Restrukturierung Monoqi-Krise abgewendet? Die stecken mitten in der Krise!

Es wartet viel Arbeit auf den neuen Monoqi-Macher. Denn die Krise ist noch lange nicht überwunden. Eine Fast-Insolvenz, eine öffentliche Schelte gegen die eigenen Investoren und schlechte Wachstumszahlen lassen sich nicht einfach so beiseite fegen.
Monoqi-Krise abgewendet? Die stecken mitten in der Krise!

In den vergangenen Tagen sorgte das Berliner Grownup Monoqi für etliche Schlagzeilen. Angefangen bei “Noch eine dicke Pleite: Monoqi steht vor dem Aus” über “Gerettet! Monoqi zieht Insolvenzantrag zurück” bis zu “Monoqi-Macher treten ab – Ex-DaWanda-Chef übernimmt“. Mehr Krise, mehr Chaos in wenigen Tagen geht eigentlich nicht! Der neue Monoqi-Macher Niels Nüssler erklärt die kurzen, aber heftigen Chaostage bei Monoqi nun aber für beendet.

“Wir haben die Krise abgewendet”, sagt Nüssler gerade dem Handelsblatt. Eine mutige Aussage, denn im Grunde steckt Monoqi mitten in der Krise. Gerade einmal 3 Millionen pumpen die Altinvestoren nun in das gestrauchelte Unternehmen. Plus “2 bis 4 Millionen Euro in Abhängigkeit von erreichten Restrukturierungszielen”. Gemeint ist mit dieser Restrukturierung unter anderem eine Öffnung von Monoqi. Nüssler will “neben dem geschlossenen Onlineklub auch das heute schon permanente Möbelangebot für alle Kunden öffnen”. Damit wolle er “die hohen Kosten für den Klub ausgleichen”.

120 Mitarbeiter wirkten zuletzt, also im vergangenen Jahr – bei Monoqi. Nun sollen es noch rund 100 sein. In wenigen Wochen werden es wohl deutlich weniger sein. Immerhin muss Nüssler den ganzen Laden mit gerade einmal 3 Millionen Euro aus der handfesten Krise führen. Ohne massiven Stellenabbau scheint dies nur schwer möglich. Auch die harten Umsatzzahlen sprechen gegen Monoqi. Die Design-Community erwirtschaftete 2016 einen Umsatz in Höhe von 31 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 23 Millionen. Zuletzt versagte das Unternehmen aber bei den wichtigen Wachstumszahlen. Im vergangenen Jahr habe das Wachstum nur bei 11 % gelegen. Auch, weil “Mittel der geplanten Wachstumsfinanzierung nicht voll zur Verfügung standen”.

Die Finanzierung von Monoqi ist auch so ein Thema. Das Unternehmen wies in Sachen Insolvenz daraufhin, dass man “aufgrund bilanzieller Überschuldung und unvorteilhafter Finanzierungsformen in Schwierigkeiten geraten” sei. Eine harte Aussage, die weder den Investor noch das Führungsteam gut dastehen lässt. Mit diesen “unvorteilhaften Finanzierungsformen” kann eigentlich nur das Wachstumsdarlehen in Höhe von 3,25 Millionen Euro durch den Davidson Technology Growth Fund gemeint sein. Nach diesem – offenbar hochriskanten – Venture Debt-Deal investierte das Genfer Family Office Decisive Wealth, hinter dem Investoren aus dem arabischen Raum stehen, dann im vergangenen Sommer des vergangenen Jahres 15 Millionen Euro in das Berliner Unternehmen.

Von den geplanten 15 investierte Decisive Wealth dann tatsächlich aber wohl nur 6 Millionen Euro. Vor allem, weil das Monoqi-Team einige vereinbarte Meilensteine nicht erreichte. “Außerdem platzte ein Joint Venture”, schreibt das Handelsblatt weiter. Gemeint ist damit wohl die Zusammenarbeit mit dem Investor in Dubai und Riad. Gemeinsam wollten die Partner 5 Millionen von den geplanten 15 Millionen Euro in das Joint Venture stecken.

Es wartet viel Arbeit auf den neuen Monoqi-Macher. Denn die Krise ist noch lange nicht überwunden. Eine Fast-Insolvenz, eine öffentliche Schelte gegen die eigenen Investoren und das eigene Führungsteam, der – wohl erzwungene – Abgang der Führungscrew und schlechte Wachstumszahlen lassen sich nicht mit einem simplen Satz beiseite fegen. Das Monoqi-Team muss nun kämpfen. Leicht wird es nicht.

Kennt Ihr schon unseren #StartupTicker? Der #StartupTicker berichtet tagtäglich blitzschnell über die deutsche Start-up-Szene. Schneller geht nicht!

Mehr Startup-Substanz im Newsfeedfolgt ds auf Facebook

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

Aktuelle Meldungen

Alle

#DealMonitor Die komplette Übersicht: Alle Deals auf einen Blick

Die komplette Übersicht: Alle Deals auf einen Blick
Montag, 18. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (18. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Accel und der Berliner Geldgeber Point Nine Capital investieren in Zenaton.

#Ruhrgebiet Irrglaube Big Data – Data Thinking als Innovationsmethode

Irrglaube Big Data – Data Thinking als Innovationsmethode
Montag, 18. Juni 2018 Alexander Hüsing

“Das Daten-Sammeln kann einem Unternehmen Zeit verschaffen, bis man weiß, mit welchem Anwendungsfall man sich einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten will. Typischerweise liegen dann aber Daten nicht so vor, wie man sie benötigt. Deshalb muss man den Prozess umdrehen”, sagt Marc Weimer-Hablitzel vom Data Hub.

#Zahlencheck Wooga-Umsatz schrumpft – aber endlich wieder Gewinne!

Wooga-Umsatz schrumpft – aber endlich wieder Gewinne!
Montag, 18. Juni 2018 Alexander Hüsing

Die Krise bei Wooga ist vorbei! Der Umsatz des Grownups ging 2017 zwar erneut zurück, auf 34,4 Millionen Euro. Gleichzeitig erwirtschaftete die Daddelschmiede aber wieder einen Jahresüberschuss in Höhe von 1,2 Millionen Euro.

#DealMonitor Ganz frisch gefangen: Alle Deals der letzten 24 Stunden

Ganz frisch gefangen: Alle Deals der letzten 24 Stunden
Freitag, 15. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (15. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: fos4X bekommt 8,2 MIllionen. Zudem gelingt Home24 ein guter Start an der Börse.

#Fragebogen Zuschüsse? “Kosten zu viel Zeit für zu wenig Ergebnis”

Zuschüsse? “Kosten zu viel Zeit für zu wenig Ergebnis”
Freitag, 15. Juni 2018 Alexander Hüsing

“In Berlin würde ich mehr echte Startup Campusse wünschen, das heißt zum Beispiel alte Klinik- oder Fabrikgelände, die komplett für Start-ups nutzbar sind. Dazu einfachere Visa-Regularien für Nicht-EU-Fachkräfte”, sagt Paul Schwarzenholz, Mitgründer von zenloop.

#DealMonitor Mehr geht nicht! Alle Deals der letzten 24 Stunden

Mehr geht nicht! Alle Deals der letzten 24 Stunden
Donnerstag, 14. Juni 2018 Alexander Hüsing

Im aktuellen #DealMonitor (14. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: nextmarkets sammelt 6 Millionen Euro. Zudem investieren Project A, Holtzbrinck Ventures und Flixbus-Mitgründer Jochen Engert in sennder.

#Podcast Kalt erwischt – Die hohe Kunst der Kaltakquise

Kalt erwischt – Die hohe Kunst der Kaltakquise
Donnerstag, 14. Juni 2018 ds-Team

Das Sinnbild des Verkäufers – der klingelnde, anklopfende Staubsaugervertreter, der von Tür zu Tür zieht – ist im B2B-Bereich so nicht vorstellbar. Doch das Prinzip existiert auch hier. Wie wird die sogenannte Kaltakquise bei B2B-Sales betrieben?

#DealMonitor Nichts mehr verpassen! Alle Deals der letzten 24 Stunden

Nichts mehr verpassen! Alle Deals der letzten 24 Stunden
Mittwoch, 13. Juni 2018 Alexander Hüsing

Im heutigen #DealMonitor (13. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Project A investiert in Azowo und Testbirds sammelt 7 Millionen ein.

#Eventtipp #Köln Kommt alle zur Cologne Startup Summer Night

Kommt alle zur Cologne Startup Summer Night
Mittwoch, 13. Juni 2018 ds-Team

Jetzt schon vormerken: Im Juli steigt die Cologne Startup Summer Night. “Die Cologne Startup Summer Night ist eine tolle Idee und sollte fest im Kalender der Kölner Startupszene stehen!”, sagt Thomas Bachem, Gründer und Kanzler der CODE University of Applied Sciences in Berlin.

#Gastbeitrag Tipps für die Customer Journey – von Arne Kahlke

Tipps für die Customer Journey – von Arne Kahlke
Mittwoch, 13. Juni 2018 ds-Team

Gerade bei Online-Produkten sammelt sich die Masse (logischerweise) auf der Startseite. Nach und nach verbessert man sich im sogenannten Funnel dann bis zum Grande Finale, der Seite, auf der die Conversion letztlich stattfindet.