#Zahlencheck Playa Games: Mit 10 festen Mitarbeitern zu 10 Millionen Umsatz und zum 45 Millionen-Exit

Passend zum Exit werfen wir einen Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung von Playa Games. 2017 erwirtschaftete das Grownup einen Jahresüberschuss in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Der Jahresumsatz lag nach Firmenangaben zuletzt bei rund 10 Millionen Euro.
Playa Games: Mit 10 festen Mitarbeitern zu 10 Millionen Umsatz und zum 45 Millionen-Exit

Die erfolgreiche Hamburger Spielefirma Playa Games gehört jetzt zur Stillfront Group, die zuletzt auch Goodgame Studios kaufte. Das schwedische Unternehmen zahlt zunächst 20 Millionen Euro, also das vierfache EBIT des Jahres 2018 für die Gamesschmiede, die 2009 von Jan Beuck und Martin Jässing gegründet wurde. 14 Millionen bekommen die Firmengründer in bar, den Rest in Aktien. Abhängig vom Geschäftsverlauf der kommenden beiden Jahre kann der Kaufbetrag auf maximal 45 Millionen Euro steigen.

Passend zum Exit werfen wir einmal einen Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Spielefirma, die momentan fünf browserbasierte und mobile Spiele anbietet (etwa Shakes & Fidget). 2017 erwirtschaftete Playa Games einen Jahresüberschuss in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Der Jahresumsatz lag nach Firmenangaben zuletzt bei rund 10 Millionen Euro. Stilfront teilt zur Übernahme mit: “The Company generated net revenue of approximately EUR 7.7 million, with approx. 55% in EBIT margin for the period January-September 2018”.

Im Vorjahr lag der Jahresüberschuss bei rund 2,8 Millionen. Auch in den Vorjahren gab es niemals rote Zahlen bei Playa Gamesm das zuletzt über 70 Millionen registrierte Nutzern aufweisen konnte. 2012 lag der Jahresüberschuss sogar bei 4,1 Millionen. Passend dabei: Zuletzt beschäftigt Playa Games gerade einmal 10 feste und rund 50 freie Mitarbeiter. Auf jeden Festangestellten entfallen somit 1 Million Umsatz! Auch nach der Übernahme bleiben die Playa-Macher Beuck und Jässing an Bord. “Der Verkauf ist ein strategischer Schritt für Playa Games. Wir wollen jetzt von der Marktposition unseres neuen Besitzers profitieren und Synergien mit den anderen Studios innerhalb der Stillfront Gruppe nutzen”, sagt Beuck.

Was in der offiziellen PR zum Exit komplett untergegangen ist: Bis 2014 war der Samwer-Clan – ursprünglich mit dem European Founders Fund – an Playa Games beteiligt. Der bekannte Investor hielt 33 % am Unternehmen. Der Verkaufspreis ist nicht bekannt. Aus dem Umfeld der Spieleschmiede ist aber zu hören, dass es ein “sehr lukratives Investment” für die Seriengeldgeber gewesen sein soll. Zumal das Grownup auch immer gute Gewinne erwirtschaftet hat. Hintergrund für den Ausstieg war der Wunsch der Playa Games-Macher wieder die komplette Kontrolle über ihr Unternehmen zu haben.

Playa Games im Zahlencheck

2017: 1,6 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2016: 2,8 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2015: 1,6 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2014: 2,3 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2013: 0,00 (Jahresüberschuss)
2012: 4,1 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2011: 2,7 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2010: 1,1 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2009: 26.210 Euro (Jahresüberschuss)

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Foto (oben): Screenshot

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.