#Interview “Nicht die Idee, sondern das Team ist entscheidend”

Regelmäßig beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen. Der Fragenkatalog lebt von der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fragen, die alle Gründerinnen und Gründer beantworten müssen. Heute antwortet Jonathan Natzel von Weltenmacher.
“Nicht die Idee, sondern das Team ist entscheidend”

“Nur wer ausprobiert, Erfahrungen sammelt und Fehler riskiert, lernt dazu” – lautet das Motto von Jonathan Natzel, Gründer von Weltenmacher. Gebürtig aus Holzwickede bei Dortmund, gründet er mit Boris Kantzow und Jürgen Funke ein Startup in Düsseldorf, das sich mit Virtual- und Augmented Reality Technologien auf Lernspiele spezialisiert. Wir waren neugierig und haben etwas genauer nachgefragt.

Was bedeutet es Dir, Dein eigener Chef zu sein?
Für mich heißt es größere Verantwortung fürs gesamte Team und weiter gefasste Aufgabenfelder zu übernehmen.

Bei welcher Gelegenheit kam Dir die Idee zu Deinem Startup?
Ich bin davon überzeugt, dass das Team wichtiger als die Idee ist. Ideen werden gerne glorifiziert aber “der brilliante Geistesblitz des Gründers“, ist eigentlich schöne harte Arbeit. Wir haben unser Verständnis für unsere Firma in den ersten sechs Monaten nach Gründung ständig weiterentwickelt und geformt.

Woher stammte das Kapital für Dein Unternehmen?
Zu großen Teilen vom BA.

Was waren bei der Gründung Deines Startups die größten Stolpersteine?
Die ersten Kunden finden und der Teamaufbau.

Was würdest Du rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Auf jeden Fall schneller fokussieren und auf Nische gehen.

Jedes Startup muss bekannt werden. Welche Marketing-Spielart ist für Euch besonders wichtig?
Wir sind im B2B Kontext unterwegs, die Frage der Bekanntheit ist deswegen eine völlig andere als im B2C. Wir bespielen hautpsächlich LinkedIn und das persönliche Netzwerk von Gründern und Investoren.

Welche Person hat Dich bei der Gründung besonders unterstützt?
Der BA.

Welchen Tipp gibst Du anderen Gründern mit auf den Weg?
Nicht die Idee, sondern das Team ist entscheidend. Verwendet soviel Zeit wie möglich für die Weiterentwicklung des Teams.

Du triffst den Bundeswirtschaftsminister – was würdest Du Dir für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Vereinfachung des Rechtssystems, digitale Gründung, Unterstützung im Dschungel der Förderprogramme.

Was würdest Du beruflich machen, wenn Du kein Startup gegründet hätten?
Ich wäre in der Beratung oder im Management bei KMU.

Bei welchem deutschen Startup würdest Du gerne mal Mäuschen spielen?
Spotify

Du darfst eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reist Du?
Ich bleibe im Hier und Jetzt.

Du hat eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machst Du mit dem ganzen Geld?
Das Team um drei Mann vergrößern, mich völlig auf die Produktentwicklung konzentrieren und Vertrieb und Marketing auslagern.

Wie verbringst Du einen schönen Sonntag?
Mit Freunden und Familie.

Mit wem würdest Du gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden? 
Bill Gates.

Der digitale Pott kocht – #Ruhrgebiet

Mit hunderten Startups, zahlreichen Gründerzentren und -initativen, diversen Investoren sowie dutzenden Startup-Events bietet das Ruhrgebiet ein spannendes Ökosystem für Gründer. ds, die Gründerallianz Ruhr und der ruhr:HUB berichten gemeinsam über die Digitalaktivitäten im Revier.

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Foto (oben): Weltenmacher

Sümeyye Algan, Redakteurin bei deutsche-startups.de, mit Blick aufs Ruhrgebiet, seine Geschichten und Persönlichkeiten. Nach zwei Praktika bei der WELT in Berlin und dem WDR in Essen, arbeitete sie u.a. für den WDR und als freie Autorin für Informer Online.