Gründeralltag Die größten Vorteile, die nur Sologründer haben

Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille – auch beim Gründen als Einzelkämpfer. Wir haben deswegen einmal mehrere Sologründerinnen und Sologründer gefragt, was denn der größte Vorteil ist, den Sologründer im Allgemeinen so haben? Hier die spannenden Antworten.
Die größten Vorteile, die nur Sologründer haben

In unserem Themenschwerpunkt Sologründer beschäftigen wir uns ausführlich mit Einzelgründern, also Gründern die als Einzelperson ein Start-up hochziehen. In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir mehrere Sologründerinnen und Sologründer gefragt, was denn der größte Vorteil ist, den Sologründer haben. Hier die spannenden Antworten.

Ich sehe es als klaren Vorteil, keine Kompromisse bei Meinungsverschiedenheiten eingehen zu müssen und die eigene Vorstellungen unabhängig durchsetzen zu können. Ich bin von keinem Partner abhängig oder ärgere mich über Dinge, die ich selbst anders gemacht hätte. Als Sologründer habe ich viele Freiheiten und kann mich selbst verwirklichen – das genieße ich sehr.
Birthe Hammerich, Lundkvist

Als größten Vorteil sehe ich, dass ich natürlich meine Ideen zum Produkt aber auch zur Vermarktung zu 100 % nach meinen Vorstellungen umsetzen kann.
Guido Rasch, camigo

Entscheidungsprozesse bedürfen keiner weiteren Abstimmung, wodurch sich Vorhaben viel schneller umsetzen lassen als beispielsweise in einem mittelständischem Betrieb mit Abteilungen, Hierarchien oder starrem Regelwerk.
Roy Dittmann, Märkte Digital

Sein eigener Chef zu sein ist auf jeden Fall von Vorteil. Wenn ich eine Idee für einen neuen Reisebaustein habe, muss ich niemanden fragen, ob ich diesen in mein Angebot aufnehmen darf. Oder wenn ich eine Idee für eine Social Media Kampagne habe, muss diese Idee nicht erst verschiedene Instanzen oder Schreibtische durchlaufen, bis sie dann eventuell umgesetzt wird. Als Sologründer hat man auf jeden Fall Freiheiten, die man im Team nicht hat – man kann seiner unternehmerischen Kreativität freien Lauf lassen, muss allerdings auch die Konsequenzen alleine tragen.
Meike Haagmans, Joventour

Du kannst schnell sein: Alle Entscheidungen werden allein von dir gefällt und du musst niemanden fragen oder zuvor für die Sache gewinnen.
Sabine Engels, miomente

Der positive Aspekt ist, dass man Reibungen und Streitigkeiten vermeidet: Man kann Entscheidungen selbst treffen, muss mit niemanden diskutieren oder sich rechtfertigen. Das macht einen Sologründer schneller und unabhängiger in der Ausführung von Prozessen und nächsten Entwicklungsschritten.
Sibilla Kawala-Bulas, Limberry

Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung und weniger Unsicherheit durch den menschlichen Faktor, der im Team schnell aufkommt, wenn sich das gemeinsame Startup anders entwickelt als ursprünglich gedacht. Der menschliche Faktor ist bei ersten Erfolgen im Übrigen meist kritischer als im Falle des Misserfolgs, bei dem ein Gründungsteam sich oft gegenseitig motivieren kann.
Michel Lindenberg, StayFriends

Der größte Vorteil ist wahrscheinlich die komplette Entscheidungsfreiheit. Man muss sich mit niemandem abstimmen, kann alles frei selbst entscheiden. Ich brauche diese Freiheit und habe es deshalb auch nie bereut.
Franziska von Hardenberg, Bloomy Days

Der größte Vorteil ist, dass ich schnell und direkt entscheiden kann. Mühsame Abstimmungsprozesse, lange Diskussionen über Zuständigkeiten und Rücksichtnahme auf persönliche Befindlichkeiten und Animositäten der Mitgründer entfallen. Man ist schnell und flexibel. Und wenn es Lorbeeren zu ernten gibt ist klar, wer diese verdient hat.
Rafael Kugel, RatioDrink

Der größte Vorteil liegt sicherlich in den kurzen Entscheidungswegen. Am Ende muss einer die Entscheidung treffen. Das ist bei einer Sologründung einfacher.
Steffen Zoller, betreut.de

Anteile. Als Sologründer zu starten bringt im Erfolgsfall ein ganz anderes Upside-Szenario mit, als wenn sich von Anfang an mehrere Parteien die Firma teilen.
Feliks Eyser, Regiohelden

Team heißt oft wenn nicht immer Kompromisse und Kompromisse sind im Geschäftsleben oft keine gute Idee. Bei Sologründern ist klar, dass es am Ende nur eine Person gibt, die im Zweifel die letzte Entscheidung treffen kann bzw. die die Richtung vorgibt. Das in jedem Fall ein Vorteil. Auch gesellschaftsrechtlich macht eine Sologründung vieles Einfacher. Am Anfang gibt es eigentlich immer Einigkeit. Über die Jahre können sich die Vorstellungen von Gründerteams dann doch deutlich auseinanderentwickeln. Dazu kommen dann noch die Interessen der Investoren, dass alles kann wichtige Weichenstellungen deutlich erschweren.
Christopher Kampshoff, lendstar

Ich glaube, dass Menschen mit wachsender Verantwortung über sich hinauswachsen können. Da man als Sologründer nichts delegieren kann, sondern alles selbst machen muss, ist die Produktivität sehr hoch. Man verbringt keine Zeit in langen Besprechungen oder muss sich nicht mit gekränkten oder missverstandenen Egos herumschlagen. Und letztendlich bedeutet ein Gründer auch nur eine Person, die irgendwann über das Startup finanziert werden muss, was gerade für Bootstrapping-Startups nicht unbedeutend ist.
Jörn Gutowski, Try Foods

Entscheidungsfreiheit. Die finale Entscheidung liegt letztlich immer bei einem selbst. Man kann sich immer beraten lassen von seinen Mitarbeitern aber am Ende entscheidet nur eine Person ob und wie es gemacht wird. Das beschleunigt so einiges wo erst mal noch zwei oder drei andere mitreden müssten.
Robert Waedt, woonio

Der größte Vorteil ist sicher der, dass man wirklich arbeiten kann wann, wo und wie es einem gerade gefällt. Dazu kommt natürlich das der Gewinn dann auch alleine dem Sologründer gehört.
Stephanie Troppmann, Stephanies Schokowelt

Alle Entscheidungen selbst treffen zu können ist der größte Vorteil, den Sologründerin haben. Keine großen Diskussionen, Meetings und langen Entscheidungswege zu haben, sondern einfach machen zu können! In der Summe aller Entscheidungen sollten die richtigen und guten überwiegen. Das zeichnet einen erfolgreichen Gründer aus!
Thorsten Piening, qualitytraffic, regiomatch

Bei ‘einfachen’, zumeist eher administrativen Entscheidungen im Tagesgeschäft ist keine zeitraubende Abstimmung notwendig, sondern die Themen können direkt entschieden werden.
Manuel Hinz, Toroleo

Mir ging es einzig alleine um eine Lösung meines Problems: die Kontakte meiner Kontakte sichtbar zu machen und dafür brauchte ich keinen Mitgründer. Wenn man ein klares Ziel hat, geht es einfach schneller, wenn man sich nicht abstimmen muss; meist mit einem gleichberechtigten – Mitgründer.
Lars Hinrichs, Xing

Genossen habe ich die Möglichkeit, ziemlich kompromisslos meine Vorstellungen umsetzen zu können. Das kann ein großer Vorteil sein, wenn man reif genug ist sich Rat und Feedback von außen zu holen.
Christian Wolf, asgoodasnew

Ganz allein das Kommando zu haben, um damit einen klaren Kurs für das eigene Unternehmen zu setzen. Wenn eine Kurskorrektur nötig ist, kann ich das von heute auf morgen entscheiden und ich brauche dabei keine Abstimmungsprozesse. Außerdem gibt es keine Streitereien über Prioritäten, über den Kurs der Firma oder darüber, ob alle Gründer gleich viel arbeiten und sich engagieren.
Stefanie Jarantowski, eventsofa

Der größte Vorteil eines Einzelkämpfers ist ganz klar die Geschwindigkeit der Entscheidungsfindung. Egal, ob ich eine gute Idee für eine neue Funktion auf der Webseite habe oder eine neuen Vertriebskanal ausprobieren will: Ich kann das sofort entscheiden und eine Sekunde später umsetzen. Das ist ein großer Luxus, birgt aber auch eine große Gefahr: Sie bekommen keine „zweite Meinung“. Wenn Sie nicht alles genau durchdenken, kann die “tolle Idee viel Zeit und/oder Geld kosten. Passiert schon mal.
Armin Hierstetter, bodalgo

Den größten Vorteil sehe ich in der Wendigkeit, also der Manövrierfähigkeit des eigenen Unternehmens. Ich kann jederzeit Entscheidungen treffen und sofort umsetzen, ohne sie vorher in Meetings oder anderen langwierigen Verfahren abzustimmen. Dadurch sind die einzelnen Entscheidungen vielleicht nicht alle besser als Team-Entscheidungen, aber durch die hohe Schlagzahl an Entscheidungen komme ich einfach schneller voran.
Thorsten Kucklick, Ultrapress

“Die Ideen sind frei. Man kann sich seine Ideen, seine Kreativität komplett ausleben: Im ersten Jahr haben wir direkt die 1LIVE Weltretter Reise veranstaltet und dieses Jahr haben wir den zweiten Platz der Goldenen Palme gewonnen. Es gibt keine Vorgaben, Absprachen, aber halt auch kein Feedback.
Meike Haagmans, jovenTOUR

Die Geschwindigkeit und Flexibilität ist der größte Vorteil. Ich kann Entscheidungen sofort treffen und muss mich nicht erst mit jemandem abstimmen. Zudem kann ich neue Ideen schnell Umsetzen und im Erfolgsfall weiter ausbauen, oder direkt wieder verwerfen. Das kann schneller sein, als das Ganze vorher zu besprechen und gemeinsam zu entwickeln.
Jannis Gebauer, pricemesh

Entscheidungsfindung und keine internen Zerwürfnisse. Außerdem finanzielle Stabilität. Abstimmungswege dauern lange und kosten Zeit und Energie. Nicht so bei Sologründern. Sie bekommen Dinge schneller umgesetzt, müssen selten Kompromisse eingehen und bleiben häufig ihrer Ursprünglichen Idee treu. Abstimmungen und Kompromisse erfordern Geduld und Zugeständnisse. Die beste Freundschaft kann an einer guten Idee zerbrechen. Hierarchien sind oft der Anfang vom Ende. Zum Thema finanzielle Stabilität: Es ist leichter, ein Unternehmen zu gründen, wenn man nicht die Verantwortung für mehrere Menschen tragen muss. Je weniger Personalkosten es am Anfang gibt, desto entspannter kann man in die Zukunft blicken. Desto weniger ist die Kundensuche auf finanzielle Absicherung, sondern auf persönliche Präferenz ausgelegt.
Henning Schulze, Güldenstein

Man ist frei in allen Entscheidungen die man trifft. Jede Idee kann sofort umgesetzt werden. Kreativ zu sein macht glücklich. Auch beim zeitlichen Einsatz( Zeitpunkt, Dauer) ist man niemandem Rechenschaft schuldig. Anders ausgedrückt: Wenn man etwas macht, was einem wirklich Spaß macht, dann muss man nie wieder arbeite
Günter Tönjes, marelano

Man muss sich nicht vor Investoren oder Partnern rechtfertigen wenn etwas einmal nicht funktioniert. Man ist sich nur selbst Rechenschaft schuldig.
Philip Tropper, direct-sales

Aus unserem Themenschwerpunkt Sologründer: “So finden Solopreneure das passende Geschäftsmodell“, “Einzelgründer sind keine schlechten Teamplayer” und “Einzelgründer müssen nicht immer kleine Brötchen backen“.

ds-soloBuchtipp für Sologründer: Ausführliche Informationen über das große Thema Solopreneurship (in all seinen Facetten) bietet das gelungene und lehrreiche Buch Solopreneur: Alleine schneller am Ziel von Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg, das als Buch und EBook zur Verfüfung steht. Hier ein Auszug: “Lieber solo gründen? Drei Mythen rund um Teams“.

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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