#FemaleFounders “Ein Shop für vegane Kindermoden ist absolut überfällig”

"Besonders am Anfang, wenn man alles zum ersten Mal macht, kann es Sinn machen, sich professionelle Unterstützung zu holen. Oft entscheidet man sich aus finanziellen Überlegungen heraus dafür, zu viel alleine zu machen", sagt Nannette Swed, Gründerin von kippie berlin.
“Ein Shop für vegane Kindermoden ist absolut überfällig”

Vor einiger Zeit war Nannette Swed auf der Suche nach Schuhen für ihren Sohn. “Ich hätte Schuhe für meinen Kleinen am liebsten offline gekauft, bin aber in keinem Kinderschuhgeschäft nach lederfreien Schuhen fündig geworden. Auch online habe ich sehr lange gebraucht, die richtigen Schuhe zu finden”, sagt Swed. Aus diesem frustrierenden Erlebnis entstand die Idee zu kippie berlin, einem Online-Shop für vegane Kindermode. Mit Unterstützung der eigenen Familie brachte die Berlinerin den Shop an den Start. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Swed über Kinderschuhgeschäfte, Lernkosten und Rohstoffe.

Welches Problem wollt Ihr mit kippie berlin lösen?
kippie berlin ist der weltweit erste Online-Shop für vegane Kindermode. Wir achten weiterhin darauf, dass alle Produkte nachhaltig und fair produziert sind. Bisher mussten Eltern sich oft zwischen plaste- und tierfreier Kinderkleidung entscheiden oder sehr viel Zeit für die Suche von beispielsweise Schuhen einplanen. kippie berlin möchte einen neuen Standard durchsetzen: vegane Kindermode aus natürlichen Rohstoffen.

Jede Woche entstehen dutzende neue Start-ups, warum wird ausgerechnet kippie berlin ein Erfolg?
Das bleibt natürlich abzuwarten. Die Zahlen sprechen allerdings für uns. Etwa 900.000 Menschen leben derzeit in Deutschland bereits vegan. Vor 20 Jahren waren es noch 20.000. Die meisten Veganer sind sehr jung und 80% von ihnen sind Frauen. Im Bereich der Erwachsenenmode haben sich über das letzte Jahrzehnt einige Marken und Shops etabliert. Ein Shop für vegane Kindermoden ist absolut überfällig.

Bei welcher Gelegenheit kam Dir die Idee zu kippie berlin?
Bei einer meiner endlos langen Suchen nach Schuhen für meinen erstgeborenen Sohn im Internet. Ich hätte Schuhe für meinen Kleinen am liebsten offline gekauft, bin aber in keinem Kinderschuhgeschäft nach lederfreien Schuhen fündig geworden. Auch online habe ich sehr lange gebraucht, die richtigen Schuhe zu finden. Es gab entweder Plastikschuhe aus Asien oder Lederschuhe. Über Google Ads wurde ich mit den Schlagwörtern “vegane Kinderschuhe” in Shops gelockt, in denen es dann doch nur Lederschuhe gab. Das hat mich wütend gemacht und dann habe ich beschlossen, es einfach selbst in die Hand zu nehmen.

Hat sich euer Konzept seit dem ersten Gedankenblitz verändert?
Wir müssen uns jeden Tag neu erfinden. Wir operieren in einer unbedienten Nische, die noch relativ klein und sehr anspruchsvoll ist. Unsere größte Herausforderung am Anfang ist die Erweiterung unseres Sortiments, da wir mit einem kleinen Budget gestartet sind. Das erfordert neue Methoden, das Geschäftsmodell hat sich dadurch aber nicht geändert.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?
Meine Zeit. Das kennt wohl jeder Gründer, jede Gründerin. Der Tag hat zu wenig Stunden, besonders dann, wenn es auch eine Familie gibt.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
Ich habe sicherlich viele Fehler gemacht. Zum Beispiel sind meine Werbemaßnahmen noch nicht optimiert und ich bin mit zu vielen Tools gleichzeitig gestartet. Es macht sicher Sinn, sich erst einmal zu konzentrieren.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer?
Seine Zeit ganz realistisch zu planen ist hilfreich. Darin wird man sicher mit der Zeit besser. Besonders am Anfang, wenn man alles zum ersten Mal macht, kann es Sinn machen, sich professionelle Unterstützung zu holen. Oft entscheidet man sich aus finanziellen Überlegungen heraus dafür, zu viel alleine zu machen. Aber wenn man sich gleich am Anfang Hilfe holt, wird es mitunter gar nicht teurer. Die höheren Lernkosten des Autodidakten können leicht die Ausgaben fürs Outsourcen übersteigen.

Welche Tools, welche Apps, welche Software erleichtert Dir den Arbeitsalltag?
Sufio, eine App, welche automatische Rechnungen erstellt.

Wo steht kippie berlin in einem Jahr?
An erster Stelle in Google, wenn man nach nachhaltiger, fairer und/oder tierleidfreier Kindermode sucht.

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Foto (oben): Sophia Hauk

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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