirkte zuvor als Sales und Marketing Director beim erfolgreichen Cannabis-Startup Cannamedical. Kouparanis hielt zuletzt rund 42 % an der Farmako-Mutter The Good Company.

+++ Laut “Manager Magazin”, das Farmako kürzlich komplett auseinandergenommen hat, wurde Mitgründer Kouparanis im Startup als eine Art “Wolf of Cannabis” hofiert – eine Anspielung auf den extrem bekannten “Wolf of Wall Street” – einen zu Haft verurteilten Betrüger von Kleinanlegern: “Im Stil des Filmplakats haben Mitarbeiter ein Poster erstellt, das Kouparanis anstelle des Betrügers zeigt. Sebastian Diemer postete es auf Instagram”. Ein Schelm, wer böses dabei denkt!

+++ Zum ursprünglichen Gründerteam von Farmako gehörten auch Marcus Ewald und Torsten Rössing, die Geschäftsführenden Gesellschafter von Ewald & Rössing, einer Beratungsunternehmen für Reputationskrisen, zu deren Geschäftsfeldern auch Strategieentwicklung, Medientraining und Risikomanagement für Startups gehört. Ende März sind diese bereits komplett bei Farmako ausgestiegen und arbeiten nun für den Wettbewerber Sanity Group, der vom Movinga-Retter Finn Hänsel gegründet wurde. Zum Ausstieg sagte Ewald: “Unter vielen deutschen Startups, die mit uns zusammenarbeiten wollten, haben wir uns bewusst für die Sanity Group entschieden. Wir glauben, dass sie das beste Team und die beste langfristige Strategie haben”. Und dies sagt jemand, der zuvor bei einem Wettbewerber als Mitgründer an Bord war!

+++ Im #StartupTicker tickert die Redaktion von deutsche-startups.de kurz und knapp, was in der deutschen Startup- und Digital-Szene so alles los ist.

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Foto (oben): Farmako