#Interview Buah: Mit süßen Früchtchen und gesunden Smoothies zum Millionenumsatz

Bei buah geht es um gefriergetrocknete Früchte. Ins Leben gerufen wurde das süße Startup von den Geschwistern Daniel und Jessica Krauter. "Wir suchten nach Möglichkeiten, exotische Früchte in bester Qualität und natürlicher Reinheit nach Deutschland zu bringen", sagt die Gründerin.
Buah: Mit süßen Früchtchen und gesunden Smoothies zum Millionenumsatz

Auf Reisen durch die Tropen verlieben sich die Geschwister Jessica und Daniel Krauter in die frische Vielfalt und den Genuss reifer Früchte. 2015 gründen sie buah und bringen seitdem exotische Früchte nach Deutschland. Aktuell besteht das Team um beide Geschwister aus 10 Festangestellten. Den ersten Millionenumsatz streben beide, die von Square One Foods unterstützt werden, noch dieses Jahr an. Über die lange Reise gefriergetrockneter Früchte und die ersten Schritte im eigenen Business erzählen sie uns im Interview.

Wie kann man sich das vorstellen? Ihr wart beide unabhängig voneinander auf Reisen. Habt ihr euch dann am Küchentisch über eure Erlebnisse ausgetauscht und festgestellt, dass ihr beide die selbe Idee habt?
Genau, Daniel und mich hat es 2012 weiter in die Welt hinaus getragen. Während es Daniel Richtung Westen nach Costa Rica zog, folgte ich dem Ruf des Ostens nach Thailand. Keiner von uns ahnte, dass gerade diese Ferne uns als Geschwister wieder zusammen bringen sollte. Doch in Thailand verliebte ich mich in den morgendlichen Ananas-Smoothie und in Costa Rica verlor Daniel sein Herz an die saftige Vielfalt tropischer Früchte. Bei unserer Heimkehr trugen wir einen gemeinsamen Wunsch im Herzen: Den Geschmack der Welt einfangen, um ihn jederzeit und überall genießen und vor allem mit anderen teilen zu können. Der Wunsch wurde zur Mission.

Wie sah diese Mission genau aus?
Wir suchten nach Möglichkeiten, exotische Früchte in bester Qualität und natürlicher Reinheit nach Deutschland zu bringen. Gefriergetrocknete Früchte wurden unseren Ansprüchen gerecht, so dass wir recherchierten und testeten, um ein weltweites Handelsnetzwerk aufzubauen. Wir wälzten Ernährungslehrbücher, wandelten jenseits bekannter Pfade und mixten ohne Unterlass: Die Suche nach den besten Smoothie- und Snack-Ideen führte uns immer weiter. So entwickelten wir neue Rezepturen, die tropische Exoten mit heimischen Früchten zusammenbringen und das Beste der natürlichen Vielfalt jederzeit und überall verfügbar machen.

Wann kam der Durchbruch?
Das Aroma der weiten Welt, das in den gefriergetrockneten Früchten steckt, überzeugte dann schließlich auch die Experten der FU Berlin. Beim Funpreneur-Wettbewerb prämierten sie unsere Idee und so gab es für uns keinen Halten mehr. Wir, als Geschwister starten mit buah durch.

Wie ist es als Geschwisterpaar ein gemeinsames Geschäft aufzubauen? Wie setzt ihr eine Grenze zu eurem Privatleben?
Das Gute daran ist, dass wir uns inzwischen so gut kennen, dass wir wissen, wie der andere tickt und wie wir miteinander umgehen müssen. Die Grenze setzen wir, indem wir, sobald wir mit gemeinsamen Freunden unterwegs sind, nicht über Business reden, sondern über private Dinge. Klar kommen die Business Themen des Öfteren auch am Essenstisch bei der Familie Zuhause ans Tageslicht, aber ich denke wir haben da einen guten Mittelweg gefunden, nicht nur über unsere gefriergetrockneten Erdbeeren zu reden. (lacht)

Wie sahen eure erste Schritte bei der Gründung aus?
Wir brachten ein MVP – Minimum Viable Product auf den Markt und entwickelten mit unseren Kunden das Produkt weiter. Dies geht optimal mit Messen, dort ist man direkt am Kunden und sieht wer seine Zielgruppe ist. Auf Messen haben wir letztendlich auch unsere ganzen Investoren kennengelernt.

Wie haben euch eure Eltern unterstützt und wie war ihre Meinung zu eurem Vorhaben?
Unsere Eltern waren am Anfang sehr involviert. Sie haben Messen für uns übernommen oder halfen bei der Konzeption unseres Messe-Standes. Inzwischen haben wir ein super Team mit dem wir das Ganze abfangen. Naja, mein Daddy ist Maschinenbauingenieur und liebt die Sicherheit und das regelmäßige Einkommen. Dementsprechend war er der Sache sehr skeptisch gegenüber. Wobei er ein Tüftler ist und die Idee natürlich super fand.

Welchen Hintergrund bringt ihr beide mit?
Daniel zog es zum Studium des Wirtschaftsingenieurwesens nach Luzern – Schweiz – und ich widmete mich in Berlin der Wirtschaftspsychologie.

Was würdet ihr jungen Leuten wie euch, die die Idee einer Gründung haben und vielleicht noch zögern raten?
Nichts geht ohne die richtigen Leute. Wichtig ist das Team, das ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn ich mich auf meine Teamkollegen verlassen kann, wir alle an einem Strang ziehen, gemeinsam in eine Richtung gehen und uns immer wieder austauschen, läuft die Sache. Von- und miteinander lernen ist die Devise. Ausserdem ist man immer so gut wie sein Netzwerk. Ich kann nie alles wissen, oder auf jedem Gebiet Spezialistin sein, aber ich kann viele Spezialisten kennen und mit Ihnen in Kontakt stehen. Dieses Netzwerk ist ein Geben und Nehmen, das alle trägt und voran bringt. Auch hier heißt es für mich wieder: offene Kommunikation und Kontakt ist das A und O.

Habt ihr neben dem ganzen Geschäft noch Zeit für private Dinge, wie Familie, Freunde und Reisen?
Ja, Daniel und mir ist die Work-Life-Balance sehr wichtig. Wir selbst machen viel Sport in unserer Freizeit und teilen diesen mit unseren Freunden. An den Wochenenden stehen Freundschaften an erster Stelle. Durch das viele Geschäftsbedingte Reisen, trifft man oft auch Freunde, die etwas weiter weg wohnen und man fühlt sich immer Zuhause, obwohl man in einer anderen Stadt ist.

Was war bisher für euch die lehrreichste Erfahrung mit buah?
Die Lehrreichste Erfahrung? Gute Frage. Da hatten wir einige. Eine war, dass wir einem Lieferanten in Malediven vertraut und Geld via Vorkasse überwiesen hatten. Naja, es stellt sich heraus, dass dies eine Fake Firma war.

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Sümeyye Algan, Redakteurin bei deutsche-startups.de, mit Blick aufs Ruhrgebiet, seine Geschichten und Persönlichkeiten. Nach zwei Praktika bei der WELT in Berlin und dem WDR in Essen, arbeitete sie u.a. für den WDR und als freie Autorin für Informer Online.